BHAG-Vertriebschef: Strompreise steigen weiter

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Bad Honnef | Keine guten Nachrichten für Strompreiskunden: „Verbraucher müssen für ihren Strom immer tiefer in die Tasche greifen“, so BHAG-Vertriebschef Christoph Ulrich in der Kundenzeitung des Unternehmens.

Zurückzuführen sei diese Entwicklung auf die Steuern und Abgaben an den Staat, die auf ein Rekordhoch geklettert seien. Der reine Netto-Strompreis für Erzeugung, Transport und Vertrieb bliebe hingegen im Durchschnitt konstant. Gestützt werden die Aussagen durch eine Untersuchung des Öko-Instituts.

Bei mittlerweile 50 Prozent liege der Anteil der gesetzlich vorgeschriebenen Steuern und Abgaben, zitiert das Magazin den Manager – Tendenz steigend. Ulrich: „Das geht auch an der Preisgestaltung der Bad Honnef AG nicht spurlos vorüber.“ Bislang habe das Unternehmen immer versucht, die Erhöhungen durch günstigen Einkauf und andere Maßnahmen zu kompensieren. Die jüngsten und zu erwartenden Preissteigerungen könnten von der BHAG allerdings nicht mehr auffangen werden.

Einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft zufolge tragen vor allem die von CDU und FDP geförderten stark gestiegenen Umlagen für Erneuerbare Energie (EEG) dazu bei, dass Strom immer teurer wird. Hierbei sei kein Ende abzusehen. Auch 2014 müsse mit einer Erhöhung der Umlage gerechnet werden.

Hinzu kommen die von der Regierungskoalition gewollten Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen – zu Lasten der Verbraucher. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ schrieb dazu, dass die Energiegesetzgebung „nach wie vor durchseucht von lobbyistischer Einflussnahme der Stromkonzerne und der Industrie“ ist. Laut der Zeitung DIE WELT stellen mittlerweile sogar Golf-Vereine Anträge auf Rabatte.

Die BHAG geht davon aus, dass zukünftig die Jahres-Stromrechnung etwa eines Drei-Personen-Haushaltes mit 3500 Kilowattstunden erstmals die Grenze von 1000 EUR  durchbrechen wird.

Verrückt: Deutschland produziert mehr grünen Strom, als benötigt. Teilweise wird die kostbare Energie an der internationalen Strombörse an das Ausland sogar verschenkt. Da sich die Abgabe auf Ökostrom aus der Differenz zwischen dem erzielten Marktpreis und der festen Einspeisevergütung errechnet, erhöhen sich die Belastungen für die Verbraucher zusätzlich.

„Wir müssen den Strom aus erneuerbaren Energien werthaltiger machen“, sagt der SPD-Umweltpolitiker Ulrich Kelber aus Bonn. Er will, dass die Vergütungskosten von den Versorgern getragen werden und nicht mehr von den Stromkunden. Dass könne dazu führen, dass die Stromproduktion besser geplant und teure Überproduktion vermieden würde.

 

 

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