Bad Honnef – Die Stadt Bad Honnef hatte einst große Pläne. Zwar blieb die Bewerbung für die Landesgartenschau 2015 erfolglos, doch zumindest im Stadtmarketing legte man nach: 2017 wurde eine neue Dachmarke eingeführt, Slogans wie „Schön hier – oder?“ sollten das Image prägen. Der Vergleich mit Nizza an der französischen Riviera – das „Nizza am Rhein“ – ist bis heute allgegenwärtig und wird regelmäßig auch in bundesweiten Medien aufgegriffen.
Teil dieser Aufwertung sollte auch die Rheinpromenade sein. Pächter der Flächen zwischen Tennisplatz und der Haltestelle „Am Spitzenbach“ wurden aufgefordert, ihre Schrebergärten bis zum 15. November 2017 aufzugeben. Die Umsetzung verlief jedoch nicht reibungslos – in einem Fall musste sogar die Feuerwehr ein Holzhaus löschen.
Acht Jahre später zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Einige der Flächen haben mit dem propagierten „Schön hier!“ wenig gemein. Statt eines attraktiven Naherholungsraums bietet sich Spaziergängern mancherorts ein ungepflegtes, teils verwahrlost wirkendes Erscheinungsbild.
Auf Anfrage räumt die Stadt ein, dass die geplanten Räumungs- und Umgestaltungsmaßnahmen bislang nicht vollständig abgeschlossen sind. Der städtische Bau- und Betriebshof habe zwar bereits Gehölzschnitt- und Mulcharbeiten durchgeführt – unter Berücksichtigung des Arten- und Baumschutzes und außerhalb der Vogelschutzzeit. Ziel sei es gewesen, die Voraussetzungen für weitere Arbeiten zu schaffen.
Der Abriss der verbliebenen Gartenlauben wurde jedoch vorerst zurückgestellt – unter anderem wegen möglicher Schadstoffe sowie aus Gründen des Umwelt- und Artenschutzes. Derzeit ist ein Sachverständigenbüro mit einer Kartierung der Fläche beauftragt.
Erst wenn die Ergebnisse vorliegen und keine umwelt- oder artenschutzrechtlichen Bedenken bestehen, kann der Rückbau erfolgen. „Oberste Priorität hat dabei die fachgerechte Entfernung sämtlicher Schadstoffe aus dem sensiblen Landschaftsschutz- und Überschwemmungsgebiet“, so die Verwaltung.
Die nächste Landesgartenschau in Nordrhein-Westfalen findet übrigens vom 16. April bis 11. Oktober 2026 in Neuss statt, der Standort für 2029 ist bereits vergeben. Für die Gartenschau 2032 werden noch bis zum 1. März 2027 Bewerbungen entgegengenommen.
Bis dahin sollte es auch an der Bad Honnefer Rheinpromenade wieder heißen: „Schön hier!“ – und einer erneuten Bewerbung dürfte nichts im Wege stehen. Oder?











Kommentare