Berliner Autor Steffen Popp Thomas-Kling-Poetikdozent an Uni Bonn

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Steffen Popp - Foto: Renate von Mangoldt

Bonn – Der Berliner Autor Steffen Popp tritt im Sommersemester 2022 die elfte Thomas-Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn an.

Seit 2011 vergibt die Kunststiftung NRW die Dozentur an namhafte Autorinnen und Autoren. Sie ist ein wichtiger Baustein in der Literaturförderung der Stiftung und schlägt eine Brücke zwischen Wissenschaft und Literatur. Die Dozentinnen und Dozenten stehen im direkten Austausch mit den Studierenden und gewähren ihnen Einblick in ihre Arbeit.

Der neue Dozent Steffen Popp ist eine der wichtigsten Stimmen im Feld des gegenwärtigen poetischen Schreibens: ein Meister von Sprachregistern und Tönen. Mit seinen forschenden Praktiken steht er den sprachexperimentellen Unternehmungen Thomas Klings nahe. Steffen Popps Antrittsvorlesung findet am Montag, dem 25. April, um 19 Uhr im Festsaal der Universität Bonn statt. Er spricht zum Thema „Bumerang oder erweiterte Wirklichkeit / Zerstörte Metaphern bilden eine Parallelerde im Maßstab 3:1. Von Bildern in Gedichten der Gegenwart.“

Grußworte sprechen Prof. Dr. Volker Kronenberg, Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn, und Dr. Andrea Firmenich, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW. Die Laudatio hält Prof. Dr. Sabine Mainberger, Professorin für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Bonn.

Über Steffen Popp

Steffen Popp wurde 1978 in Greifswald geboren und lebt heute in Berlin. Er schreibt vor allem Gedichte und ist als Übersetzer und Herausgeber tätig. 2004 erschien sein Gedichtband „Wie Alpen“, 2006 der Roman „Ohrenberg oder der Weg dorthin“. Es folgten die Gedichtbände „Kolonie Zur Sonne“, „Dickicht mit Reden und Augen“ und „118“. Mit vier anderen Autor*innen verfasste er die Poetik „Helm aus Phlox“.

Zuletzt veröffentlichte er die Anthologie zeitgenössischer Lyrik „Spitzen“ und mit Monika Rinck die Auswahl aus dem lyrischen Werk Elke Erbs „Das ist hier der Fall“. Aus dem Englischen hat er Christian Hawkey („Reisen in Ziegengeschwindigkeit“), Ben Lerner („Die Lichtenbergfiguren“, „No Art“) und Elizabeth Bishop („Gedichte“) übersetzt.

Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Leonce und Lena-Preis, dem Peter Huchel-Preis, dem Stipendium der Villa Massimo (Rom) und dem Mondseer Lyrikpreis. 2017 war er für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Seit 2018 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Über die Thomas-Kling-Poetikdozentur

Die von der Kunststiftung NRW entwickelte Poetikdozentur ist nach dem 2005 verstorbenen Lyriker und Essayisten Thomas Kling (*1957) benannt. Kling lebte zehn Jahre auf der Raketenstation der Stiftung Insel Hombroich und setzte mit seiner Sprachkunst neue Maßstäbe.

Im Rahmen der Thomas-Kling-Poetikdozentur stattet die Kunststiftung NRW namhafte Autor*innen und/oder Übersetzer*innen mit einem Stipendium aus, das ihnen eigene Lehrveranstaltungen ermöglicht. Die Auswahl für die jeweilige Dozentur treffen Vertreter*innen der Stiftung und der Universität Bonn. Das Literaturhaus Bonn veranstaltet außerdem ein Begleitprogramm zur Dozentur. Weitere Infos hierzu unter https://www.literaturhausbonn.de/programm.

Die bisherigen Poetikdozent*innen: Stefan Weidner, Barbara Köhler (+2021), Oswald Egger, Norbert Scheuer, Marion Poschmann, Esther Kinsky, Christoph Peters, Anja Utler, Marcel Beyer und Ulrike Almut Sandig. (AnA)

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