Foto: BUND

Bad Honnef – Erneut kritisiert der BUND eine Baumaßnahme des staatlichen Forstbetriebs im Schmelztal. “Nach der Zerstörung der unteren Quellfluren des Biotops BT-5309-0081-8 im August 2020 im Bad Honnefer Schmelzbachtal fällt der staatliche Forstbetrieb nun erneut durch unrechtmäßiges Handeln auf, dieses Mal durch eine ungenehmigte Baumaßnahme”, so Achim Baumgartner vom BUND Rhein-Sieg.

Im Schmelzbachtal wurde eine große Anlage zum Ausweiden von Wild errichtet, verbunden mit Leitungsbau und umfangreichen Befestigungsmaßnahmen. “Der Bau eines solchen Schlachtplatzes ist im FFH-Gebiet und Naturschutzgebiet Siebengebirge nach fester Überzeugung des BUND mit der Schutzgebietsverordnung allerdings unvereinbar”, erklärt Baumgartner. Weder sei die Jagd als solche mit den FFH-Gebietszielen koordiniert noch sei eine solche Anlage im Schutzgebiet erforderlich. “Wenn Wildtiere geschossen und ausgeweidet werden, kann dies wie anderswo auch an mobilen Fahrzeugen passieren oder die toten Tiere werden außerhalb des Schutzgebietes aufgeschnitten, ausgenommen und zerlegt”, so der BUND-Sprecher. Die Aktivitäten des Staatsforstes seien hier inakzeptable und mit seiner Verpflichtung, gutes Vorbild und Musterbetrieb sein zu sollen, nicht in Einklang zu bringen. Der BUND fordert jetzt den Rückbau der Anlage, eine Inbetriebnahme dürfe nach Ansicht der Umweltorganisation nicht erfolgen.

Der BUND Rhein-Sieg-Kreis möchte, dass die Jagd im Siebengebirge insgesamt neu aufgestellt wird. Der intensive Abschuss sei dort wegen der erheblichen Störungen für alle anderen Tierarten weder mit den FFH-Schutzzielen vereinbar, noch passe er zur Bedeutung des Siebengebirges als Erholungsgebiet. Ohne die intensive Jagd hätten Spaziergänger laut BUND die Chance, regelmäßig Rehe und Hirsche auch Tags beobachten zu können. Dieser Genuss werde ihnen aktuell genommen.

Achim Baumgartner: “Zur Bewältigung von Schäden, die durch Rehe oder Wildschweine entstehen, eignet sich die intensive Jagd nicht. Sie führt vielmehr zur Zerstörung der Sozialverbände bei den Wildschweinen und damit zu mehr Wildschäden an den Siedlungsrändern und in den Hausgärten. Weibliche Wildschweine werden dadurch früher trächtig, die Vermehrungsrate des Bestandes steigt.” Rehe und Rothirsche wiederum könnten ohne Jagddruck deutlich größere Nahrungsanteile im Grünland aufnehmen, wodurch der Verbiss an Gehölzen zurückginge.

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1 Kommentar

  1. “Schlachtplatz”

    Die Jäger wieder…..das ist ja wiederlich!!
    Wer genehmigt so etwas eigentlich?
    Oder ist das’n Witz?

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