Ein krankes Herz kann niemals warten

Warnsignale trotz Corona-Pandemie ernst nehmen

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Jutta Weisser-Thomas (l.) und Dr. med. Nicole Weickmann-Szyslo | Foto: GFO

Bad Honnef/Troisdorf – Vieles wurde im vergangenen Jahr aus Pandemiegründen verschoben. Leider gehören dazu auch Vorsorgeuntersuchungen sowie notwendige Therapien. Immer wieder hören Mediziner jetzt in Gesprächen mit Patienten, dass Arztbesuche aus Sorge vor einer Corona-Infektion einfach ausgeblendet wurden – mit zum Teil gravierenden Folgen.

PD Dr. med. Jutta Weisser-Thomas und Dr. med. Nicole Weickmann-Szyslo sind anerkannte Spezialistinnen für Herzschwäche bei den GFO Kliniken Troisdorf. Sie erläutern, warum Patientinnen und Patienten mit Herzerkrankungen ihre Behandlung aus Angst vor einer Covid-Infektion nicht auf die lange Bank schieben sollten. Die beiden Spezialistinnen sind als Oberärztinnen der GFO Kliniken Troisdorf, Innere Medizin an der Betriebsstätte St. Johannes Sieglar, tätig.

Aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus scheuen sich zurzeit besonders ältere Menschen einen Spezialisten aufzusuchen. Das kann bei Herzerkrankungen schwere Folgen haben. „Seit Beginn der Corona-Pandemie beobachten wir, dass sich Patienten mit Herzerkrankungen in unserer Ambulanz deutlich seltener vorstellen, als noch vor einem Jahr. Sorge bereitet uns, dass Patienten trotz Beschwerden keinen Arzt aufsuchen, solange sie sich in ihrem Alltag nicht allzu stark eingeschränkt fühlen. Dies führt dazu, dass immer mehr Patienten mit einem Herzinfarkt oder einer anderen herzspezifischen Akutsituation sehr spät oder sogar als Notfall zu uns kommen. Viele dieser akut bedrohlichen Situationen wären bei einer rechtzeitigen Vorstellung beim Arzt vermeidbar gewesen“ so die Herzspezialistinnen.

Bei diesen Symptomen sollten Patienten auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen

Die folgenden Alarmsignale müssen ernst genommen werden. Bei belastungsabhängigen Brustschmerzen, zunehmender Luftnot, Herzstolpern und Schwindel, wiederkehrender Ohnmacht sowie Wassereinlagerungen in den Knöcheln und Beinen, sollte dringend ein Spezialist aufgesucht werden. Besonders gefährdet sind Personen mit Herzschwäche, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen am Herzen, Herzklappenerkrankungen oder implantierten Herzschrittmachern. Hier sollten Kontrolltermine beim Facharzt auf keinen Fall auf die lange Bank geschoben werden.

Wann sollte ein Herzspezialist konsultiert werden?

Auftretende Beschwerden können zunächst von einem Hausarzt abgeklärt werden. Dort kann entschieden werden, ob eine Überweisung zum Kardiologen oder ein Klinikaufenthalt notwendig wird. Bei stark eingeschränkter Belastbarkeit sowie wiederkehrenden oder stärker werdenden Symptomen sollte jedoch nicht abwartet werden und möglichst schnell ein Spezialist aufgesucht werden. Das gilt besonders bei länger anhaltenden Brustschmerzen, Ohnmachtsanfällen oder wiederkehrender Luftnot, die zum Pausieren einer Tätigkeit und zum Hinsetzen zwingen.

Welche Folgen drohen, wenn der Besuch beim Spezialisten verschoben wird?

„Gefährlich wird es, wenn ein Herzinfarkt nicht rechtzeitig behandelt wird und die Durchblutung des Herzens mittels eines Katheters nicht wieder hergestellt werden kann. Dann kann sich die Pumpfunktion des Herzens dauerhaft verschlechtern. Lebensbedrohliche Rhythmusstörungen können die Folge sein. Auch starke Blutdruckschwankungen müssen ärztlich abgeklärt und behandelt werden“, erklären die beiden Kardiologinnen. Besonders wichtig ist, dass Herzrhythmusstörungen zeitnah diagnostiziert und behandelt werden. Werden sie nicht erkannt, könnte ein Schlaganfall, eine Embolie oder chronische Herzschwäche die Folge sein.

Wie gewährleisten die GFO Kliniken Troisdorf Patientensicherheit Corona-Zeiten?

Damit Patienten und Mitarbeitende bestmöglich vor einer Infektion geschützt sind wurde ein umfassendes Schutz- und Hygienekonzept gemäß den Vorgaben des RKI (Robert Koch Instituts) entwickelt, erfolgreich umgesetzt und im Pandemieverlauf kontinuierlich an die neuesten Erkenntnisse der Forschung angepasst.

So werden alle Patienten bei der Aufnahme auf Covid-19 getestet. Patienten mit einer Covid-Infektion werden auf einer speziellen Station untergebracht. Eine Vermischung von Covid-19-Patienten mit nicht infizierten Patienten ist daher ausgeschlossen. Die Pflegeteams der Covid-Station sind ausschließlich für diese Patienten zuständig. Es findet kein Wechsel der Pflegeteams zwischen einer Normal-Station und der Covid-Station statt. Das Sicherheits- und Hygienekonzept gilt auch für alle Funktionsbereiche, wie zum Beispiel Endoskopie und Radiologie. Auch medizinische Geräte, mit denen Covid-Patienten untersucht werden, sind streng von den Geräten separiert, mit denen nicht infektiöse Patienten in Kontakt kommen.

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