Bad Honnef/Deutschland. Nach Tagen extremer Hitze und teils heftiger Unwetter können viele Menschen auch in der Region Bad Honnef und dem Siebengebirge erstmals wieder aufatmen. Die außergewöhnliche Hitzewelle, die Deutschland Ende Juni fest im Griff hatte, ist zunächst vorbei. Kühleren Nächten und angenehmeren Temperaturen dürfte allerdings nur eine kurze Verschnaufpause folgen.
Noch am vergangenen Wochenende wurden in Deutschland neue Hitzerekorde gemessen. Nach einer Überprüfung der Messdaten wurde der vorläufige Höchstwert vom Samstag, 27. Juni, in Möckern-Drewitz sogar noch nach oben korrigiert: Statt 41,5 Grad Celsius wurden dort 41,8 Grad registriert. Sollte dieser Wert nach Abschluss aller Prüfungen bestätigt werden, könnte er einen neuen deutschen Temperaturrekord darstellen. Bereits einen Tag später wurden im brandenburgischen Coschen nochmals 41,7 Grad gemessen.
Auf die extreme Hitze folgten zu Beginn der Woche schwere Gewitter mit teils sintflutartigen Regenfällen. Innerhalb kürzester Zeit fielen örtlich enorme Niederschlagsmengen. So registrierten Wetterstationen in Baden-Württemberg innerhalb einer Stunde nahezu 50 Liter Regen pro Quadratmeter. In Bayern wurden in einzelnen Orten sogar mehr als 24 Liter innerhalb von nur zehn Minuten gemessen.
Inzwischen hat sich die Wetterlage grundlegend verändert. Der Ausläufer des Ostseetiefs „Zoe“ hat die heiße Luft aus Deutschland verdrängt. In der Nacht zum heutigen Freitag konnten bei deutlich niedrigeren Temperaturen vielerorts erstmals wieder die Fenster weit geöffnet werden. In den Mittelgebirgen sanken die Temperaturen teilweise sogar in den einstelligen Bereich. Im Hochsauerland wurden in Arnsberg-Neheim lediglich 7,4 Grad gemessen.
Während im Norden und Osten Deutschlands weiterhin wechselhaftes Wetter mit einzelnen Schauern und kräftigem Wind vorherrscht, zeigt sich der Süden deutlich freundlicher. Dort werden bei viel Sonnenschein weiterhin Temperaturen bis 28 Grad erreicht. Im Norden sorgen dagegen frische bis starke Winde und kühlere Luftmassen dafür, dass die Temperaturen vielerorts unter der 25-Grad-Marke bleiben.
Auch in den kommenden Tagen bleibt die Wetterlage zweigeteilt. Ein weiteres Tiefdruckgebiet mit dem ungewöhnlichen Namen „Ausynja“ beeinflusst vor allem Nord- und Ostdeutschland mit wechselhaftem und teils windigem Wetter. Gleichzeitig sorgt ein Ausläufer des Azorenhochs im Südwesten für überwiegend sonnige und trockene Verhältnisse. Dort werden am Oberrhein bereits wieder Temperaturen um die 30 Grad erwartet.
Die Aussichten für die kommende Woche machen jedoch Sommerfreunden Hoffnung: Nach den aktuellen Prognosen könnte sich deutschlandweit erneut Hochdruckeinfluss durchsetzen. Dann würden die Temperaturen vielerorts wieder auf sommerliche bis hochsommerliche Werte steigen. Meteorologen gehen derzeit allerdings davon aus, dass eine neue Hitzewelle nicht mehr die Intensität der außergewöhnlichen Temperaturen von Ende Juni erreichen wird.
Für die Menschen in Bad Honnef und der Region bedeutet dies zunächst vor allem eines: endlich wieder durchlüften – wenn auch vermutlich nur für einige Tage.
red /M.Sc.-Met. Sebastian Schappert, Deutscher Wetterdienst










