Er rettete Beckys Leben – Jetzt soll Besitzer wegen Suchaktion Verwarngeld zahlen

Wegen "Werbung/Plakate" an Bäumen oder sonstigen Anpflanzungen

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christian jonke panzer
Nach 44 Stunden konnte Christian Johnen-Panzer seine Becky wieder knuddeln - Foto: privat

Bad Honnef – An diesen Tag wird Christian Johnke-Panzer aus Rommersdorf-Bondorf wohl noch lange denken. Am 23. Dezember 2022, einen Tag vor Heiligabend, vermisste er plötzlich gegen 22.45 Uhr seinen geliebten Hund Becky.

Umgehend veröffentlichte er nach dem Verschwinden folgende Suchmeldung:
„Becky wird vermisst seit ca 22,45. Polizei und Tasse sind informiert. Sie ist auf der Schaaffhausenstraße 22 wahrscheinlich ihren Weg gegangen. Sie hat auch die yLeine an. Jeder der in Rommersdorf und im Annatal unterwegs ist müsste sie kennen. Bitte seid aufmerksam, besonders im Annatal, Schaaffhausenkanzel. Ich vermute, dass sie irgendwo mit der Leine festhängt. Wir sind alle Wege abgelaufen, die normalerweise gegangen werden. Bitte passt auf. Sie hat auch eine Marke mit meiner Tel. Nr.“

Weitere Suchmeldungen folgten, auf Facebook sowie auf Flugblättern, die an Bäumen und auf dem eigenen Grundstück angebracht wurden, denn auch nach 24 Stunden, also an Heiligabend, war der Hund nicht wieder zurück.

In großer Not wurden sogar Mantrailer eingesetzt, die üblicherweise bei der Suche von Personen eingesetzt werden. Mithilfe dieser speziell ausgebildeten Hunde konnte der frühere Rommersdorf-Bondorfer Schützenkönig nach 44 Stunden seine treue Gefährtin wieder buchstäblich in die Arme schließen. Gefunden wurde sie unter einem Anhänger. Dort hatte sich die Leine, die Becky trug, verfangen.

Überglücklich postete Christian Johnke-Panzer daraufhin (in Großbuchstaben): „DANKE AN ALLE DIE GEHOLFEN HABEN, BESONDERS AN DIE MANTRAILER. JETZT HABE ICH DAS GRÖßTE GESCHENK BEKOMMEN WAS ES GIBT.“

Vor 10 Jahren bewahrte Christian den weiblichen Mischlingshund vor dem vorzeitigen Lebensende: „Ich habe sie damals aus Bulgarien aus einer Auffangstation gerettet, sonst wäre sie getötet worden.“

anschreibenGenau einen Monat nach dem Verschwinden flatterte dem erleichterten Hundebesitzer nun ein nachweihnachtliches Geschenk auf den Tisch: ein Verwarnungsgeld der Stadt Bad Honnef über 30 EUR.

„Sie montierten, verteilten oder überklebten auf Verkehrsflächen und in Anlagen sowie an den im Angrenzungsbereich zu den Verkehrsflächen und Anlagen gelegenen Einfriedungen, Hauswänden und sonstigen Einrichtungen und Gegenständen Plakate, Plakatständer, Flugblätter, Druckschriften, Handzettel oder sonstiges Werbematerial. Die Werbung/Plakate wurden an Bäumen oder sonstigen Anpflanzungen angebracht“, heißt es in dem Verwaltungsschreiben.

Diese Ordnungsmaßnahme machte nicht nur den in seinem Veedel stark engagierten Bürger fassungslos. Auch auf Facebook reagieren viele User mit großem Unverständnis.
Christian Johnke-Panzer: „Da verliert man seinen Hund eine Stunde vor HEILIG ABEND und macht sich wie verrückt Sorgen – und dann das.“

Er weist außerdem darauf hin, dass ihm die Mantrailer-Gruppe empfohlen hätte, so viele Flyer wie möglich aufzuhängen. Nachdem Becky wieder zuhause war, „habe ich unmittelbar alle Plakate versucht abzuhängen“, erklärte Johnke-Panzer.

Honnef heute hat um eine Stellungnahme der Stadt gebeten.

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