Evangelischer Kindergarten kann „Personal nicht mehr gerecht werden“

Nach 50 Jahren wird Trägerschaft abgegeben

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Symbolfoto

Rhein-Sieg-Kreis (ps) – Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Wachtberg hat beschlossen, die Trägerschaft für den Evangelischen Kindergarten Wachtberg-Ließem nach Ablauf des aktuellen Kindergartenjahres zum 1. August 2023 abzugeben.

Seit 50 Jahren ist der zweigruppige Kindergarten nun in Trägerschaft der Evangelischen Kirche, doch die Abgabe der Trägerschaft sei in den vergangenen Jahren immer wieder Thema gewesen: „Wir fühlen uns zu einer Weiterführung außerstande“, begründet die Kirchengemeinde ihre jetzige Entscheidung. „Wir können unserem Personal nicht mehr gerecht werden.“

Neben der schwierigen Personalsituation weist die Gemeinde auch auf die gestiegenen fachlichen und bürokratischen Herausforderungen hin. Im Gegensatz zu größeren Trägern fehlten der Kirchengemeinde, die nur Träger dieser einen Kindertagestätte sei, die notwendigen Kapazitäten. Die Anforderungen könnten so kaum erfüllt werden.

Für das Kreisjugendamt sind die beiden Gruppen der Evangelischen Kindertagesstätte Ließem fester Bestandteil der Kindergartenbedarfsplanung für die Gemeinde Wachtberg. „Unser Ziel ist es, jetzt so schnell wie möglich ein Interessenbekundungsverfahren einzuleiten und einen neuen Träger zu finden, damit ein nahtloser Übergang sichergestellt werden kann“, kündigt Beate Schlich, Leiterin des für die Gemeinde Wachtberg zuständigen Kreisjugendamts, an. „Die ersten Gespräche zwischen dem Träger, der Gemeinde Wachtberg und uns sind bereits erfolgt, um die notwendigen Schritte einzuleiten. Keines der jetzt betroffenen Kinder soll um seinen Kitaplatz bangen müssen.“

Die Gemeinde Wachtberg weiß um den Platzbedarf. So will auch sie alles in ihren Kräften Stehende dafür tun, dass es einen nahtlosen Übergang gibt und der Ortsteil Ließem auch in Zukunft über eine Kindertageseinrichtung verfügt. „Die Gemeinde möchte den Standort Ließem für eine Kindertagesstätte erhalten. Dies entspricht dem ausdrücklich formulierten Willen der politischen Gremien der Gemeinde“, teilt Wachtbergs Bürgermeister Jörg Schmidt mit.

„Eine frühzeitige Lösung und ein gangbarer Weg für Eltern, Kinder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist uns sehr wichtig“, sind sich die Evangelische Kirchengemeinde, die Gemeinde Wachtberg und das Kreisjugendamt einig. „Wir wollen gemeinsam dazu beitragen, eine gute Nachfolgeregelung zu finden.“

 

 

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