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Frisch geboren – Jungtiere in Wald und Feld

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Wild-Findlinge – nicht jedes Tier braucht menschliche Hilfe

Siebengebirge | Immer wieder stoßen Spaziergänger in dieser Jahreszeit auf Jungtiere in Wald und Feld und haben den Eindruck, dass diese verwaist sein könnten. Doch dies ist nicht immer der Fall, wie die Tierschützer vom Tierschutz Siebengebirge und die der Wildtierauffangstation ‚Retscheider Hof‘ in Bad Honnef wissen.

Wildkaninchen leben im Bau und das Muttertier ist die meiste Zeit bei seinen Jungen. Beim Auffinden von jungen Wildkaninchen sollte aus sicherer Entfernung festgestellt werden, ob das Muttertier in der Nähe ist.

Wildhasen hingegen leben in einer so genannten Sasse (eine flache Erdmulde zur Deckung und als Ruhelager). Hier bleibt das Muttertier oft Stunden von ihren Jungen weg. Dies tut sie ganz bewusst, um potentielle Fressfeinde von ihren Nachkommen abzulenken. Die Wildhäsin säugt ihre Kleinen nur 1-2 Mal pro Tag. Werden Wildkaninchen oder Wildhasen (Haarwild) von Menschenhand angefasst, verstoßen es die Tiereltern. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Haarwild und Federwild.

Bei jungem Federwild unterscheidet man zwischen Nestlingen und Ästlingen. Die Nestlinge sind noch nicht flügge, sondern sitzen noch im Nest. Ästlinge haben das Nest bereits verlassen, werden aber von den Eltern noch gefüttert. Beim Auffinden von Jungvögeln, die vielleicht aus dem Nest gefallen sind, können die Vögel vom Finder zurück in ihr Nest gesetzt werden. Die Vogeleltern nehmen ihr Vogelkind wieder an. Beim Auffinden von Ästlingen muss erkannt werden, ob das Tier lediglich seine ersten Flugproben absolviert und die Gegend erkundet. Meist sind die Vogeleltern in der Nähe. Somit sollte das Vogelkind auf seinem Platz belassen und aus großem Abstand weiterhin beobachtet werden.

Wasservogel-Eltern sind sehr fürsorgliche Elterntiere. Gerade Schwäne verteidigen sowohl das Gelege, wie auch ihre kleinen Küken vehement. Der Appell der Wildtierexpertin Steffi Huck vom Retscheider Hof lautet: „Bitte schreiten Sie nur ein, wenn ein Jungtier wirklich von seiner Familie getrennt wurde und den Anschluss nicht mehr bekommt oder aber ein Wasservogel ganz offensichtlich verletzt ist.“

Der Tierschutz Siebengebirge nimmt Hinweise an seiner Hotline entgegen. Wichtig sind dabei immer genaue Angaben der Fundstelle. Jungtiere sehen häufig verlassen aus – die Natur hat das bei vielen Arten zu ihrem eigenen Schutz auch so vorgesehen. Wenn Sie also Wildtiere beobachten, um festzustellen, ob sie verwaist sind, halten Sie vor allem jegliche Haustiere fern und halten Sie selbst möglichst großen Abstand. Wildtiere fühlen sich durch die Anwesenheit von Menschen gestört – es kann also sein, dass Sie vergeblich auf die Tiereltern warten. Wenn das Tier nicht offensichtlich verletzt oder völlig ausgekühlt ist, entfernen Sie sich. Schauen Sie nach einer halben oder nach einer Stunde nochmal nach. Wenn sich an der Auffinde-Situation bis dahin nichts geändert hat, ist der Griff zum Telefon angesagt. Der Retscheider Hof nimmt verletzte Wildtiere auf, sie werden dort gesund gepflegt und dann wieder in die Natur entlassen.

Haben Sie Fragen? Dann wenden Sie sich an die Hotline des Tierschutz Siebengebirge Tel. 0700/01230845 oder aber direkt an Steffi Huck und Nils Becker vom Retscheider Hof in Bad Honnef Tel. 02224/97690820.

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