Bad Honnef. An der Unterführung der B42 in Richtung Königswinter (Auffahrt Bonn/Linz) sowie am Fahrradweg „Zum Steinchen“ in Richtung Bad Honnef werden seit Wochen regelmäßig große Mengen Futter für Stadttauben ausgelegt. Was viele gutmeinende Menschen nicht wissen: Dieses sogenannte Bodenfutter schadet den Tieren – und verhindert nachhaltigen Tierschutz.
Die Stadttauben aus dem Bereich der Unterführung sind längst an ein betreutes Versorgungskonzept angebunden, erklärt Silvia Schulte vom Tierschutz Siebengebirge. Sie kennen den Weg zum Bauwagen beziehungsweise Taubenhaus in Rhöndorf und fliegen diesen gezielt an. Dort werden sie kontrolliert, artgerecht und hygienisch versorgt. Silvia Schulte organisierte vor fünf Jahren einen Bauwagen und funktionierte ihn gemeinsam mit anderen Taubenfreundinnen und -freunden zu einer neuen Heimat zunächst für die Bahnhofstauben um. Seitdem geht es nicht nur den Tauben besser, sondern der DB-Bereich einschließlich Unterführung ist zugleich frei von Taubenkot. Nun sollen auch die Tauben von der B42-Unterführung „umgesiedelt“ werden.
Unkontrollierte Futterstellen verhindern Hilfe
„Wenn Tauben Futter am Boden finden, bleiben sie genau dort“, erklärt der Tierschutzverein Siebengebirge. „Das widerspricht dem Konzept eines betreuten Taubenhauses komplett.“ Ziel dieser Einrichtungen ist es, Tauben aus problematischen Bereichen herauszulenken, ihre Gesundheit zu stabilisieren und die Population tierschutzgerecht zu regulieren.
Durch die wilden Futterstellen ist dieser Ansatz derzeit massiv gestört, so Schulte. Ehrenamtliche müssen die betroffenen Stellen inzwischen täglich abfahren und Futter entfernen – auf Grünflächen ist das jedoch kaum möglich.
Warum Bodenfutter für Tauben gefährlich ist
Ausgelegtes Futter auf Straßen, Wegen oder Grünflächen birgt zahlreiche Risiken:
- es liegt im Schmutz
- wird nass und schimmelt
- ist mit Abgasen, Urin und Müll (z. B. Zigarettenkippen) verunreinigt
- macht Tauben krank
- zieht Ratten und andere Nagetiere an
- gefährdet gesunde Tauben aus dem betreuten Bestand
Gut gemeintes Füttern kann so schnell zu Tierleid, Krankheitsausbrüchen und zusätzlichen Problemen im öffentlichen Raum führen.
Sichere Versorgung im Taubenhaus
Im Taubenhaus in Rhöndorf finden die Tiere alles, was sie brauchen: täglich frisches Wasser, artgerechtes Futter in sauberen Näpfen, Mineralien und gesunde Zusätze, eine kontrollierte und eine fachkundige Betreuung. Dieses Konzept gilt bundesweit als der einzige nachhaltige und tierschutzgerechte Umgang mit Stadttauben.
Stadt informiert – Unterstützung willkommen
Der Tierschutzverein steht bereits im Austausch mit der Stadt Bad Honnef, um Hinweisschilder gegen Wildfütterung an den betroffenen Stellen aufzustellen. Wer Tauben wirklich helfen möchte, kann dies auf sinnvolle Weise tun: durch aktive Unterstützung bei der Versorgung am Bauwagen oder mit einer gezielten Futterspende für das Taubenhaus.
Bei Fragen steht Silvia Schulte vom Tierschutzverein Siebengebirge zur Verfügung: Silvia.Schulte@tierschutz-siebengebirge.de .







