Ganz schön Döhl

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Wir erinnern uns noch an Testosteron-Schröder, als der in der Elefantenrunde Angela Merkel anmachte. CDU-Kreistagskandidat Klaus Döhl wäre damals als Gast im Studio mit seiner Art von Stressbewältigung aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen.

Gegen die damalige Veranstaltung war der Bürgermeisterkandidatentreff in der Jugendherberge wie Plätzchenbacken. Trotzdem hielt der gute Döhl den atmosphärischen Druck nicht aus und verlangte nach Witzen. Die sollten die Kandidaten erzählen, um die Atmosphäre wieder etwas zu lockern. Zwei tatens tatsächlich, Leiwig nicht.

Was für den einen schon zu viel war, entlockte dem anderen gerade mal ein Gähnen. „Ist doch gut, wenn die sich mal zoffen. Dann lernt man endlich die Unterschiede kennen.“

Das ist schwer genug. Zwar ist der Sozi gegen Privatisierung, der Schwarze dafür, Free Otto für interkommunale Zusammenarbeit, während die beiden anderen darin momentan nicht unbedingt die große Sinnerfüllung sehen. Aber sonst?

Da achtet der interessierte Wähler schon eher auf das „Wie-kommt-der-rüber?“

Wie kommt er rüber? Der Wolff: Wie ein Politprofi, redegewandt, mit lokalpolitischer Sachkenntnis – nun, die Politik, die nach Wally Feiden einen völlig neuen Schub kriegen soll, hat er schließlich mitgeprägt. Der Neuhoff: Hat das große Glück, dass er an der politischen Gestaltung der Vergangenheit nicht beteiligt war. Deshalb kann er sich so manche kesse Lippe leisten: Das geht gar nicht, ist nicht zu akzeptieren, da können Sie ruhig lachen, Sie Herr … Für Junge und Veränderer sicherlich interessant. Der Leiwig, der immer dann verbal stark wird, wenn es um Kinder, Bildung und Soziales geht. Das sind die weichen Themen, die jede Wahl entscheiden können.

Als Visionär kommt allerdings keiner  rüber. In zehn Jahren sind wir die kinderreichste Stadt zwischen Bonn und Koblenz, mit den meisten Wegen für Rolli- und Fahrradfahrer und einem Sportangebot, das Leistungs- und Hobbysportler begeistert. Warum sagt das niemand?

Wenns bei der letzten Runde am 19. Mai im Sibi mal wieder ein bisschen lauter werden sollte, kann Klaus Döhl die Kandidaten ja mal bitten, nackt zu tanzen. Wir sind gespannt.

 

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