„Gemeinsam statt einsam“ – Zukunftsvisionen für Bad Honnef

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Foto: Pixabay/Anemone123

Bad Honnef. „Gemeinsam statt einsam“ ist das Motto des seit 2020 bestehenden Kooperationsprojektes der Seniorenvertretung, des Amtes für Soziales und Asyl und des Bündnisses für Familie in Bad Honnef. Seitdem wurden zahlreiche Menschen zusammengebracht und unterschiedlichste Hilfestellungen geleistet.

So erfolgreich das Projekt in Bad Honnef läuft, so spannend ist die Frage, wie andere Kommunen der Herausforderung „Einsamkeit“ begegnen. Davon berichten kann nun Susanne Langguth, die in dieser Woche auf einer zweitätigen Konferenz und Zukunftswerkstatt im neu gegründeten Kompetenznetz Einsamkeit in Berlin teilgenommen hat.

„Erfahrungsaustausch, Netzwerkarbeit und die Zusammenarbeit möglichst vieler Akteure sind für die Herausforderungen der zunehmenden Einsamkeit in der Gesellschaft wichtig“, sagt Laura Solzbacher, Vorsitzende des Bündnisses für Familie. Sie dankte Susanne Langguth für das Engagement in Berlin: „Es geht uns darum, grundsätzlich ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Einsamkeit ein großes Thema ist und dass die Pandemie mehr als nur eine Schüppe drauf gepackt hat.“

Anders als vielfach angenommen, betrifft Einsamkeit bei weitem nicht nur ältere, sondern vor allem auch jüngere Menschen. Insgesamt sind in Deutschland nach Schätzungen der Bundesregierung etwa 15 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Menschen, die in größeren Städten leben, haben auch ein größeres Risiko zur Vereinsamung; der Trend zu Ein-Personen-Haushalten könnte ein Indiz dafür sein, dass das gesellschaftlich relevante Thema Einsamkeit noch zunehmen wird.

Finanziert durch das Bundesministerium für Familie, wird sich das Kompetenznetz Einsamkeit unter allen Aspekten auch wissenschaftlich mit dem Thema befassen. Ziel ist es Politik und Gesellschaft Lösungsansätze zu unterbreiten. Die Konferenz, auf der etwa 150 TeilnehmerInnen ihre Erfahrungen austauschten, war dafür der Startschuss. Bundesfamilienministerin Lisa Paus mahnte in ihrer Begrüßung zur Eile.

„Einsamkeit ist Seelenschmerz und macht krank. Dies ist eine der wesentlichen Erkenntnisse, die ich aus Berlin mitnehme. Wird doch damit deutlich, dass Einsamkeit auch eine gesundheitspolitische Tragweite hat und wir gut daran tun, uns zu kümmern‘, resümiert Susanne Langguth ihren Besuch in Berlin: „Inzwischen liegen medizinische Erkenntnisse vor, wonach die chronische Einsamkeit zu den wichtigsten Einflussfaktoren für die physische und psychische Gesundheit eines Menschen gehört.“

Die Honnefer Kooperationspartner wollen das Projekt „Gemeinsam statt einsam“ weiterhin aktiv bewerben und versuchen, vor Ort Angebote zu machen und Hilfestellungen – auch präventiv – zu leisten.

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