Bad Honnef. Mit dem Ziel, klassische Theaterstoffe einem breiten Publikum zugänglich zu machen, hat sich Mitte 2025 das Guerilla Theater gegründet. Hinter dem Projekt stehen die Schauspieler David Lenz, Pauline Lotz und Niklas Ester. Im Juni bringen sie nun William Shakespeares Tragödie „Othello“ in die Villa Schaffhausen nach Bad Honnef.
Der Name des Ensembles ist bewusst gewählt. „Guerilla“ leitet sich von einer Form der Kriegsführung ab, bei der mit ungewöhnlichen Mitteln und vergleichsweise geringem Aufwand eine möglichst große Wirkung erzielt werden soll. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die drei Gründer auf der Theaterbühne.
„Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Theater und insbesondere Klassiker wieder für das Publikum zu öffnen, die Hürde des ,intellektuellen Theaterbesuchs‘ aufzulösen und den Wunsch nach nahen, echten Erlebnissen zu wecken. Mit Qualität, Leidenschaft, einer Prise Humor sowie Identifikation hoffen wir, sowohl alte als auch junge Menschen in Bad Honnef für das Theater zu gewinnen“, beschreibt das Ensemble seine Motivation.
Mit „Othello“ haben sich die drei Schauspieler für eines der bekanntesten Werke William Shakespeares entschieden. Die Tragödie behandelt Themen wie Rassismus, Ausgrenzung, Machtmissbrauch, Manipulation und Eifersucht – und wirkt damit auch mehr als 400 Jahre nach ihrer Entstehung erstaunlich aktuell.
Die Handlung spielt in Venedig: Der ausländische General Othello hat heimlich die junge Desdemona geheiratet. Die Verbindung stößt bei vielen angesehenen Venezianern auf Ablehnung. Besonders der Fähnrich Jago fühlt sich übergangen und schmiedet eine perfide Intrige. Als Othello überraschend nach Zypern in den Krieg gerufen wird, sieht Jago seine Chance gekommen, seinen Plan umzusetzen – mit dramatischen und folgenschweren Konsequenzen.
Drei Schauspieler mit regionalen Wurzeln
Die Mitglieder des Guerilla Theaters verbindet nicht nur ihre professionelle Ausbildung, sondern auch ihre enge Beziehung zu Bad Honnef und der Region.
Pauline Constanze Lotz fand bereits im Alter von zwölf Jahren ihren Weg zur Musicalschule Schloss Hagerhof. Im Kurhaus Bad Honnef stand sie unter anderem in den Produktionen „Hinterm Horizont“, „Frühlingserwachen“ und „Rudolf – Affäre Mayerling“ auf der Bühne. Seit 2025 ist sie ausgebildete Schauspielerin. Engagements führten sie an die Studiobühne Siegburg und mit der Absolventenproduktion „Solaris“ zu den Heidelberger Theatertagen. Darüber hinaus arbeitet sie als Gesangs- und Schauspielcoachin sowie als Produktionsassistentin bei der Kölner Firma Funtastico.
Niklas Ester entdeckte seine Leidenschaft für das Schauspiel früh am Düsseldorfer Schauspielhaus bei einer Inszenierung von Goethes „Faust“. Nach seiner Schauspielausbildung folgten ein Gastengagement am Theater Bonn, verschiedene Kurzfilmproduktionen sowie eine Episodenrolle in der ARD-Serie „Mord mit Aussicht“. Aktuell steht er in der Produktion „Die sieben Sünden des William S.“ auf der Bühne.
David Lenz begann seine künstlerische Laufbahn zunächst als Schlagzeuger, bevor er an der Musicalschule Schloss Hagerhof Schauspiel und Gesang für sich entdeckte. Nach Auftritten in „Frühlingserwachen“ und „Rudolf – Affäre Mayerling“ absolvierte er 2024 die Schauspielschule Siegburg. Heute ist er am Theater am Ehrenbreitstein in Koblenz engagiert und spielt dort unter anderem in „Der Vorleser“ und „Der Enkeltrick“.
Aufführungstermine
Die Vorstellungen finden in der Villa Schaffhausen, Schaffhausenstraße in Bad Honnef, statt:
Samstag, 20. Juni 2026, 20 Uhr
Sonntag, 21. Juni 2026, 18 Uhr
Samstag, 27. Juni 2026, 20 Uhr
Sonntag, 28. Juni 2026, 18 Uhr
Der Eintritt beträgt 21 Euro. Karten sind online unter www.guerillatheater.de/othello erhältlich.
Mit ihrer Inszenierung möchten David Lenz, Pauline Lotz und Niklas Ester zeigen, dass große Theaterklassiker nicht verstaubt sein müssen. Stattdessen setzen sie auf unmittelbare Begegnungen, intensive Schauspielkunst und eine Inszenierung, die das Publikum nah an die Figuren und ihre Konflikte heranführt. Gerade die besondere Atmosphäre der Villa Schaffhausen dürfte dafür den passenden Rahmen bieten.











