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CDU Bad Honnef

Hansjörg Tamoj: "Ich denke, dass der Dialog geführt werden kann"

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Bad Honnef | In Ausschüssen und als sachkundiger Bürger im Rat ist er in der letzten Legislaturperiode einer der scharfen Zungen gewesen. Nun wurde Hansjörg Tamoj als Kandidat der CDU für den Bezirk Rhöndorf Süd in den Rat gewählt. Auch wenn er stets betont, er wolle als Rechtsanwalt weiterhin sein Geld verdienen, ist er sicherlich keiner, der sich höheren kommunalpolitischen Weihen verweigern dürfte.

Während heute schon einmal reflexartig versucht wurde, den mit über 60-prozentiger Mehrheit gewählten neuen Bürgermeister Otto Neuhoff gleich wieder zu demontieren, will Tamoj Lösungen, keinen politischen Streit. Das lässt hoffen, dass der neue Bürgermeister in der CDU-Fraktion einen weiteren konstruktiv handelnden Partner gefunden hat.

Honnef heute wollte von Hansjörg Tamoj wissen, ob er Rat und Bürgermeister für dialogfähig hält und ob er sich vorstellen kann, selbst einmal als Stadtoberhaupt zu kandidieren.

 


 

Honnef heute: Die CDU Bad Honnef erzielt bei der Ratswahl das beste Ergebnis, bei der Bürgermeisterwahl das schlechteste. Wie passt das zusammen?

Hansjörg Tamoj: Die BM Wahl ist eine Personenwahl, bei der es sehr auf den persönlichen Eindruck des Kandidaten ankommt. Dem gegenüber stehen bei der Ratswahl mehr die Sachthemen und der Eindruck über die Arbeit in der vergangenen Wahlperiode im Vordergrund. So gesehen ist auch ein Auseinanderfallen beider Ergebnisse erklärlich, wenn auch aus meiner Sicht enttäuschend. Denn Sebastian Wolff hat in der Vergangenheit als Fraktionsvorsitzender einen guten Job gemacht. Aber er hat sich damit nicht in der Öffentlichkeit profiliert, was manche gut finden; die Mehrheit offensichtlich aber nicht für überzeugend hält.

Honnef heute: Otto Neuhoff wird mit überragender Mehrheit zum Bürgermeister gewählt. Ist ein solch klares Votum gut für Bad Honnef?

Hansjörg Tamoj: Klare Voten sind immer besser, denn sie erschweren das Hadern mit der vergangenen Wahl. Sie erleichtern also den Blick in die Zukunft. Und auf die kommt es jetzt an.

Honnef heute: Wenn der von Neuhoff versprochene Dialog nicht funktioniert, kann es zu *Neuwahlen kommen. Wird diese Möglichkeit auf Ihrer Mitgliederversammlung nächste Woche Thema sein?

Hansjörg Tamoj: Mir ist von dieser Möglichkeit nichts bekannt und ich halte sie auch für rechtlich unmöglich. Ich denke auch, dass der Dialog geführt werden kann. Denn hier habe ich immer alle drei Kandidaten für stärker gehalten als die bisherige Amtsinhaberin. Mein Eindruck ist, dass wir nicht nur auf dem Chefsessel im Rathaus, sondern auch in den Fraktionen neue Kräfte sitzen haben, die mehr um die Lösung von Sachargumenten bemüht sind, als um den politischen Streit; jedenfalls würde ich mir wünschen, dass sich das durchsetzt.

Honnef heute: Ihr Alter und Ihre Erfahrung prädestinieren Sie, parteipolitisch mehr Verantwortung zu übernehmen. Würde das in Ihre Lebensplanung passen?

Hansjörg Tamoj: Ich habe mich ja entschlossen, mein ehrenamtliches Engagement mehr zugunsten der Kommunalpolitik auszurichten; übrigens, weil ich möchte, dass wir Bürger nicht nur meckern, sondern uns auch selbst in den Dschungel des politischen Geschäfts begeben, das nicht einfach ist. Aber ich bin auch noch im Sport aktiv und habe einen ambitionierten Beruf, den ich nicht vernachlässigen oder aufgeben werde.

Honnef heute: Einen Bürgermeisterkandidaten Wolff wird es höchstwahrscheinlich nicht mehr geben. Hätten Sie Spaß und Ehrgeiz, das Bürgermeisteramt irgendwann auszuüben?

Hansjörg Tamoj: Diese Frage wird mir seit drei Wahlperioden aus unterschiedlichen Richtungen immer wieder gestellt und sie schmeichelt natürlich auch ein wenig, wenn ich ehrlich bin. Aber meine Antwort ist wie immer: Ich bin Anwalt mit Leib und Seele und das bleibe ich auch.

 

* Bürgermeister haben wie jeder andere Beamte das Recht, jederzeit ihre Entlassung aus dem Beamtenverhältnis zu verlangen.

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