Bad Honnef. Traumhaftes Sommerwetter, beste Stimmung auf dem Siegfried-Westhofen-Schützenplatz und spannende Wettkämpfe: Das diesjährige Schützenfest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Bad Honnef 1325 bot den zahlreichen Besuchern zunächst den gewohnt stimmungsvollen Rahmen. Und dennoch wird dieses Fest in die Annalen der Bruderschaft eingehen – allerdings mit einem Novum, das es in der über 700-jährigen Vereinsgeschichte so noch nie gegeben hat: Bad Honnef bleibt in dieser Saison ohne Majestät.
Nachdem die Trophäen des Königsvogels unter großem Jubel gefallen waren, fand sich im Anschluss niemand bereit, den entscheidenden Schuss auf den Rumpf abzugeben. Damit bleibt die Königskette in diesem Jahr ungetragen.
Ein Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen
Was auf den ersten Blick überrascht, ist bei genauerer Betrachtung ein Symptom einer Entwicklung, mit der viele Traditionsvereine und das Ehrenamt im Allgemeinen seit Jahren zu kämpfen haben. Die Aufgaben einer Königin oder eines Königs sind ehrenvoll, aber zeitintensiv: Zahlreiche Auftritte, Termine bei befreundeten Bruderschaften und die Repräsentation des Vereins über ein gesamtes Jahr hinweg verlangen viel persönliches Engagement.
In einer zunehmend schnelllebigen und beruflich wie privat durchgetakteten Gesellschaft wird es für viele Menschen immer schwieriger, solche verbindlichen Verpflichtungen einzugehen. Das Ausbleiben eines Königsschusses in Bad Honnef führt damit drastisch vor Augen, vor welchen Herausforderungen das moderne Vereinswesen und die Ehrenamtskultur aktuell stehen.
Ehrung für langjähriges Engagement und kirchliche Verbundenheit
Dass gelebtes Ehrenamt dennoch die unverzichtbare Säule der Gemeinschaft bleibt, wurde im Rahmen des Festes eindrucksvoll gewürdigt: Stefan Wallbröhl erhielt für seinen herausragenden Einsatz die Auszeichnung im Rahmen der Initiative „Ehrenamt gewinnt“ des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen.
Die tiefe Verwurzelung der Bruderschaft in Glaube und Tradition spiegelte sich zudem im Festgottesdienst wider: Pfarrer Dlugosch knüpfte in seiner Predigt an das Evangelium von der Speisung der 5000 an und betonte, dass eine Gemeinschaft – und damit auch ein Verein – nur funktionieren kann, wenn jeder Einzelne bereit ist, seinen Anteil beizutragen.
Treffsichere Pfänderschützen und sportliche Erfolge
Auch wenn der Königstitel unbesetzt blieb, wurde auf dem Schießstand hervorragender Schießsport geboten. Bei den Trophäen des Königsvogels zeigten sich folgende Schützen treffsicher:
● Kopf: Gisela Menzel
● Rechter Flügel: Hans-Walter Drothen
● Schweif: Kira Behr
● Linker Flügel: Daniel Behr
Ein neuer Würdenträger konnte dennoch gefeiert werden: Mark Eschbach sicherte sich mit einem gezielten Schuss den Titel des Kogelkönigs.
Auch die befreundeten Gastvereine traten in spannenden Wettkämpfen gegeneinander an. In der Wertung der befreundeten Vereine setzten sich die Aegidienberger Mountain Shooters durch und holten den Sieg. Bei den Schützenvereinen des Kreises zeigte sich die St. Hubertus Schützenbruderschaft Bad Honnef-Selhof v. 1925 e.V. extrem treffsicher: Sie benötigte lediglich drei Schuss, um den Gastvogel zu fällen und den Sieg für sich zu entscheiden.
Dank an alle Unterstützer
Trotz der historischen Zäsur blickt die Bruderschaft auf ein gelungenes Festwochenende zurück. Präsident Sascha Hüsing spricht besonderen Dank an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den Sponsoren sowie den vielen Gästen, die den Weg auf den Siegfried-Westhofen-Schützenplatz gefunden und gemeinsam mit der Bruderschaft gefeiert haben.
Sascha Hüsing
St. Sebastianus Schützenbruderschaft Bad Honnef 1325 e.V.
St. Sebastianus Schützenbruderschaft: Niemand wollte auf den Rumpf schießen










