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Die Mitglieder des HC Bad Honnef pflegen ihre Platzanlage selbst - v.l. Uli Bayer, Harald Wegener, Wilhelm Strohmeier, Heinz-Dieter Plag

Bad Honnef – Wilhelm Strohmeier strahlte über das ganze Gesicht. Der Vorsitzende des Bad Honnefer Hockey Clubs, als Gast im Ausschuss für Stadt- und Quartiersentwicklung, Planen, Bauen und Digitalisierung (im allgemeinen Sprachgebrauch schlicht Bauausschuss) ohne Rederecht, erlebte live die Abstimmung über den Gemeinschaftsantrag von B90/Die Grünen, SPD und FDP, wonach „der weitere Bebauungsplan Hockeyplatz nicht weiter verfolgt“ wird. CDU und Bürgerblock hatten das Nachsehen. Der Rat muss diesem Votum noch zustimmen, dort haben die Antragsteller eine Stimme Mehrheit.

Ein Ende für die kleine, aber begeisterte Schar der Honnefer Hockey-Fans, scheint damit nach mehr als fünf Jahren Diskussion abgewehrt. Strohmeier: „Hockey läuft. Wir haben keine Mitgliederverluste durch Corona, einen engen Zusammenhalt im Verein, pflegen den Platz selber (rund 15.000,00 € pro Jahr für Wässern und Düngen), und sind für die gesamte Stadt da.“ U. a. hat die Selhofer Tanzgarde wg. Corona zwei Jahre auf dem Platz trainiert.

Weniger Erfolg war in der heutigen 7. Bauausschuss-Sitzung dem Sportplatz der Gesamtschule Sankt Josef (Träger: Erzbistum Köln) beschieden. Die Entscheidung, ob er trotz der von allen Fraktionen gewürdigten Gesamtplanung bleibt oder durch eine Art Pausenhofgelände mit rund 4.000 qm auf dem Gelände des ehemaligen Tagungshauses Sankt Magdalena ersetzt wird, wurde einstimmig vertagt. Allerdings erst nach langwieriger, engagierter Diskussion.

Der Plan des Erzbistums Köln, des Büros LK Architekten (Köln) und der Stadt Bad Honnef, sieht eine moderne Bebauung an Stelle des aktuellen Sportgeländes auf Sankt Josef (Bismarckstrasse) vor: mit rund 36 Wohnungen und rund 50 Parkplätzen für PKW in einer eigenen Garage vor. Die Vertreter des Bistums, Architekt Peter Thein und sein Kollege Herr Nörvenich (beide Abteilung Bau im Generalvikariat) sowie Dipl. Ing. Regina Leipertz, betonten der Versuch, familienfreundlich und ökologisch nachhaltig („Schöpfungsverantwortung“) zu bauen. Insbesondere soll für junge Familien bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Die Neubauten sollen sich *den historischen Gebäuden eher unterordnen und dennoch stilbildend“ sein.

Es scheint, so lassen sich die Aussagen der Bistums-Vertreter deuten, dass Schulträger und Schulleiter dieses Konzept mittragen.

In der gesamten fair, klug und sachbezogen geführten Debatte zu beiden Vorhaben (Hockeyplatz, Sportplatz St. Josef) lassen sich diese Grundpositionen herausfiltern: auf der einen Seite der unbedingte Wille, für junge Familien bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Das geht im Talbereich nur mit Investoren“, so der Ausschuss-Vorsitzende Hansjörg Tamoj (CDU). Auf der anderen Seite der politische Wille, künftig stärker in das Gemeinwohl zu investieren. „Die Stadt hat seit Jahren Grundstücke verkauft. Das wollen wir nicht mehr“, so Annette Stegger (SPD).

Die seit der zurückliegenden Kommunalwahl veränderte Mehrheitssituation im Rat der Stadt verbürgt zumindest dies: eine lebendigere und nicht nur an Rendite orientierte Politik.

Heino Gröf

3 Kommentare

  1. Dem Erzbistum Köln (Chef: der grandiose Kardinal Wölki, der allen Grund hätte, gutes zu tun) geht es nicht um junge Familien, sondern um Geld.

  2. Es freut mich, dass Sie die Diskussion im Ausschuss fair, klug und sachbezogen fanden. Nur geben Sie meine Ausführungen nicht richtig wieder. Preisgünstigen Wohnraum garantieren nicht Investoren. Ihn können wir nur dort darstellen, wo die Stadt selbst Eigentümer ist oder ein Investor die Immobilie im Bestand hält, vermietet und nicht mit maximalem Gewinn weiterverkauft. Allen Projekten, die diese Möglichkeit im Talbereich unserer Stadt eröffnen, habenSPD und Grüne in der Vergangenheit eine Absage erteilt. Sie stehen auch dem Vorhaben an der Königin Sophie Straße mehr als nur kritisch gegenüber und freuen sich geradezu ( so Herr Freudenberg SPD im Ausschuss) die Bebauung am Hockeyplatz verhindert zu haben. Dort sollten 48 Wohneinheiten entstehen. Aus dem Erlös sollte das Stadion Menzenberg saniert werden, das allen Sportlern in Bad Honnef zu Verfügung steht. Was jetzt bleibt ist ein Hockeyplatz, der einem Verein alleine dient. Die Sanierung des Stadions rückt in weite Ferne….. Ich kann dieses Ergebnis nicht fair, klug und sachbezogen finden.

    Hansjörg Tamoj (CDU)

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