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Honnefshopping oder doch Amazon?

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Es hat wirklich lange gedauert, bis man in Bad Honnef das Wort INTERNET in den Mund nehmen durfte, ohne ausgelacht zu werden. Allmählich sind auch Gestrige willens, sich der Wirklichkeit nicht zu verschließen.

Das Tollste an vielen Internet-Angeboten ist, dass die meisten umsonst sind – von Wikipedia bis zum News-Portal. Nun soll es bald ein Online-Portal mit Shop für den Einzelhandel in Bad Honnef geben. Die Stadt verspricht den Händlern, sie brauchen dafür nichts zu bezahlen. Das macht der Steuerzahler: 100.000 EUR das Land, 100.000 die Stadt.

Ob dieses Geld gut investiert wird, ist eine spannende Frage. In Wuppertal hat es nicht ausgereicht. Nach zwei Jahren stand das Projekt wirtschaftlich deutlich vor dem grünen Bereich und muss nun weiter öffentlich finanziert werden. Bad Honnef hat 320.000 Einwohner weniger, entsprechend weniger Konsumenten.

Die Honnefer Politik steht hinter dem Projekt, eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen. Befragte Händler sind skeptisch. Sie fürchten vor allem die mit dem Onlineportal einhergehenden notwendigen Ressourcen. So geht es nicht ohne Schulung, ohne ständige Aktualisierung der Produktangebote, Anpassung der Preislisten, ein digitales Warenwirtschaftssystem. Hinzu kommen die logistischen Anforderungen beim Wareneinkauf, bei Reklamation und beim Umtausch. “Ein Shop kommt für mich nicht infrage”, so eine Innenstadt-Händlerin, die nicht genannt werden will, “wie soll ich das denn alles schaffen?”

Händler, die auf Online-Märkten vertreten sind, erleben offensichtlich weniger einen Umsatz-Boom, eher sprechen sie von einer höheren Frequenz im stationären Shop. Fachleute sind der Überzeugung, mindestens drei bis vier Jahre gehen ins Land, bis sich der Aufwand auch in der Kasse bemerkbar macht.

Klar ist, dass etwas in Bad Honnef geschehen muss. Da ist ein Portal, das den Geschäftsleuten eine gute Präsenz im Internet ermöglicht, der richtige Weg. Ob ein Bad Honnefer Online-Shop attraktiv genug sein wird, um sich gegen Amazon, Ebay und Co. behaupten zu können, steht auf einem anderen Blatt.

 

 

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Teure Spielerei

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Digitaler Fortschritt in Bad Honnef  ist wie in früheren Jahren Frauenfußball beim DFB: wollen wir nix mit zu tun haben. Große Teile der städtischen Geschäftswelt haben ihren Teil dazu beigetragen, scheu(t)en die Entwicklung wie der Teufel das Weihwasser. Versuche verschiedener (idealistischer) Anbieter, den Handel ins Netz zu bekommen, schlugen kläglich fehl.

Dann sprudelten Fördergelder. Besonders  die GRÜNEN sind bei solchen Angeboten kiwief: “Am 31. fahren Thomas Bock, Georg Zumsande, Helmut Böndel und Burkhard Hoffmeister zum Wirtschaftsförderer des Rhein-Sieg-Kreises, Dr. Hermann Tengler. Als Kreistagsmitglied hatte Hoffmeister ein Förderprogramm der EU entdeckt, das stationären und Internethandel zusammendenkt – und den Termin vermittelt. Tengler hört zu und unterstützt nach Kräften”, schreibt die Honnefer Wochenzeitung.

Da waren sich Neuhoff und Hoffmeister noch gut. Der Bürgermeister sprang auf den Zug und kurbelte – wie man ihn kennt –  an. Auch Skepsis aus Fachkreisen ließ ihn nicht zweifeln. Kiez kam! Mit Unterstützung der Bad Honnefer Politik.

Nun ist der Katzenjammer groß: wenig Händler, wenig Kunden, wenig Umsatz. Bis 2022 kein Land in Sicht, rechnet die Verwaltung vor und will dennoch an dem Onlineportal festhalten. Weil digital ja die Zukunft ist. Es müssen halt nur die Händler, Kunden und Investoren umdenken. Kein Wort in der Verwaltungsvorlage über konzeptionelle und strukturelle Schwächen des Projekts “Kiezkaufhaus”. Wurde im Vorfeld analysiert, ob Bad Honnef überhaupt der richtige Standort für eine solche Innovation ist?

Die Begründung für eine Fortführung des Onlineportals liest sich, als würde nach 2022 alles gut. Hauptsache ein Lebensmittelhändler macht mit. Denn bei Gesprächen mit anderen Plattformbetreibern sei deutlich geworden, dass mehr als die Hälfte der Umsätze aus dem Handel mit Lebensmitteln erzielt werden. Wer allerdings verkauft in der City Lebensmittel? Warum sitzt dann beispielsweise HIT nicht mit im Boot?

Und angesichts der Kosten: Warum sollen Steuerzahler ein Projekt für Gutbetuchte finanzieren?

Fragen über Fragen. Die Antwort kann eigentlich nur heißen: Keine weitere Verschwendung von Steuergeldern. Bad Honnef muss sich digital entwickeln, ein Kiezkaufhaus wie dieses ist jedoch nichts anderes als eine teure Spielerei. Es gibt interessantere Möglichkeiten. Bonn und Rhein-Sieg-Kreis zusammendenken wäre (vielleicht) eine.

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Der Hans, der kanns

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Gerade nochmal gutgegangen. Bevor der große Inselansturm stattfindet, fanden Verwaltung und Rat einen neuen Pächter für das Inselcafé. Das Wetter spielt zurzeit auch mit: Nach einem kühlen Bier ist bei diesem Mai-Wetter wohl niemandem unter freiem Himmel zumute.

Eigentlich war der Wettlauf mit der Zeit unnötig, denn der Erfolgsgastronom stand schon von Beginn an parat. Und ist aus der Heimat. Mit dem Biergarten in Rheinbreitbach und dem Anleger 640 betreibt Hatterscheid drei Adressen, die man gerne ansteuert. Mit der Verpachtung der ehemaligen Scheinbar liefs nicht ganz so gut. Aber dort sind ja seit ein paar Wochen die Rollläden auch wieder hochgezogen.

Mal sehen, was der Profi aus dem Kombipaket macht. Der Biergarten dürfte ein weiteres RheinAir werden. Das Café wird hoffentlich kein Edelrestaurant, wie es sich so manche hier wünschen, sondern ein Angebot fürs Volk. Wir setzen da ganz auf Instinkt und Erfahrung des RheinMeilen-Gründers. Der Hans, der kanns.

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Ein Kaufhaus für Gutbetuchte

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Es ist ja in Ordnung, wenn man Neues probiert und mit Vehemenz auf den Erfolg pocht. Aber bei allem Respekt: Sollten sich die Verantwortlichen beim Kiezkaufhaus Bad Honnef nicht ein bisschen zurückhalten? Das Projekt ist bislang alles andere als eine Erfolgsgeschichte – und wird es jemals eine werden?

Wenn das Kiezkaufhaus funktionieren sollte, dann allenfalls als Vertriebsangebot für Gutbetuchte. Würden Sie sich eine Flasche Punktlandung von Lorenz und Söhne über den Kiezshop für 6.90 EUR kaufen und für 5 oder 7 EUR liefern lassen? Oder eine Cru de Cao Ghana 100%-Schokolade für 4,90 EUR? Oder Kreidefarbe für 5,99 EUR? Es macht allenfalls Sinn, wenn man Menge kauft. Aber wer kann sich das bei diesen Produkten und Preisen eigentlich leisten?

Wenn ein Professor die Chance für das Kiezkaufhaus nicht in der “Quantität, sondern Qualität” sieht, dann ist das ja gut gemeint. Aber: Die Qualität in diesem Sinne ist halt sehr teuer und die Produkte sind sicherlich nicht überlebenswichtig.

Bisher finanziert der Steuerzahler ein Projekt für überwiegend teure Angebote und gut betuchte Kunden. Wenn aus dem Kiezkaufhaus was werden soll, wird sich am Konzept und der Preisgestaltung etwas ändern müssen.

 

 

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