Inseldesaster: Politik will Heft des Handelns in die Hand nehmen

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Resolution gefordert. Damit es in Zukunft nicht so leer aussieht!

Bad Honnef – Im Zusammenhang mit den geplatzten Konzerten auf der Insel hat Bad Honnef einen großen Imageschaden erlitten. Eine politische Aufarbeitung ist unausweichlich. Im Raum stehen Vorwürfe fundamentalistischem Verhaltens gegenüber dem BUND, der wiederum unterstellt  Bezirksregierung, Kreis und Stadt Verabredungen, um den Schutz der Schutzgebietsverordnung außer Kraft zu setzen. Bestätigt sich das, müssen in beiden Fällen Konsequenzen folgen.

Die Politik, die in Bad Honnef gerne schonmal alle Neune grade sein lässt und der mit dem Weggang von Hansjörg Tamoj auf der einen, sowie durch den Todesfall von Burkhard Hoffmeister auf der anderen Seite zwei Motoren für einen kritischen, konstruktiven Diskurs verloren hat, hat wohl erkannt, dass sie gefordert ist. Den Aufschlag macht die CDU.

Sie bemängelt die allgemeine PR über die Inselkonzerte. Teilweise seien Beschlüsse der Gerichte in Folge einer Klage des BUND „kontrovers, überwiegend allerdings mit Bestürzung“ besprochen worden. Nun wollen die Christdemokraten diese Thematik zukünftig verstärkt in der Verantwortung der Kommunalpolitik liegen sehen. Die Fraktion regt eine Resolution an, die in der kommenden Ratssitzung abgestimmt werden soll.

Fraktionsvorsitzender Rolf Cremer: „Inhaltlich besteht zwischen den Parteien durchaus viel Einigkeit was die Vereinbarkeit von Naturschutz und gesellschaftlichem Leben auf der Insel Grafenwerth angeht. Es wäre ein wichtiges Zeichen, hier gemeinsam politisch Stellung zu beziehen.“

Nach Vorstellungen der CDU soll der Rat unter anderem eine sichere rechtliche Grundlage für die künftige Nutzung der Insel Grafenwerth für Kulturveranstaltungen fordern, insbesondere, „weil Veranstaltungen unterschiedlicher Art quasi Bestandteil der Insel als identitäts- und lebensqualitätsstiftende Kulturlandschaft für Bad Honnef sind. Auch und besonders, weil die Insel seit weit über hundert Jahren für Erholung, Entspannung, Sport und Freizeitgestaltung von Jung und Alt täglich und selbstverständlich genutzt wird und unbedingt weiterhin genutzt werden soll“.

Der CDU-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Jonathan Grunwald ist der Auffassung, der Rat solle gemeinsam festhalten, dass alle Parteien, bzw. Fraktionen gemeinsam mit der
Stadtverwaltung einen politischen Prozess in Gang setzen, der über den Landrat des Rhein-SiegKreises bis zur Bezirksregierung nach Köln als Verordnungsgeber solide Lösungsmöglichkeiten entwickelt.

* Anmerkung von Honnef heute: Nicht nur rechtliche Grundlagen sollten geschaffen werden, auch inhaltliche. Beispielsweise könnten die Angebote generationsgerecht ausgewählt werden. Vielleicht eine gemeinsame Aufgabe von Stadtjugendring, Seniorenvertretung und Bündnis für Familie?

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