Jugendliche Mädchen belasten zunehmend Schulängste

Familienberatungsstelle stellt Jahresbericht 2021 vor

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Bad Honnef/Königswinter – Nach der Vorstellung in den Jugendhilfeausschüssen der Städte Bad Honnef und Königswinter veröffentlicht die interkommunale Familien- und Erziehungsberatungsstelle der beiden Siebengebirgsstädte (FEB) ihren Jahresbericht 2021. Neben der Jahresstatistik bietet der Bericht einen ausführlichen Einblick in die Arbeit der FEB.

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Auch im zweiten Jahr der Pandemie drehte sich vieles in den Beratungsgesprächen um die familiären und persönlichen Belastungen in der Coronazeit. Insbesondere die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche bilden daher einen inhaltlichen Schwerpunkt des diesjährigen Jahresberichtes. Nach dem spürbaren Rückgang der Neuanmeldungen im Berichtsjahr 2020 sind mit 317 Neuanmeldungen die Zahlen der Anmeldungen im Jahr 2021 wieder deutlich gestiegen: ein Plus von 24,5 % gegenüber dem Vorjahr. Seit Einführung der digitalen Datenerfassung im Jahr 2015 ist dies nach dem Jahr 2018 der zweithöchste Anmeldestand bei den Neuanfragen.

Insbesondere angestiegen ist die Anmeldezahl der jugendlichen Mädchen. Im Verhältnis zu den Jungen in der Altersgruppe der 12 bis 18-jährigen stieg deren Anteil um 20%. Themen in der Beratung waren u.a. Ängste im Zusammenhang mit der Schule. Häufig geäußert wurden dabei Leistungseinbrüche oder eine gefühlte Überforderung mit den Anforderungen des Schulalltags. Hinzu kam bei vielen Jugendlichen ein Gefühl der Einsamkeit durch den Wegfall von sozialen Beziehungen und fehlender Teilhabe am sozialen Leben, denen gerade in der Pubertät eine wichtige Bedeutung zu kommt.

Die FEB führt den Rückgang bei den Anmeldungen von männlichen Jugendlichen u.a. darauf zurück, dass Jungen gesellschaftlich nach wie vor weniger gelernt haben, ihre Belastungen nach außen zu zeigen und darüber zu sprechen – anders als gleichaltrige Mädchen. Die Folge: Jungen ziehen sich zurück und tauchen ab. Nicht verwunderlich, dass viele Eltern in den Beratungsgesprächen 2021 den erhöhten Medienkonsum ihrer Söhne thematisierten.

Aus Sicht der FEB erfreulich ist der Rückgang der Beratungsanfragen im Kontext einer vermuteten möglichen Kindeswohlgefährdung durch Mitarbeitende von Institutionen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern im Kontakt standen. Stieg die Anzahl der InsoFa- Beratungsanfragen im Jahr 2021 um 50% auf insgesamt 40 Anfragen noch sprunghaft an, so ist die Gesamtzahl der Beratungen durch die Fachkräfte in 2022 mit bisher 28 Anfragen nach wie vor hoch, doch vergleichsweise in etwa auf dem Stand der Vorjahre.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das dritte Jahr der Pandemie auf das Familienleben und deren Mitglieder auswirkt. Wie in den zurückliegenden Jahren wird das Team der FEB hier flexibel auf die Bedürfnisse von Eltern und deren Kindern reagieren.

Der vollständige Jahresbericht sowie die dort genannten Filmbeiträge und Hintergrundinformationen zu Veranstaltungen der FEB im zurückliegenden Jahr steht Interessierten auf der Homepage der FEB digital unter www.koenigswinter.de/de/aktuelles.html zur Verfügung.

 

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