Rhein-Sieg/Bonn – In Bad Honnef und der Region beginnt diese Woche der Straßenkarneval. Donnerstag geht es bereits in Bonn und Köln los, während in Bad Honnef und Köwi Weiberfastnacht überwiegend inhouse  stattfindet. Samstag startet Bad Honnef den Straßenkarneval mit der Marktschau auf dem Rathausplatz und in Königswinter gehen die ersten Züge in Vinxel und Ittenbach. Bis Dienstag ziehen weitere Zügen durchs Siebengebirge.

Doch nicht alles, was in der jecken Zeit passiert, ist auch lustig. So wurden der ehemaligen Bonner Karnevalsprinzessin Alexandra Roth sogenannte K.O.-Tropfen ins Kölsch geschüttet – für Betroffene beginnt nach kurzer Zeit ein Alptraum. Sie verlieren vollkommen den Kontrollverlust, werden willenlos und schweben im schlimmsten Fall in Lebensgefahr. Auch in Bad Honnef waren in den vergangenen Jahren K.O.-Tropfen immer wieder ein Thema.

Alexandra Roth gründete daraufhin No! K.O.!, die unter anderem von Köbes Roger Moore, Sibbeschuss und Liselotte Lotterlappen unterstützt wird. Auch der Circus Comicus sammelt Gelder für die Initiative, die mit Armbändern auf die Problematik aufmerksam macht. Wer die Comicus-Parties besucht, bekommt die Armbänder dort kostenlos.

Aber es lauern an den jecken Tagen weitere Gefahren. Damit der eigene Spaß und die eigene Sicherheit nicht zu kurz kommen, gibt die Polizei Tipps gegen Belästigung und für einen sicheren Heimweg. Mitunter kann es vor allem aufgrund von hohem Alkoholkonsum zu Belästigungen und körperlichen Auseinandersetzungen kommen. Auch Freunde und Bekannte müssen Grenzen akzeptieren und dürfen zurückgewiesen werden.

Bei aller Ausgelassenheit sollte sich jeder auch vor Konflikten und Belästigung schützen. Entscheidend ist eine umgehende Reaktion im Ernstfall. Dazu gehören ein sicheres Auftreten und bei Bedarf ein schnelles Handeln. Niemand darf Opfer von Belästigungen werden. Mutmaßliche Täter sollten auf keinen Fall zusätzlich provoziert werden.

„In einer ernsten Situation ist es wichtig, andere um Mithilfe zu bitten, selbst für andere einzustehen, sich aber dabei nicht in Gefahr zu bringen“, sagt Dr. Stefanie Hinz, Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. „Wer sich sicherheitsbewusst im öffentlichen Raum bewegt, kann sich vor vielen Gefahren schützen.“

Dazu gehört auch, das Geld für den letzten Drink lieber in eine Taxifahrt nach Hause zu investieren und die beleuchtete Hauptstraße der dunklen, schnelleren Abkürzung vorzuziehen.

Damit jeder Jeck sicher durch den Karneval kommt, rät die Polizei:

• Achten Sie aufeinander. Gehen Sie am besten in der Gruppe und versuchen Sie einander den Abend über im Blick zu behalten.
• Wenn Sie bemerken, dass eine Freundin oder ein Bekannter besonders angetrunken ist, sorgen Sie für einen sicheren Heimweg. Rufen Sie zum Beispiel ein Taxi.
• Achten Sie auf Ihr und die Getränke Ihrer Begleitpersonen. Lassen Sie diese nicht unbeaufsichtigt stehen.
• Wehren Sie sich gegen Belästigungen und unerwünschten Körperkontakt – auch bei Bekannten. Seien Sie selbstbewusst und machen deutlich, dass Sie dieses Verhalten nicht tolerieren.
• Bitten Sie andere um Mithilfe (Freunde, Außenstehende oder Mitarbeiter des Veranstaltungsortes).
• Sorgen Sie dafür, dass Ihr Handy aufgeladen und griffbereit ist, damit Sie im Ernstfall die Polizei verständigen können.
• Wenden Sie sich sofort an die Polizei unter 110, wenn Sie oder andere bedroht oder angegriffen werden.
• Achten Sie auf einen sicheren Heimweg: Nutzen Sie öffentlichen Verkehrsmittel oder Taxis.

Wichtig zu wissen: Der Einsatz von Pfefferspray oder Reizgas ist nicht immer eine effektive Hilfe. Sie können das aggressive Verhalten von Tätern steigern und dadurch das Verletzungsrisiko für das Opfer erhöhen.

Auch spezielle Apps für einen sicheren Heimweg sind kein Ersatz für die Polizei. Nur sicherheitsbewusstes Verhalten und der sofortige Notruf in einem Ernstfall können zu Ihrem Schutz beitragen.

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