Bad Honnef/Bonn. Künstliche Intelligenz verändert den Alltag – und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für Betrüger. Das zeigt der aktuelle Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). Demnach überprüft nur etwa jede fünfte Person in Deutschland aktiv die Quelle von Online-Inhalten – ein Einfallstor für gezielte Täuschung.
Zwar glaubt fast die Hälfte der Internetnutzerinnen und -nutzer, KI-generierte Inhalte erkennen zu können. Doch in der Praxis zeigt sich ein anderes Bild: Nur 28 Prozent haben schon einmal gezielt nach Unstimmigkeiten in Bildern gesucht, etwa fehlerhaften Schatten oder anatomischen Details. Noch weniger – lediglich 19 Prozent – prüfen die Herkunft von Informationen genauer.
„KI-generierte Inhalte sind längst im Alltag angekommen“, warnt BSI-Präsidentin Claudia Plattner. Umso wichtiger sei es, deren Ursprung kritisch zu hinterfragen und typische Manipulationsmerkmale zu kennen.
Besonders im Fokus der Ermittler steht aktuell der sogenannte Cybertrading-Fraud. Dabei locken Kriminelle mit vermeintlich lukrativen Geldanlagen im Internet. Häufig kommen dabei täuschend echte Videos zum Einsatz, in denen bekannte Persönlichkeiten scheinbar für hohe Renditen werben. „Hier gilt es, innezuhalten und zu prüfen, ob ein Angebot realistisch ist – oder schlicht zu gut, um wahr zu sein“, erklärt Stefanie Hinz, Vorsitzende des ProPK.
Besorgniserregend ist auch das geringe Wissen über technische Betrugsmethoden: Nur 38 Prozent der Befragten halten es für möglich, dass manipulierte KI-Systeme sensible Daten weitergeben könnten. Dass versteckte Anweisungen in Dokumenten KI-Systeme beeinflussen können, ziehen lediglich 40 Prozent in Betracht – obwohl solche Szenarien längst Realität sind.
Der Cybersicherheitsmonitor zeigt zudem: Rund ein Drittel der Bevölkerung hat bisher keine einzige Maßnahme ergriffen, um KI-generierte Inhalte zu erkennen. Immerhin geben 40 Prozent an, zumindest gelegentlich die Plausibilität von dargestellten Szenen zu hinterfragen.
BSI und ProPK reagieren mit Aufklärung: Beide Institutionen stellen online Checklisten bereit, die helfen sollen, manipulierte Inhalte zu erkennen und sich vor Betrugsversuchen – etwa beim Onlinebanking oder bei Geldanlagen – zu schützen.
Die Ergebnisse basieren auf einer bundesweiten Befragung von mehr als 3.000 Menschen ab 16 Jahren Anfang Januar 2026. Eine umfassendere Auswertung zur Betroffenheit und zum Schutzverhalten soll am 11. Mai veröffentlicht werden.
Für Leserinnen und Leser im Siebengebirge bedeutet das: Wachsamkeit im Netz wird immer wichtiger. Wer Inhalte kritisch prüft, Quellen hinterfragt und bei ungewöhnlich attraktiven Angeboten skeptisch bleibt, kann sich wirksam vor digitalen Betrugsmaschen schützen.












