Leitfaden Gesundheit – Zweisprachige Hilfe bei Notfällen, Arztbesuchen und im Krankenhaus

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Dr. Hans-Jörg Marsteller (von rechts) und Helga Ebel-Gerlach haben den Leitfaden Gesundheit auf Deutsch und Ukrainisch maßgeblich gestaltet und nun an Nadine Batzella, Leiterin des Fachdienstes Soziales und Asyl, und Holger Heuser, Erster Beigeordneter der Stadt Bad Honnef, übergeben - Foto: Stadt Bad Honnef

Bad Honnef. Zwei Monate nach Beginn des Kriegs in der Ukraine ist die Zahl der in Bad Honnef aufgenommenen Geflüchteten aus der Ukraine auf über 280 gestiegen und weiter steigend. Den Geflüchteten, den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in der Flüchtlingsarbeit, sowie dem medizinischen Personal in Arztpraxen, im Krankenhaus und anderen Gesundheitseinrichtungen in Bad Honnef stellt der Verein Gesundes Bad Honnef e.V. den druckfrischen „Leitfaden Gesundheit“ in deutscher und zugleich ukrainischer Sprache kostenlos zur Verfügung.

Der Leitfaden ist zweisprachig aufgebaut, erhält viele Piktogramme und Zeichnungen und informiert auf Deutsch und Ukrainisch, wie man sich in Notfallsituationen wie einem Herz-Infarkt verhalten soll, welche Impfungen in Deutschland angeboten und empfohlen werden, wie Medikamente und Ernährung beschrieben und für welche Krankheitsbilder entsprechende Fachärzte zuständig sind.

Mit dem Leitfaden können ukrainische Patientinnen und Patienten, begleitende Personen und medizinisches Fachpersonal gemeinsam Krankheitsbilder, Diagnosen und Therapien sich gegenseitig leicht und verständlich beschreiben.

Erstellt wurde der neue Leitfaden Gesundheit auf Deutsch und Ukrainisch vom Verein Gesundes Bad Honnef e.V. unter redaktioneller Leitung von Dr. med. Hans-Jörg Marsteller. Satz und Layout hat Helga Ebel-Gerlach von der Agentur creativ – Die Event- und Medienpartner übernommen. Bürgerstiftung Bad Honnef sowie die Stadt Bad Honnef haben gemeinsam die Druckkosten der ersten 600 Exemplare übernommen.

Der Leitfaden Gesundheit ist mehr als eine Übersetzungshilfe, betont Dr. med. Hans-Jörg Marsteller: „Mit seiner inhaltlichen Bandbreite und seiner Art ist der Leitfaden in dieser Art bundesweit sicherlich einmalig.“ Erst vor drei Wochen war die Idee zum Leitfaden entstanden, berichtet der Internist, Gastroenterologe und Hausarzt, der aus der Praxis die Sprachbarrieren bei der Untersuchung und Therapie von Patientinnen und Patienten kennt. Mit Hilfe zweier ukrainischer Frauen, die gut Deutsch sprechen, sei der Leitfaden übersetzt worden, dankt Helga Ebel-Gerlach für die schnelle und gute Zusammenarbeit: „Es gibt derzeit viele Publikationen, die entweder auf Deutsch oder Ukrainische angeboten werden. Das Problem dieser Publikationen ist, dass man diese erst nebeneinanderlegen muss, um sich zu verständigen. Weil das Zeit kostet und eine Fehlerquelle sein kann, haben wir unseren Leitfaden direkt zweisprachig angelegt. Wir wollen den Leitfaden nach den Rückmeldungen der Ärzte ergänzen und bieten als Verein auch an, den Leitfaden für die Nutzung in anderen Städten und Gemeinden kurzfristig zu individualisieren.“

In den kommenden Tagen wird der neue Leitfaden an die lokalen Arztpraxen in Bad Honnef sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in der Arbeit mit ukrainischen Geflüchteten verteilt, kündigt Nadine Batzella, Leiterin des Fachdienstes Soziales und Asyl der Stadt Bad Honnef an: „Wir stehen mit den Arztpraxen in ständigem Kontakt, da wir als Stadt bei Bedarf Begleiter und Übersetzer vermitteln können. Der Leitfaden unterstützt diese Arbeit und insbesondere die Verständigung auf hervorragende Art und Weise.“
Der Leitfaden Gesundheit sei ein hervorragendes Beispiel, das Schule machen solle und als Publikation auch für andere Kommunen wertvoll sei, betont Holger Heuser, Erster Beigeordneter der Stadt Bad Honnef: „Die Vielfalt an Themen, aber auch die kurzen, prägnanten Texte und Piktogramme helfen ungemein. Zugleich erhält man niederschwellige Informationen über die umfassenden Möglichkeiten der Vorsorge und die Zuständigkeiten im deutschen Gesundheitssystem. Eine Lektüre, die professionell und zugleich leicht verständlich informiert und damit für die deutsche wie auch die ukrainische Leserschaft lesenswert ist.“

Thomas Heinemann

 

 

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