Bernhard Hanneken
Bernhard Hanneken - Quelle: Veranstalter

Bad Honnef – In den 1970er Jahren geschah in Deutschland Ungeheuerliches: Eine Jugend, die aufgewachsen war mit Hazy Osterwald und dem Blauen Bock im Westen, mit Herbert Roth und dem volkseigenen „Lipsi“ im Osten, mit den Beatles und den Rolling Stones hüben und drüben, ließ sie sich von den lebensfrohen Sauf-, Rauf- und Protestliedern irischer Provinzen anstecken und griff selbst wieder zu vergilbten Liederbüchern, um alte deutsche Lieder zu singen.

In beiden Staaten war es eine Nischenmusik, handelte es sich um einen Gegenentwurf – zum kommerziellen respektive ideologisch verordneten Kulturbetrieb, zu gängigen Lebensmustern, zur politischen und gesellschaftlichen Macht. Die Grundhaltungen waren gleich: anti-bürgerlich, oppositionell, friedensbewegt, sozial, gegen Atomkraft, für die Emanzipation, alternativ.

Als „Deutschfolk“ ging das Phänomen in die Kulturgeschichte ein.

In diesem Buch unternimmt der Autor Bernhard Hanneken erstmals den Versuch, die Geschichte des Volkslied-Revivals in beiden deutschen Staaten umfassend darzustellen. Er untersucht die soziokulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen, beschreibt den Hintergrund von Musikern und Publikum und analysiert die Abhängigkeiten vom politischen Umfeld. Nach einem Niedergang in den 80er Jahren gab es im neuen Jahrtausend einen neuen Aufschwung. Heute lebt die Folkszene immer noch – wenn auch auf kleinerer Flamme und nicht mehr so politisiert wie in den 70er Jahren.

Autor: Bernhard Hanneken, seit 1979 Veranstalter von Folkkonzerten und –festivals, 1982-2016 freier Mitarbeiter diverser Rundfunkanstalten, von 1979 -1983 sowie 1988-1995 Chefredakteur der Szene-Zeitschrift Michel, Künstlerischer Leiter u.a. von Folkfest Bonn 1980/82, der transVOCALE in Frankfurt/ Oder und Slubice 2004-2020, dem Sängerkrieg auf der Wartburg 2006 sowie dem Rudolstadt-Festival seit 1991. Präsident des European Forum of Worldwide Music Festivals 1997-2003.

23.10.2021 (19 Uhr), in der Aula der Konrad-Adenauer-Schule.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein