Ministerin Silke Gorißen: „Wir brauchen gesunde und kräftige Mischwälder“

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Die Maßnahmen im Stadtwald scheinen zu greifen

Bad Honnef – Der Wald ist der bedeutendste Klimaschützer in Nordrhein-Westfalen. Außerdem bietet er den wertvollen Rohstoff Holz und ist ein beliebter Ort zur Erholung. Doch die geschädigten Waldflächen im Land sind groß. 135.000 Hektar Wald in Nordrhein-Westfalen sind sogenannte Schadflächen.

Der größte Teil der Schadflächen ist entstanden, weil vor allem von Borkenkäfern befallene Fichten gefällt werden mussten, um die Ausbreitung der Schädlinge einzudämmen. Damit gesunde und klimaangepasste Mischwälder wachsen, müssen auf diesen Flächen neue Bäume gepflanzt werden – unter Einbeziehung der Naturverjüngung.

Die für Forst zuständige Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Silke Gorißen, hat gestern selbst zum Spaten gegriffen und die herbstliche Pflanzaktion auf einem Waldstück im Siebengebirge, eröffnet.

Silke Gorissen
Silke Gorißen, hier bei einem Besuch der Weinberge im Siebengebirge Anfang Oktober

Forstministerin Silke Gorißen: „In diesen Wochen beginnt in den Wäldern Nordrhein-Westfalens die Pflanzsaison. Bevor der erste Frost kommt, haben im Herbst Waldböden die richtige Feuchte und die Wachstumsbedingungen für junge Bäume sind gut.“ Die Ministerin weiter: „Wir brauchen gesunde und kräftige Mischwälder – sie sind besser geschützt gegen Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall. Die Wiederbewaldung ist eine wichtige, gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die noch mehr in Schwung kommen muss. Deshalb rufe ich gern dazu auf, unsere Fördermittel zur Wiederbewaldung abzurufen. Im laufenden Jahr stehen noch Gelder zur Verfügung. Die Geschwindigkeit des Klimawandels lässt uns keine Zeit, die Flächen allein der Natur zu überlassen. Deswegen ist jeder neu gepflanzte Baum ein kleiner, aber wichtiger Schritt, um das Klima zu retten.“

Gemeinsam mit dem Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, Thomas Kämmerling, dem Leiter des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft, Stephan Schütte, und vielen Forstfachleuten wurden junge Hainbuchen und Linden auf der Fläche bei Bad Honnef gepflanzt.

Wo welche Baumarten eingesetzt werden, ist wichtig. Schließlich sollen dort langfristig die Bäume starke Wurzeln schlagen und gesund wachsen.

Bei der Auswahl der Baumarten setzen Forstleute auch auf digitales Kartenmaterial, das unter anderem detaillierte Informationen über die Beschaffenheit der Böden sowie der heutigen und prognostizierten Klimabedingungen aller Waldstandorte in Nordrhein-Westfalen enthält (www.waldinfo.nrw.de).

Thomas Kämmerling, Leiter Wald und Holz NRW: „Gerade mit Blick auf das sich rasant verändernde Klima stellt sich die Frage der Baumartenwahl neu. Um in Zukunft vor großen Waldschäden besser geschützt zu sein, setzen wir auf eine möglichst vielfältige Mischung heimischer Baumarten. Wo diese wenig Zukunftsperspektive haben, können auch ausgewählte neue Baumarten eingemischt werden.“

Unterstützung für Waldbesitzer bei der Wiederbewaldung

Eine ausgewogene Mischung aus passenden Baumarten bietet den besten Schutz. Denn das Ziel ist der Erhalt der Waldökosysteme mit ihrer gesamten Biodiversität. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der Wiederbewaldung mit Fördermitteln, denn der Erhalt und Schutz des Waldes ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft.

Zur Unterstützung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer wurden bereits im Jahr 2019 die Förderrichtlinien Extremwetterfolgen veröffentlicht. Seitdem wurden über 100 Millionen Euro ausgezahlt, um die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der Beseitigung der Schäden zu unterstützen, die seit 2018 durch Stürme, Dürren und Borkenkäfer entstanden sind.

Damit Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer rasch an Fördergelder kommen und diese flexibel für die Wiederbewaldung einsetzen können, sind die Förderrichtlinien im Juni 2022 deutlich vereinfacht und verbessert worden: Die Förderung wird als flächenbezogener Festbetrag bewilligt, der alle erforderlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Wiederbewaldung berücksichtigt. Einen Förderhöchstbetrag pro Antragsteller gibt es für die Wiederbewaldung nicht mehr.

Für das Jahr 2022 stehen in den Förderrichtlinien Extremwetterfolgen noch ausreichend Fördermittel zur Verfügung, die vor allem für die Wiederbewaldung genutzt werden sollen. Die zuständigen Forstämter informieren hierzu gern.

Hintergrund zur Wiederbewaldung und Förderprogrammen

Die Wiederbewaldung erfolgt nach dem Wiederbewaldungskonzept des Landes Nordrhein-Westfalen. Ziel ist die Begründung von standortgerechten und klimaresilienten Mischwäldern aus überwiegend heimischen Baumarten. Nach Möglichkeit sollen Mischbestände aus mindestens vier Baumarten entwickelt werden. Die Auswahl der Baumarten erfolgt anhand des Standorts. Der Standorttyp ergibt sich aus der Länge der Vegetationszeit, der Gesamtwasserhaushaltstufe und der Nährstoffversorgung. Nähere Informationen dazu unter www.waldinfo.nrw.de

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