Nach Demo „Runder Tisch“ – Schlüsselbegriff ist Vertrauen

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Erster "Runder Tisch" zum Thema Franziskus Gymnasium im Rathaus mit Eltern, Politikern, Bürgermeister Otto Neuhoff und dem Ersten Beigeordneten Holger Heuser

Bad Honnef/Nonnenwerth – Im September besuchten zahlreiche interessierte Viertklässler gemeinsam mit ihren Familien das Franziskus Gymnasium Nonnenwerth, um sich vor Ort über das Konzept der auf der idyllischen Rheininsel gelegenen Schule zu informieren, ist auf der Website der Schule zu lesen. Sie könnten umsonst gekommen sein. Denn die Vorzeigebildungseinrichtung, die mittlerweile der ISR School on the Rhine gemeinnützige GmbH gehört, hat nach dem Verkauf durch die Franziskanerinnen im August 2020 ein Brandschutzproblem. Und das ist aus finanziellen Gründen laut dem geschäftsführenden Gesellschafter Peter Soliman nicht zu lösen. 10 Mio. EUR müssten investiert werden.

Özgürcebe

Genaues wisse man aber nicht, teilten heute Abend im Bad Honnefer Rathaus Elternvertreter mit. Bad Honnefs Bürgermeister Otto Neuhoff hatte sie zu einem Runden Tisch eingeladen. Das Interesse der Stadt am Fortbestand des Gymnasiums ist groß. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus der Badestadt lassen sich täglich mit der Fähre von Insel zu Insel schippern. Insgesamt 60 Prozent des Gymnasiums kommen aus NRW-Kommunen.

Oft fiel der Begriff Intransparenz. Warum es keine genauen Auskünfte über die Brandschutzauflagen gebe, fragte ein Teilnehmer des Runden Tisches. So würde manchmal auch von 20 Mio. EUR Brandschutzkosten gesprochen. Er hätte gehört, man könne es aber auch für 300.000 EUR regeln.

Der Remagener Bürgermeister, Björn Ingendahl, zeigte sich in einem WDR-Beitrag, der heute gesendet wurde, überrascht von den Millionensummen. Er sagte, die Schule sei nicht die erste Liegenschaft mit Brandschutzproblemen. Die Bauabteilung der Kreisverwaltung sei immer daran interessiert Lösungen zu finden, die keine Millionen kosten würden.

Was Eltern und Schüler in der letzten Woche besonders irritierte, war das Exposé eines Immobilienunternehmens. Das wies noble Wohnbereiche in dem ehemaligen Kloster aus. Soliman betonte, damit habe er nichts zu tun, der Geschäftsführer des Immobilienunternehmens sprach von einem Missverständnis.

Zwischenzeitlich hatte auch eine Lehrerin der Schule ihr Interesse kundgetan, die Schule zu betreiben. Zudem teilte das Schulwerk mit, es gebe mittlerweile Möglichkeiten, die Trägerschaft selbst zu übernehmen. Ein Problem sei, dass die Insel ebenfalls der ISR School on the Rhine gemeinnützige GmbH gehöre. Und laut Olaf Schmitz, Vorsitzender des Elternbeirats, sei das Tuch zwischen dem Elternbeirat und dem aktuellen Träger zerschnitten. Ein neuer müsse her.

Otto Neuhoff will von solch endgültigen Schritten zunächst nichts wissen, auch Forderungen nach Offenlegung aller Missstände im Konflikt mit Soliman hält er nach seiner Lebenserfahrung für nicht zielführend. Am Ende solle ein Ergebnis herauskommen. Dazu brauche man das Zusammenwirken aller Partner. Der Schlüsselbegriff sei „Vertrauen“. Alle Stimmen müssten gehört werden. Für eine Lösung brauche man Zwischenschritte.

Da die Stadt Bad Honnef zwar betroffen, aber nicht für den Standort der Schule zuständig sei, seien ihr in dem Konflikt die Hände weitestgehend gebunden. Falls es gewünscht sei, würde er, Neuhoff, für eine Moderation zur Verfügung stehen.

Einem Vater, der sich von der Politik eine klare Aussage für den Fall eines Desasters wünschte, versicherte Neuhoff, dass alle Schülerinnen und Schüler einen anderen Schulplatz bekämen. Der könnte dann allerdings wegen unterschiedlicher Konzepte auch in Bonn sein, erklärte ein Teilnehmer.

Im Rathaus anwesend waren auch Vertreter politischer Parteien, so von CDU, FDP und Grünen. Sie alle betonten, dass sie voll hinter den Interessen der Eltern und Schüler stehen würden, das Franziskus-Gymnasium zu erhalten. Allerdings wiesen sie auch auf die Zuständigkeitsproblematik hin. Kommunalpolitiker von SPD und Bürgerblock waren nicht anwesend.

Die letzten Infos eines Mitglieds des Schulwerk-Vorstands machen Hoffnung. Es habe eine Gesprächsrunde mit Teilnehmern stattgefunden, die an einer Lösung des Problems arbeiteten. Über die Ergebnisse sei Verschwiegenheit vereinbart worden. Gesagt werden könne jedoch, dass man an vielen Themen dran sei: „Wir ziehen alle an einem gemeinsamen Strang.“

 

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