Bad Honnef – Die Saison ist für die Dragons beendet. Nach der Heimniederlage (74:78) im zweiten Playoff-Spiel gegen Ulm verpassten die Hausherren die Chance auf eine Verlängerung der Serie und müssen nun einen Schlussstrich unter eine insgesamt bemerkenswerte Spielzeit ziehen.
Dabei sah lange alles nach einem anderen Ausgang aus. Die Dragons präsentierten sich vor eigenem Publikum kämpferisch, konzentriert und phasenweise auch spielerisch überlegen. Zwischenzeitlich erspielten sie sich einen Vorsprung von zwölf Punkten und hatten die Partie scheinbar im Griff. Die Halle war da, das Momentum auf Seiten der Gastgeber – vieles deutete darauf hin, dass es zu weiteren Spielen kommen würde.
Doch Ulm blieb dran und nutzte konsequent die sich bietenden Gelegenheiten. Spätestens im letzten Viertel kippte die Partie. Beim Stand von 57:57 vor den finalen zehn Minuten war noch alles offen. Doch genau in dieser entscheidenden Phase verloren die Dragons den Faden. Gute Wurfpositionen blieben ungenutzt, einfache Abschlüsse fanden nicht ihr Ziel. Hinzu kamen unnötige Ballverluste, die den Gegner immer wieder ins Spiel brachten.
So waren es am Ende weniger die Stärken der Ulmer als vielmehr die eigenen Fehler, die den Dragons den Weg versperrten. Eine bittere Erkenntnis – gerade weil das Team über weite Strecken gezeigt hatte, dass es mithalten und das Spiel bestimmen kann.
Trotz des enttäuschenden Ausscheidens überwiegt mit etwas Abstand auch der Stolz auf das Erreichte. Der Einzug in die Playoffs ist für die Dragons ein klarer Erfolg und unterstreicht die positive Entwicklung der Mannschaft in dieser Saison.
Jetzt bleibt die Aufgabe, die richtigen Lehren aus diesem Spiel zu ziehen – und in der kommenden Spielzeit einen neuen Anlauf zu nehmen. (Hh)
Alles auf dem Feld gelassen und unglücklich verloren!
Von Klaus Beydemüller
Rhöndorf lieferte Neu-Ulm in Spiel Nummer zwei einen großen Kampf und verlor am Ende unglücklich mit 74:78 (36:35). Es war die erhoffte Leistungssteigerung, und die Dragons forderten den Jungs der OrangeAcademy alles ab. Unter dem Strich waren es ein paar Ballverluste und Fehlversuche an der Freiwurflinie zu viel, die für die Rheinländer das Aus in der ersten Playoff-Runde bedeuteten. Aber die Badestädter können mit Stolz auf die Saison zurückblicken.
Schon die ersten Minuten offenbarten, dass die Dragons die mäßige Leistung aus dem ersten Spiel in der Playoff-Serie vergessen machen wollten. Dreimal nahm Duje Dujmovic Maß, dreimal klingelte es im Korb der Gäste, und es stand 8:7 (4.). Rhöndorf war nicht wiederzuerkennen, ging in der Defensive mit großer Energie zu Werke und spielte in der Offensive auf Augenhöhe mit der OrangeAcademy. Das 16:17 nach zehn Minuten war aber nur ein erstes Ausrufezeichen der Gastgeber.
Im zweiten Spielabschnitt zog Neu-Ulm dann in der Defensive deutlich an, machte die Zone dicht und brachte das Rhöndorfer Spiel kurzzeitig aus der Balance. Fünf Ballverluste der Dragons in Serie brachten die Bayern mit fünf Punkten in Front (13:18 / 23.). Die Gastgeber fanden aber schnell wieder ihren Rhythmus, starteten einen 6:0-Lauf, den Kenan Reinhart per Dreier zum Ausgleich krönte (27:27 / 26.). Hervorzuheben ist an dieser Stelle Carlo Schmid (10 Pkt./6 Reb.), der im zweiten Viertel als Scorer wie auch als Rebounder voranging und maßgeblich an der knappen 36:35-Führung von Rhöndorf beteiligt war.
Nach der Halbzeitpause gingen die Dragons mit enormer Energie zur Sache, was die Gäste sichtlich beeindruckte. Drei Minuten lang herrschte komplette Korbflaute bei den Ulmern, Rhöndorf hingegen stand voll auf dem Gaspedal und legte zwölf Punkte vor (52:40 / 36.). Das Team von Florian Flapp kämpfte sich jedoch an der Freiwurflinie zurück ins Spiel, bekam den Rebound wieder besser in den Griff und glich dank der hervorragend aufgelegten Meissa Faye (19 Pkt./7 Reb.) sowie Zoran Milicic (12 Pkt./6 Reb.) gegen Ende des dritten Viertels wieder aus (57:57 / 30.).
In den letzten Spielabschnitt ging Rhöndorf mit einer schweren Hypothek: Jorge Mejias, Duje Dujmovic, Benjamin Sadikovic und Kenan Reinhart waren mit vier persönlichen Fouls belastet. Trotzdem hielten die Dragons das Energieniveau in der Defensive hoch, lagen in der 34. Minute vorne (66:60) und durften vom dritten Spiel im Achtelfinale träumen. Es folgten jedoch drei unnötige Ballverluste, die merklich am Selbstbewusstsein nagten. Für Neu-Ulm übernahmen nun die Milicic-Brüder – Zoran und Teo; letzterer wurde mit 22 Punkten auch in beeindruckender Manier Topscorer der Begegnung. Auf Seiten von Rhöndorf war Duje Dujmovic bester Scorer (17 Pkt.).
Zwei Minuten vor dem Ende schien die Partie angesichts der Fünf-Punkte-Führung für die OrangeAcademy (68:73) entschieden. Doch Dusan Ilic hatte etwas dagegen, traf zunächst einen Korbleger und dann einen irren Dreier zum 73:73 (39.). Dann wurde es dramatisch: 14 Sekunden vor Schluss verfehlte Teo Milicic den zweiten Freiwurf beim Stand von 74:76, der Rebound landete unglücklich auf dem Fuß von Juhwan Harris-Dyson, was Einwurf für Neu-Ulm bedeutete. Rhöndorf musste schnell foulen, und die fälligen Freiwürfe verwandelte Meissa Faye sicher zum Endstand (74:78).
In der Endabrechnung leistete sich Rhöndorf ein paar Ballverluste zu viel (insgesamt 22), und 50 Prozent Trefferquote an der Freiwurflinie waren zu wenig (9/18), um die OrangeAcademy zu bezwingen. Trotzdem dürften sich die Fans zahlreich zur offiziellen Verabschiedung des Dragons-Teams in der Pre-Season im DragonDome (24.4., 19:30 Uhr) einfinden.
Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): „Zunächst Glückwunsch an Ulm zum Weiterkommen. Es ist schwer Worte zu finden. Wir haben eine unglaubliche Reise erlebt in dieser Saison. Angefangen mit der starken Vorbereitung, Daniel Mayrs Verletzung, der Abstiegskampf, dem last second Playoff-Einzug und jetzt dieser Serie gegen Ulm, in der wir heute auch definitiv einen Sieg verdient gehabt hätten. Wir haben alles auf dem Feld gelassen, heute und in der ganzen Saison. In unserer Mannschaft haben nur zwei Spieler in der Saison 2024/25 in größeren Rollen in der ProB gespielt, für den Rest war das Niveau bzw. die Rolle Neuland. Wir haben uns auf dem Feld die Ziele gesetzt den Abstieg zu vermeiden, um die Playoffs mitzuspielen und unsere junge Mannschaft zu entwickeln. Ich denke man kann sage, dass wir alle diese Ziele mit Bravour gemeistert haben. Zusätzlich war unser Ziel die Stadt Bad Honnef für die Dragons zu begeistern und ich denke, der Zuschauerzuspruch der letzten Spiele zeigt, dass uns auch das gelungen ist. Danke an alle die uns supportet haben, ohne euch wäre das nicht möglich gewesen. Ich kann mich nur bei meiner Mannschaft bedanken, bei meinen Co-Trainern Davide und Marcel, die einen unfassbaren Job gemacht haben. Bei unserem Staff, Wagner, der Tag und Nacht gearbeitet hat. Danny, unsere Physio und Felix, unserem Athletikcoach. Dem Team hinter dem Team um Tatjana und allen Helfern, die das Dragons-Event möglich machen. Ohne euch geht’s nicht. Ich komme wieder, wir kommen wieder und wir werden stärker zurückkommen.“
Dragons Rhöndorf: Schmid (10 Pkt./6 Reb.), Harris-Dyson (12/7), Dujmovic (17/3-3er), Ilic (13/2), Scepanovic, Reinhart (12/2), Diallo (3/1), Böning, Mejias (5/1), Sadikovic (2)
OrangeAcademy: Omog (7 Pkt.), Slingerland, T. Milicic (22/1-3er), Kunzewitsch (4/1), Aiyamenkhue (7/10 Reb.), Faye (19/3/7), Holbach (4/7), Dordevic (3), Z. Milicic (12/6)
Dragons Rhöndorf / OrangeAcademy: 2er 19/34 (56%) / 21/37 (57%), 3er 9/31 (29%) / 5/20 (25%), FG 28/65 (43%) / 26/57 (46%), FT 9/18 (50%) / 21/33 (64%), REB 36 / 41, ST 11 / 9, TO 22 / 21, BS 2 / 2, PF 29 / 20












