Bad Honnef. Die 3. Ordentliche Mitgliederversammlung des „Jüdische Vergangenheit und Gegenwart in Bad Honnef e.V.“ hat zwei anspruchsvolle Projekte für die Jahre 2026 und 2027 auf den Weg gebracht. Zudem wurde der bisherige Vorstand für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt.
Ein zentrales Vorhaben ist ein Kooperationsprojekt mit dem Siebengebirgsgymnasium. Im Mittelpunkt stehen der jüdische Friedhof in Bad Honnef sowie die im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine. Ziel ist es, die Lebensgeschichten und historischen Hintergründe hinter den Grabsteinen und Gedenksteinen intensiver zu erforschen. „Wir wollen damit die Geschichten und Umstände hinter den Grabsteinen und den Stolpersteinen erkunden – auch als Grundlage für öffentliche Führungen, die wir in Zukunft anbieten wollen“, erläuterte die zweite Vorsitzende Hasret Akman, die das Projekt leitet. Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung soll damit auch ein Beitrag zur lokalen Bildungsarbeit geleistet werden.
Ein weiteres, komplex angelegtes Projekt trägt den Titel „50 Fragen zur jüdischen Geschichte in Bad Honnef“. Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern sollen zunächst 50 zentrale Fragestellungen erarbeitet werden. Diese werden anschließend auf Basis der umfangreichen vereinseigenen Datenbestände – auch unter Einsatz Künstlicher Intelligenz – wissenschaftlich bearbeitet. Langfristiges Ziel ist eine Buchpublikation für eine breite Öffentlichkeit. Projektleiter Arno Bendels betonte: „Mit diesem Projekt engagiert sich der Verein als Ganzes in der Erforschung der jüdischen Geschichte unserer Stadt.“
Darüber hinaus wurde auf der Mitgliederversammlung die Weiterentwicklung der Zeitleiste am Annapfad vorgestellt, die die jüdische Geschichte Bad Honnefs im öffentlichen Raum sichtbar macht und kontinuierlich ergänzt werden soll.
Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen wurde der bisherige Vorstand für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Der Vorsitzende, Professor Cremer, zeigte sich erfreut über das Vertrauen der Mitglieder und blickte auf die bisherigen Erfolge zurück: „Wir haben in den ersten zweieinhalb Jahren unseres Bestehens schon wichtige Zeichen gesetzt und arbeiten mit anderen Vereinen und Organisationen zusammen. Die neuen Projekte sind richtungsweisend für die Arbeit des Vereins.“
Der Fokus liege weiterhin auf forschungsbasierter Aufklärung und attraktiven Angeboten für die Honnefer Öffentlichkeit. „Damit leisten wir einen Beitrag zur Füllung der Lücke, die im Dritten Reich mit der gewaltsamen Vertreibung des Judentums aus unserer Kultur und Lebenswelt entstanden ist“, so Cremer.











Kommentare