Bonn – Pützchens Markt 2026 ist am Dienstagabend mit dem traditionellen Abschlussfeuerwerk zu Ende gegangen. Nach Schätzungen der Stadt Bonn und der Schausteller kamen rund 750.000 Menschen zur Großkirmes nach Beuel – deutlich weniger als in den Vorjahren. Hauptgrund war das wechselhafte Wetter, insbesondere der verregnete Sonntag.
Nach Angaben der Stadt war der Sonntag einer der nassesten Kirmestage seit Jahrzehnten. Für die Schausteller bedeutete der Besucherrückgang erhebliche Umsatzeinbußen. An den übrigen Veranstaltungstagen sei die Kirmes dagegen gut besucht gewesen.
Wenige Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst
Aus Sicht der städtischen Einsatzkräfte verlief das Volksfest insgesamt ruhig. Der Rettungsdienst war von Freitag bis Montag knapp 50 Mal im Einsatz, acht Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Der Sanitätsdienst behandelte rund 130 Personen.
Die Feuerwehr musste nach Angaben der Stadt bislang nur einmal ausrücken. Ein Kleinstbrand an einem Stand auf dem Pluutenmarkt war bei ihrem Eintreffen bereits gelöscht.
Der Kommunale Ordnungsdienst führte an den ersten vier Kirmestagen rund 270 Jugendschutzkontrollen durch. Dabei wurden in 46 Fällen Zigaretten oder E-Zigaretten und 23 Mal alkoholische Getränke bei Jugendlichen sichergestellt. Hinzu kamen elf Verstöße gegen das Cannabiskonsumverbot. 14 Platzverweise wurden ausgesprochen, außerdem 20 Anzeigen gefertigt – zwölf davon wegen öffentlichen Urinierens.
Die Verkehrsüberwachung ließ 70 Fahrzeuge abschleppen, die Rettungs- oder Fluchtwege blockierten. Zudem wurden knapp 450 Verwarnungen wegen Falschparkens ausgesprochen.
Mehrwegvorgaben weitgehend umgesetzt
Auch die Lebensmittelüberwachung war im Einsatz. Zu Beginn des Marktes wurden mehr als 150 Betriebe kontrolliert. Rund 20 kleinere Mängel wurden beanstandet, konnten laut Stadt jedoch unmittelbar vor Ort beseitigt werden. Ein Betrieb musste vorübergehend schließen und konnte noch am selben Tag wieder öffnen.
Beim Thema Mehrweg gab es zunächst mehr Beanstandungen. Bonnorange kontrollierte 167 Stände. Bei etwa einem Drittel wurden zunächst Verstöße gegen die vertraglichen Mehrwegvorgaben festgestellt. Bei einer Nachkontrolle am Montag waren noch drei Beanstandungen offen.
Bis Dienstagmorgen hatte Bonnorange rund 38 Tonnen Abfall eingesammelt. Das sind etwa 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Die endgültige Abfallmenge steht allerdings erst nach Abschluss der Nachreinigung am Freitag fest.
Viele Besucher mit Fahrrad und ÖPNV
Die Sperrung der Nordbrücke beeinflusste nach Beobachtung der Stadt den Anreiseverkehr. Die Fahrradparkplätze rund um das Marktgelände waren gut gefüllt. Auch die Autoparkplätze waren – mit Ausnahme des Sonntags – gut ausgelastet.
Auffällig: Erstmals seit Jahren musste die Ausfahrt Pützchen der A59 während des Marktes nicht zeitweise gesperrt werden. Die Stadt vermutet, dass ein Teil des linksrheinischen Individualverkehrs andere Anfahrtswege nutzte.
Auch Busse und Bahnen waren vor allem am Freitag- und Samstagabend stark ausgelastet. Die Sonderlinien, die Stadtbahnlinie 66 und die Bahnersatzverkehre konnten alle Fahrgäste befördern, allerdings kam es wegen des hohen Verkehrsaufkommens zu Staus und Verspätungen.
Für Pützchens Markt 2027 ist der Termin bereits festgelegt: Die Kirmes findet vom 10. bis 14. September 2027 statt.










