Radschnellroute: Höhere Naturschutzbehörde soll entscheiden

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Symbolfoto

Bonn – Die Höhere Naturschutzbehörde bei der Bezirksregierung Köln soll über die naturschutzrechtliche Befreiung für den Ausbau einer Radschnellroute im Bereich der linksrheinischen Rheinaue entscheiden. Das sieht ein Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung für die Sitzung des Rates am Donnerstag, 24. Juni 2021, vor.

Das Vorhaben ist Teil des Gesamt-Förderprojekts „Emissionsfreie Innenstadt“ mit Mobilstationen, Radschnellrouten und E-Fahrzeugen. Als Beitrag zur Verkehrswende soll mit dem Ausbau der bestehenden Radwege zu einer Radschnellroute die umweltfreundliche Nahmobilität attraktiver gemacht und der Umstieg vom motorisierten Verkehr hin zum Fahrrad gefördert werden. Für die Realisierung der vom Rat im Jahr 2019 beschlossenen Planung ist eine naturschutzrechtliche Befreiung gemäß Bundesnaturschutzgesetz erforderlich.

Dieser Befreiung hat der Naturschutzbeirat in seiner Sitzung am 17. Mai 2021 widersprochen. Daher muss der Stadtrat über diesen Widerspruch entscheiden. Der Vorschlag der Verwaltung sieht vor, dass der Rat den Widerspruch des Naturschutzbeirats zu der beabsichtigten naturschutzrechtlichen Befreiung durch die Untere Naturschutzbehörde für unberechtigt hält. Daher soll, wie im Gesetz für diesen Fall vorgesehen, die Höhere Naturschutzbehörde final entscheiden.

Die Ausbaupläne
Die Pläne für das mit 2,3 Millionen Euro Kosten veranschlagte Projekt sehen zwischen Charles-de-Gaulle-Platz und südlich der Konrad-Adenauer-Brücke einen Ausbau des bestehenden reinen Radwegs direkt am Ufer von circa zwei auf vier Meter vor. Weiter Richtung Plittersdorf wird dann in einem Teil des Parks der bestehende circa 3,5 Meter breite Fußweg durchgängig zum Radweg und auf vier Meter verbreitert. Die bestehenden Radwege werden zum Fußweg und von rund zwei auf 2,50 Meter verbreitert. In einem Abschnitt Richtung Süden wird wie heute ein gemeinsamer Weg für Fußgänger und Radfahrende ausgewiesen, der geringfügig verbreitert wird. Der viel zu schmale heutige Radweg direkt am Rheinufer wird auf diesem südlichen Stück für zu Fuß gehende Personen vorgesehen.

Landschaftspflegerischer Begleitplan
Die gewählte Trasse berücksichtigt Natur- und Artenschutz ebenso wie Belange des Denkmalschutzes für die Rheinaue. Für jeden Abschnitt wurde ein landschaftspflegerischer Begleitplan erarbeitet. 44 Bäume müssen für die Radschnellroute entfernt werden, für die Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. Insgesamt ist direkt an der Ausbaustrecke die Pflanzung von mindestens 60 heimischen Laubbäumen vorgesehen. Und nicht zuletzt wird der Eingriff durch die Anlage einer Hochstaudenflur im Beueler Deichvorland auf einer 8700 Quadratmeter großen Fläche kompensiert.

Das Projekt muss wegen der Vorgaben des Fördergebers bis zum 31. Oktober 2022 realisiert werden. Es besteht daher erheblicher Zeitdruck, da für die bauliche Umsetzung nur noch ein sehr kleines Zeitfenster bleibt.

 

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