Bad Honnef. Einen Tag vor Weiberfastnacht wurden auf dem Gelände vor dem Wasserwerk an der Lohfelder Straße umfangreiche Rodungsarbeiten durchgeführt. Das Ausmaß der Maßnahmen hat bei Anliegern Irritationen ausgelöst – ebenso wie der Umstand, dass nach Angaben aus der Nachbarschaft im Vorfeld keine Ankündigung erfolgt sei.
Das betroffene Grundstück am Wasserwerk, ehemals Trainingsplatz der Bogenschützen des TV Eiche, ist als Standort für einen geplanten Photovoltaik-Park der Bad Honnef AG vorgesehen. Die Arbeiten stehen nach Einschätzung von Beobachtern offenbar im Zusammenhang mit der Vorbereitung dieses Projekts.
Unterschiedliche Darstellungen zum Umfang der Eingriffe
In einer Pressemitteilung erklärte die Bad Honnef AG unter anderem: „Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der Fläche bewusst ökologisch vielfältig gestaltet. Hecken, Strauchgruppen, Fettwiesen und ein erheblicher Anteil an Bäumen, die aus Artenschutz- und Landschaftsbildgründen erhalten bleiben, sichern wertvolle Lebensräume für die lokale Tier- und Pflanzenwelt.“
Dieser Darstellung widersprach der Anlieger und Jurist Michael Saffenreuter in einem Leserbrief, der ebenfalls bei Honnef heute veröffentlicht wurde. Darin heißt es unter anderem, die Aussage, ein „Großteil der Fläche“ bleibe ökologisch vielfältig gestaltet und ein Großteil der Bäume erhalten, sei „eine dreiste Lüge“. Nach seiner Darstellung seien lediglich „eine Handvoll der weit über 50 großen Bäume“ – und dies erst nach Einschreiten zuständiger Stellen des Rhein-Sieg-Kreises – von der Fällung verschont geblieben.
Die unterschiedlichen Einschätzungen verdeutlichen, wie stark die Wahrnehmungen zum tatsächlichen Umfang der Rodung auseinandergehen.
CDU fordert Bericht der Stadtverwaltung
Vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion hat nun die CDU Bad Honnef die Stadtverwaltung gebeten, über den aktuellen Sachstand zur Realisierung des Photovoltaik-Parks an der Lohfelder Straße sowie zu den begonnenen Rodungsarbeiten zu berichten.
In der Begründung heißt es, man habe sich nach persönlicher Inaugenscheinnahme sowie aufgrund der Berichterstattung in der örtlichen Presse ein Bild von den Arbeiten gemacht. Diese stünden vermutlich im Zusammenhang mit der Vorbereitung des angekündigten Photovoltaik-Parks der Bad Honnef AG.
Zugleich verweist die CDU auf die Verunsicherung der Anwohner. Auch wenn es sich nicht um eine Maßnahme der Stadt Bad Honnef selbst, sondern um ein Projekt der Bad Honnef AG handele, erscheine ein Sachstandsbericht sinnvoll. In diesem Zusammenhang regt die CDU an, dass die Bad Honnef AG die Anwohner aktiv über das weitere Vorgehen informieren sollte.
Informationsbedarf in der Bürgerschaft
Die Debatte zeigt, wie sensibel Eingriffe in gewachsene Grünstrukturen wahrgenommen werden – insbesondere dann, wenn sie im Vorfeld nicht transparent kommuniziert werden. Während der geplante Photovoltaik-Park als Beitrag zur Energiewende grundsätzlich positiv bewertet werden könnte, steht nun vor allem die Frage im Raum, ob Artenschutz, Landschaftsbild und Bürgerinformation ausreichend berücksichtigt wurden.
Mehr im Planungsausschuss – 24.02.2026 – 18:00 Uhr – Ratssaal.











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