Bonn/Rhein-Sieg. Der Rücktritt von Olaf Hermes sorgt für neue Dynamik in der anhaltenden Auseinandersetzung rund um die Stadtwerke Bonn und das umstrittene Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar. Die SPD-Kreistagsfraktion Rhein-Sieg reagiert mit Bedauern – und formuliert zugleich klare Erwartungen an Politik und Verwaltung.
Die Fraktionsvorsitzende Sara Zorlu sieht in dem Schritt ein negatives Signal für die zuletzt angedeutete Annäherung zwischen den beteiligten Akteuren. In den vergangenen Tagen habe es Anzeichen für eine konstruktivere Zusammenarbeit gegeben. „Der Rückzug zeigt nun, dass offenbar keine belastbaren Schritte in diese Richtung erfolgt sind“, so Zorlu.
Gleichzeitig macht die SPD deutlich, dass der Rücktritt nicht isoliert betrachtet werden dürfe. Vielmehr sei ein gemeinsamer Wille aller Beteiligten notwendig gewesen, um einen echten Neustart einzuleiten – auch auf Seiten des Rhein-Sieg-Kreises. Nach Auffassung der Sozialdemokraten sei eine „ausgestreckte Hand“ aus Bonn nicht ausreichend aufgegriffen worden.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ömer Kirli richtet den Blick auf die Neubesetzung der nun vakanten Führungsposition bei den Stadtwerken. Angesichts der Beteiligungen des Rhein-Sieg-Kreises an der Versorgungssparte komme dieser Entscheidung besondere Bedeutung zu. Kirli fordert, die Auswahl strikt an fachlicher Kompetenz und Erfahrung auszurichten – parteipolitische Erwägungen dürften keine Rolle spielen.
Deutlich kritischer äußert sich Fraktionsgeschäftsführer Michael Richter mit Blick auf Sebastian Schuster. Dieser habe bislang kein erkennbares Interesse an einer umfassenden Aufklärung der Vorgänge rund um Hangelar gezeigt. Insbesondere die öffentliche Konfrontation zwischen Schuster und Hermes habe das notwendige Vertrauen weiter beschädigt, so Richter. Vor diesem Hintergrund könne er den Rücktritt des SWB-Chefs persönlich nachvollziehen.
Für die SPD steht fest, dass die Personalie Hermes nicht vom eigentlichen Kern der Debatte ablenken dürfe. Die Indizien für eine mögliche Einflussnahme im Zusammenhang mit dem Flugplatz Hangelar bestünden weiterhin. Hier sieht die Fraktion den Landrat nach wie vor in der Pflicht, offene Fragen zu beantworten.
Die SPD-Kreistagsfraktion Rhein-Sieg bewertet die aktuelle Entwicklung daher als möglichen Wendepunkt. Ein echter Neuanfang könne nur gelingen, wenn vollständige Transparenz geschaffen und verloren gegangenes Vertrauen durch nachvollziehbare Entscheidungen zurückgewonnen werde.











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