Rund 2.130 Geflüchtete aus der Ukraine in Bonn

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Bonn – In Bonn sind aktuell rund 2.130 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit melderechtlich registriert. 1.009 Geflüchtete sind städtischerseits untergebracht. Die Stadtverwaltung stellt sich auf bis zu 4.500 Geflüchtete ein und sucht weiterhin nach zusätzlichen Unterbringungsmöglichkeiten.

Wie viele Geflüchtete aus der Ukraine tatsächlich nach Deutschland und damit nach Bonn kommen werden, weiß angesichts der weiterhin katastrophalen Situation im Kriegsgebiet niemand. Die Landesregierung geht aufgrund von Schätzungen des Bundes davon aus, dass für Nordrhein-Westfalen mit rund 250.000 Geflüchteten zu rechnen ist. Rein rechnerisch ergibt sich aus dieser Annahme für Bonn, dass die Stadt sich auf bis zu 4.500 Personen einstellt.

Da sich Menschen aus der Ukraine in der EU frei bewegen und für 90 Tage ohne Registrierung in Deutschland aufhalten können, ist die Einschätzung, wie viele Ukrainer sich tatsächlich in Bonn aufhalten, schwierig. Mit Stand 31. März 2022 hat die Stadt selbst insgesamt 1.009 Geflüchtete untergebracht, davon 170 in städtischen Unterkünften und Turnhallen, 552 wurden in Hotels und weitere 287 in private Unterkünfte vermittelt.

Stadtverwaltung sucht weitere Unterbringungsmöglichkeiten

Unter Berücksichtigung der neuen Erstanlaufstelle in Buschdorf, sowie der zeitnah zur Verfügung stehenden ehemaligen Landwirtschaftskammer und der König-Fahd-Akademie, reichen die Kapazitäten für eine Unterbringung der Menschen langfristig voraussichtlich nicht aus, sodass die Stadtverwaltung weitere Unterbringungsmöglichkeiten sucht. Das Städtische Gebäudemanagement unternimmt derzeit große Anstrengungen, um weitere große Objekte anzumieten, Gebäude für Sammelunterkünfte und auch Grundstücke für Containeranlagen zu akquirieren.

Eine weitere Herausforderung für die Verwaltung stellt die kurzfristig große Anzahl von ausländerrechtlichen Anmeldungen und Anträgen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz dar.

Hohe Belastung der Verwaltung

Bereits unmittelbar nach Beginn des Krieges in der Ukraine wurden die zunächst besonders involvierten Verwaltungsbereiche durch Nachwuchskräfte unterstützt. Daneben führt das Personalamt derzeit eine verwaltungsweite Abfrage durch, aus welchen Bereichen Kolleginnen und Kollegen für einen Zeitraum von zunächst drei Monaten zur Unterstützung abgeordnet werden können. Parallel werden in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn studentische Hilfskräfte eingestellt. Darüber hinaus wurden bereits erste Einstellungen von Geflüchteten in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur realisiert.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner: „Ich danke den Bonnerinnen und Bonnern für ihre große Solidarität mit den Geflüchteten. Ich muss nun in diesem Zusammenhang um Geduld und Verständnis dafür bitten, wenn es aufgrund der aktuellen Lage zu Verzögerungen kommt. Wir müssen damit rechnen, dass es in den verschiedenen Bereichen der Verwaltung zu einer längeren Bearbeitungsdauer kommt. Natürlich werden die Anliegen priorisiert.“

Gesundheitliche Versorgung

Das Gesundheitsamt hat den Gesundheitsstatus der Geflüchteten ebenfalls im Blick. Deswegen klären Mitarbeitende des Gesundheitsamtes in Flüchtlingsunterkünften und auch Hotels über die Corona-Impfungen verstärkt auf. Nach bisherigen Informationen werden vor allem die Impfangebote der niedergelassenen Ärzte angenommen.

Schulische Versorgung

In Bonn konnte rund 200 Schülerinnen und Schülern mit ukrainischer Staatsangehörigkeit ein Schulplatz an Grundschulen beziehungsweise an weiterführenden Schulen angeboten werden.

 

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