Der VVS entlässt seine Kinder

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Warum der VVS in Oberpleis tagte obwohl Bad Honnef Zentrum der Auswirkungen ist, ist eine Frage. Die wichtigere: Welche Interessen vertritt der Verein überhaupt?

Gegründet wurde er, um den Erhalt des Siebengebirges zu sichern. Vorausgegangen war Raubbau an den Felsen, vornehmlich dem Drachenfels. Heute residiert der VVS in einem Haus, das teilweise aus Stein gebaut ist – Trachyt aus dem Siebengebirge?

Am Abend zeigten sich die Wächter der sieben Berge nicht gerade honorig. Mit vielen roten Karten signalisierten die überwiegend älteren Mitglieder: Wir wollen keine 500.000 EUR für die Rettung der Weinberge unterhalb des Siegfriedfelsens ausgeben.

Zwar ist der VVS Eigentümer großer Flächen des Siebengebirges, soll über 500.000 EUR auf der hohen Kante haben – bei der Unterstützung der Winzer ist dann allerdings Schluss mit der Solidarität.

Diese oft beschworene – eine Fata Morgana? Klar doch. Warum sollten die Menschen hier bessere sein? Jeder schaut letztlich auf seine eigenen Füße, damit sie ihn noch lange tragen mögen.

Der VVS ist in der Region eine Macht – politisch und wirtschaftlich. Für manche sicherlich ein wichtiges Beitrittsmotiv – kein verwerfliches. Den Winzern hilft das nicht.

Natürlich: Sie haben eine kulturhistorische Landschaft bewirtschaftet und erzielen Profit. Das kann man ihnen kaum vorwerfen. Denn: Würden sie es nicht machen, wäre dort heute Brachland. Versteht der VVS das unter „Erhalt des Siebengebirges“?

Von welchen Geistern der Vorstand auch immer geritten wird – eine klare Linie ist nicht zu erkennen. Helfen irgendwie ja, aber nicht mit eigenem Geld. Da stellt sich die Frage: Geht es um den Verein oder den gemeinnützigen Zweck, also die Erhaltung des Siebengebirges?

Wer die Weinberge in Rhöndorf im Stich lässt, gibt das Siebengebirge auf. Wer das nicht versteht, ist fehl am Platze.

 

 

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