Wer auf Grafenwerth will, muss bald einen IQ-Test machen

Reicher Deutsch-Amerikaner aus Bad Honnef stellt sechsstellige Summe zur Verfügung

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Bad Honnef – In der Nähe des neuen Testzentrums an der Endhaltestelle der Linie 66 gibt es bald weitere Tests. Wer über die Brücke auf die Insel Grafenwerth will, muss beweisen, dass er für einen Aufenthalt auf der grünen Rheinperle intelligent genug ist. In Zukunft wird von jedem ein IQ-Test verlangt. Einen Insel-Reifepass gibt es im Erfolgsfall gratis dazu.

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Grund für diese Maßnahme sind die zahlreichen Zerstörungs- und Verschmutzungsaktionen der letzten Jahre. Ausgehängte Papierkörbe, illegale Feuerstellen oder Unrat an vielen Stellen sind da im Vergleich zu der Baumschändung im Juni 2019 eher harmlos. Unbekannte schälten damals mutwillig die Rinde eines Ahornbaumes, der daraufhin gefällt werden musste.

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Heiner ten Holst (links, mit seinem Netzwerkfreund Thomas Havering während eines Motorradtrips 2011 durch die Chiwaukum Mountains im US-Bundesstaat Washington) | Foto: Rudy Anderson

Aber auch die Randalenacht im September 2019 ist vielen Bad Honnefer:innen noch in Erinnerung, als Jugendliche ein Meer der Verwüstung hinterließen, eine Schlägerei anzettelten und so den Einsatz eines großen Polizeiaufgebots provozierten. Einige Beamte wurden zudem tätlich angegriffen.

Wenn die Arbeiten am Ausgangstor von NRW abgeschlossen sind, sorgen Inselfreunde dafür, dass nur noch Besucher mit einer bestimmten Intelligenz auf die Insel Grafenwerth dürfen. Um das herauszufinden, müssen junge wie ältere Besucher:innen einen IQ-Test absolvieren. Heiner ten Holst, einer der Initiatoren: „Wir denken, dass dies die fairste  Methode ist, zu ermitteln. ob jemand die geistige Reife für einen Aufenthalt auf dem Kleinod im Rhein besitzt.“ Reif für die Insel ist, wer wenigstens einen IQ zwischen 90 bis 109 vorweisen kann.

Der gebürtige Honnefer ten Holst lebt seit 53 Jahren in Amerika, hat über die sozialen Medien von den rabiaten Taten erfahren. „Ich wundere mich wirklich, dass so etwas im Nizza am Rhein möglich ist. Wir haben früher an Nord- und Südspitze zwar auch unsere Spielchen getrieben, aber bei uns ging es nicht um Gewalt und Zerstörungswut. Dafür waren wir viel zu romantisch veranlagt.“

ten Holst, der mit dem Vertrieb von deutschen Geflügelzuchtprodukten in den Staaten zu Reichtum kam, hat sich mit seinem Netzwerk kurzgeschlossen und eine beträchtliche Summe für den Schutz der Insel zusammenbekommen: „Dollars im sechsstelligen Bereich. Das wird für die erste Zeit reichen. Hätten wir bei der klammen Stadt um Geld nachgefragt, hätten wir gar nicht erst mit den Vorbereitungen beginnen müssen.“

Die laufen seit geraumer Zeit auf Hochtouren. Mit Freunden, Bekannten und professionellen Unternehmen hat der Ex-Bad Honnefer eine große Gruppe Inselfreunde fürs IQ-Testen anheuern können. In der Mehrzahl Frauen. „Natürlich erwarten wir auch Konflikte“, so ten Holst. „Frauen sind uns Männern bei der Konfliktbewältigung nun einmal überlegen“. Aber natürlich haben sich auch Männer gemeldet.

Ganz will ten Holst die Stadt allerdings nicht aus der Verantwortung lassen. Wird die IQ-Test-Aktion ein Erfolg, soll sie sich an den Kosten beteiligen. Eventuell könne sie beim Land für eine solche Maßnahme einen Förderantrag stellen.

Los gehen soll es mit den Tests schon nach Ende des Lockdowns, verspricht der Deutsch-Amerikaner.: „Wir müssen natürlich abwarten, wie sich die Corona-Lage entwickelt. Dann unternehmen wir alles, damit die Insel sicher wird und schön bleibt“.

Wer sich als Testerin oder Tester noch bewerben möchte, kann sich bei bei Heiner ten Holst melden: info@hth-poultryfarm.com

 

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