Millionen gingen auch an diesem Wochenende wieder in den USA auf die Straßen. Unter dem Motto „No Kings“ (Keine Könige) protestierten sie gegen Präsident Donald Trump und seine als autoritär kritisierte Regierungsführung.
Ich oute mich ungern als ehemaliger Fan der MAGA-Bewegung und Wähler von Donald Trump. Mittlerweile hat bei mir jedoch ein radikales Umdenken stattgefunden. Trump verhält sich wie ein Mafia-Boss: Er droht, erpresst und zeigt keinen Respekt vor dem Tod anderer Menschen. Seine Familie bereichert sich fortlaufend und gehört damit genau zu jenem Establishment, das die MAGA-Bewegung eigentlich bekämpfen will. Trumps Entscheidungen – etwa Zölle und seine Putinfreundlichkeit – widersprechen der amerikanischen DNA. Und nun greift er immer häufiger militärisch ein – nicht als NATO-Partner zum Schutz eines Bündnismitglieds, sondern als Aggressor. Aktuell kämpfen amerikanische Soldaten im Iran, bald vielleicht in Kuba.
Die Entscheidung von Donald Trump, militärisch gegen den Iran vorzugehen, hat sich längst zu einem globalen Risiko entwickelt – wirtschaftlich, geopolitisch und sicherheitspolitisch. Und das Entscheidende: Die Zweifel richten sich nicht nur gegen das „Ob“, sondern vor allem gegen das „Wie“.
Denn vieles deutet darauf hin, dass dieser Krieg ohne klare Exit-Strategie begonnen wurde. Während Trump ihn zwischenzeitlich bereits für „praktisch beendet“ erklärte, dauern die Kämpfe an, eskalieren regional weiter und binden zunehmend militärische Ressourcen. Gleichzeitig bereitet sich das Pentagon offenbar sogar auf längere Operationen und mögliche Bodeneinsätze vor – ein klassisches Zeichen dafür, dass die ursprünglichen Annahmen nicht tragen.
Das Muster ist bekannt – und gefährlich: ein schneller militärischer Einstieg, verbunden mit der Hoffnung auf rasche Ergebnisse, gefolgt von einer Realität, die komplexer ist als geplant.
Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits sichtbar. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl, ist massiv gestört. Die Freigabe strategischer Ölreserven durch die USA und andere Länder zeigt, wie ernst die Lage ist. Steigende Energiepreise treffen nicht nur die USA, sondern auch Europa und Asien – also genau jene Regionen, die politisch eigentlich Stabilität bräuchten.
Hinzu kommt: Der Krieg ist längst kein isolierter Konflikt mehr. Angriffe auf Tanker, regionale Eskalationen und die Einbindung weiterer Staaten erhöhen das Risiko eines Flächenbrands.
Abgesehen von der Frage, ob dieser Krieg völkerrechtswidrig ist – wer zweifelt daran? – liegt genau hier der Kern der Kritik: Ein Krieg ohne klar definiertes Ziel, ohne realistische Zeitplanung und ohne tragfähige Exit-Strategie ist kein Zeichen von Stärke, sondern von politischer Kurzsichtigkeit. Man muss es krass sagen: Von äußerster Dummheit.
Selbst innerhalb der USA wächst die Skepsis. Die Unterstützung sinkt, während Kosten und Risiken steigen. Militärisch mag man Ziele treffen können – politisch jedoch verliert man die Kontrolle, wenn die Strategie fehlt.
Die eigentliche Frage ist daher nicht mehr, ob dieser Krieg gerechtfertigt war. Die Frage ist: Wer trägt die Verantwortung für seine Folgen? Denn diese betreffen längst nicht nur Washington oder Teheran. Sie betreffen die Weltwirtschaft, die Sicherheitsordnung – und letztlich auch Europa.
Und genau deshalb ist Kritik hier keine Emotion. Sondern Pflicht.
Noch eine Anmerkung: Wenn sich Euer Kanzler Friedrich März von King Trump abgrenzt, so gebührt ihm dafür größter Respekt. Spitzfindige Analysen sind fehl am Platz. Diesen Präsidenten kann man nur psychologisch betrachten.
Euer Wyatt Earp












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