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Sag einfach Alaska-Wolf zu mir

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Bad Honnef-Selhof | Wenn Männer wie Vulkane sind, Frauen vor Glück in Ohnmacht fallen und Tipps gegeben werden wie: “Ich glaube, Sie müssen sich einen Mann in Rommersdorf suchen”, dann ist wieder Theaterzeit im Saal Kaiser in Selhof. Der war Samstagabend brechend voll, als die Theatergruppe des Bürgervereins “Die Gewaltkur oder Der mit dem Wolf tanzt” frei nach Erich Koch aufführte.

Theater Selhof (2)

Bürgermeister Otto Neuhoff erfuhr einiges über sein Bäd Sällef. Links die Vorsitzende des Bürgervereins, Gabriele Herfurt, Erika Bös führte auch dieses Jahr wieder Regie

Fünf neue Ensemble-Mitglieder waren am Start, das halbe Rathaus machte mit bei “Sex in the Sällef-City”. Klar, dass der Bürgermeister nicht fehlen durfte. Regisseurin Erika Bös: “Der Bürgermeister hat mir die Hand geküsst. Na ja, so getan, als ob …”.

Die Geschichte ist klassisch: Wenns nach der Mama geht, soll Muttersöhnchen Peter (Carsten Neumann) auf ewige Zeiten Muttersöhnchen bleiben. In dieser Rolle fühlt sich der Biologiestudent zwar nicht wirklich wohl, allerdings lässt er sich weiterhin Hose und Strümpfe von seiner lispelnden Mama Nina (Karin Grünenwald) anziehen. Was dem Großvater Otto (Norbert Bös) gewaltig auf den Keks geht. Er gibt deshalb eine Bekanntschaftsanzeige für seinen Enkel auf, findet aber auch hinsichtlich seines hormonellen Zugewinns Spass an den Formulierungen. Von Arzt Siegfried Neumann (Norbert Grünenwald) bekommt er seit geraumer Zeit “Pillen” verschrieben, die etwas zu bewegen scheinen.

Plötzlich schneit Robert, ein Freund des Hauses, in die Praxis, bittet Siegfried verzweifelt um Hilfe. Robert hat den alten Jaguar seiner Frau Carmen (Nadien Batzella) geschrottet und will’s nun nicht gewesen sein. Sigi soll die Schuld auf sich nehmen. Der weigert sich – nur kurz. Denn Norbert erinnert ihn an einen Hotelbesuch mit Bitch Franzi (Ruth Hessler). Es soll zwar nichts gelaufen sein, sagt Dr. Sigi, aber welche Ehefrau würde das schon glauben. Seine wohl kaum.

Damit die Verwirrklamotte noch ein bisschen würziger schmeckt, hat Regisseurin Erika Bös mit der wunschoffenen Emma (Silke Olbermann) und der männerschmachtenden Nachbarin Uschi (Manuela Zessin) noch zwei Prisen Pfeffer und Salz in die Suppe gemischt.

Klar, dass sich zum Schluss alle Fäden wieder entspinnen und die Säleffer Welt wieder in Ordnung ist.

Vorab: Eine tolle Schauspielgruppe begeisterte die Zuschauer in einem ausverkauften Saal Kaiser. Die fünf neuen Mitglieder Norbert Grünenwald, Karin Grünenwald, Norbert Bös, Silke Olbermann und Manuela Zessin fügten sich nahtlos ein, gingen sogar manchmal mit etwas zu viel Schmackes an die Sache. So bekam “Nina” Karin Grünenwald unter anderem von ihrem wahren und Bühnen-Mann “Sigi” Norbert einen heftigen Stoß, sodass ihr beim freien Fall auf das Sofa die Schuhe um die Ohren flogen. Folge: Nicht nur das Publikum tobte, auch die Akteure auf der Bühne lachten Rotz und Wasser.

Super Idee, immer wieder textlich den Bezug zu Sällef und Bad Honnef herzustellen. So kam auch Bürgermeister Otto Neuhoff nicht umsonst, dem wieder einmal bestätigt wurde, dass er auch als eher physisches Kleinmaß in Bad Honnef für Hoffnung steht: “Es kommt doch nicht auf die Größe an.”

Eine Empfehlung an die Selläfer Frauen von Opa: Sie sollten sich besser ihre Männer in Rommersdorf suchen. Warum? “Die kennen sich dort besser mit Alkohol aus.”

Was Frauen noch nicht wussten: “Wir Männer sind wie Vulkane”, so Opa. Was Frauen wussten: “Ich bin ne Mann und muss maache, wat ne Mann maache muss”, sagte Otto zu seiner Schwiegertochter. Die: “Also nix!”

Jedoch: Nachdem sich Sohn Peter von Franzi zum richtigen Mann bitchen ließ, gings auch beim pillenschluckenden Opa noch einmal ab. Selläfer Mädcher opjepass: “Ihr könnt ruhig Alaska-Wolf zu mir sagen.”

Pech hatte die Theatergruppe im Vorfeld mit einem Unternehmen, das die Kulissen aufmöbeln sollte. Die Handwerker kamen einfach nicht. Kurzentschlossen machten sich ehrenamtlich Norbert Bös und Rolf Kolfenbach an die Arbeit und bekamen alles noch rechtzeitig bis zum Premierenabend hin.

Seit September probten die Amateurschauspieler zunächst zweimal wöchentlich. Zum Schluss waren sie fast jeden Tag auf der Bühne.

Hinter der Bühne wirkten mit:

Inge Ivan, Anke Söhnle-Krey, Jenny Zessin (Souffleusen); Claus Plum (Inspizient u. Technik); Stefan Meyer, Marco Menden (Technik u. Beschallung); Hannelore Plum (Maske u. Frisur); Norbert Bös (Bühnenbild); Erika Bös (Regie) und viele andere mehr.

Am 19.3.2016 führt die Theatergruppe des Bürgervereins das Stück im großen Kurhaus auf. Beginn 19 Uhr.

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