Bad Honnef. Die Sanierung der Rommersdorfer Straße wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern zwiespältig bewertet. Einerseits gilt die Neugestaltung der Straße als gelungen, andererseits stößt die fehlende Berücksichtigung klimatischer Aspekte auf erhebliche Kritik. Statt begrünter Aufenthaltsflächen dominieren versiegelte Flächen. Besonders deutlich wird dies an der Ecke Rommersdorfer Straße/Bismarckstraße.
Dort, wo Planungsskizzen nach Auffassung vieler Anwohnerinnen und Anwohner eine Aufenthaltsfläche mit Begrünung und Sitzmöglichkeiten erwarten ließen, befindet sich heute eine asphaltierte Fläche. Das Grundstück gehört dem Erzbistum Köln. Seit der Eröffnung der Rommersdorfer Straße äußern Bürgerinnen und Bürger immer wieder ihren Unmut über die Gestaltung.
Nun haben sich die Anwohner der Bismarckstraße, Christa und Franz Hucklenbruch, mit einem Schreiben an das Erzbistum Köln gewandt und eine Kopie ihres Briefes an die Stadt Bad Honnef übermittelt. Darin kritisieren sie nicht nur die optische Wirkung der Fläche, sondern auch deren Auswirkungen auf das Stadtklima und die ohnehin angespannte Parksituation im Stadtteil Rommersdorf.
Den Brief im Wortlaut:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Mit dem Neubau der Realschule auf dem Gelände des ehemaligen Josefsklosters ist kein städtebauliches Juwel entstanden, was man wohl bei einem Zweckbau auch nicht erwarten durfte. Erstaunen ruft allerdings die Gestaltung des Restgrundstücks hervor. Statt die einfallslose Architektur des Schulgebäudes durch einen Grünstreifen mit ein paar Bäumen zumindest zu kaschieren, wurde die Fläche nicht bepflanzt, sondern einfach asphaltiert.
Damit keine Autos geparkt werden können, sperren Felsblöcke jegliche Zufahrt auch für Fahrzeuge schuleigener Lehrer – mit der Folge, dass die ohnehin enge Parksituation (es gibt in unmittelbarer Nachbarschaft zwei weitere Schulen mit großem Bedarf an Parkflächen) auch für die Anwohner in Rommersdorf noch weiter eingeschränkt wird.
Gibt es Pläne, die Unansehnlichkeit der Liegenschaft in der nächsten Zukunft umzugestalten und den Notwendigkeiten Rechnung zu tragen, die durch die klimatische Entwicklung erforderlich sind? Ist beispielsweise geplant, die Grundstücksfläche zu entsiegeln und die hitzefördernden Asphaltflächen wieder zu beseitigen, um an ihrer Stelle Grünflächen zu schaffen?
Dies wäre nicht nur optisch wünschenswert, sondern auch im Hinblick auf die Bauökologie naheliegend. Die Bewahrung der Schöpfung ist ja in den kirchlichen Verlautbarungen generell ein Thema, und eine Umsetzung in die Tat wäre im Erzbistum Köln ein starkes Signal in die richtige Richtung. Tausende Kinder und Jugendliche hätten dann täglich vor Augen, wie die Kirche ihre Vorbildfunktion in einem positiven Sinn wahrnimmt.
Angesichts der als dramatisch bezeichneten Finanzlage des Bistums müssen die investierten Summen sorgfältig kontrolliert werden, und die Kosten für die Wiedergutmachung des angerichteten Schadens werden nicht unerheblich sein. Gibt es die Absicht, die Verursacher der Fehlplanung in Regress zu nehmen?
Wir sind nicht nur als Anwohner betroffen, sondern auch als ehemalige Schülerin und als ehemaliger Religionslehrer am Josefskloster an der Entwicklung interessiert und bitten, auf dem Laufenden gehalten zu werden.
Mit freundlichen Grüßen
Christa und Franz Hucklenbruch
Ob und in welcher Form das Erzbistum Köln auf das Schreiben reagieren wird, ist bislang nicht bekannt. Möglicherweise könnte die Thematik auch im kommenden Planungsausschuss der Stadt Bad Honnef am 7. Juli 2026 erneut zur Sprache kommen.











Vielen Dank an die Verfasser des Schreibens.
Man darf auf die Antwort des Erzbistums gespannt sein.
Der jetzige Zustand stellt auf jeden Fall eine stadtplanerische Unverschämtheit dar!