Beim HFV riss der Faden, beim Trainer das Band – 4:2 gegen Merten

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Bad Honnef | Endlich einmal wieder ein überzeugender Sieg vor heimischer Kulisse. Mit 4:2 kanzelte der FV Bad Honnef Aufstiegsaspirant SSV Merten ab. Im Vordergrund standen allerdings zwei schwere Verletzungen.

Tobit Hogrebe ging bereits mit einer Knieverletzung ins Spiel. Nach vier heftigen Fouls musste er kurz vor dem Halbzeitpfiff endgültig mit einer Leistenverletzung das Spielfeld verlassen.

Dramatische Minuten auch kurz zuvor, als ein Mertener Spieler beim Versuch den Ball zu stoppen auf die Honnefer Trainerbank zurutschte und HFV-Trainer Lothar Paulsen übel am Fußgelenk erwischte. Seine lauten Schmerzensschreie hallten durch das Stadion, er selbst blieb minutenlang regungslos am Boden liegen. Erste Diagnose: Prellungen und Bänderriss. Nach einer ausgiebigen therapeutischen Betreuung durch Physiotherapeut Thorsten Quadflieg begleitete Paulsen seine Elf blass, mit Übelkeit und großen Schmerzen trotzdem bis zum Ende. Unter gesundheitlichen Aspekten vielleicht fragwürdig, unter sportlichen hat sich die Entscheidung gelohnt.

Seine Mannschaft spielte zwar nicht wie von einem anderen Stern, dennoch mit guten Idee und Leidenschaft. Die Belohnung folgte in der 21. Minute, als Sven Brand das 1:0 erzielte.

Nhu-Phan Nguyen erhöhte in der 48. Minute auf 2:0, profitierte dabei von einer unsicheren Abwehrleistung des Mertener Torwarts. Der wurde von zwei Honnefern unter Druck gesetzt, der Ball  fand seinen Weg auf die linke Seite zu Kevin Leisch, der Nguyen passgenau anspielte.

Nur drei Minuten später gelang Merten der Anschlusstreffer. Zunächst hielt der heute für Marco Hoeschel im Tor stehende Nico Pfennig grandios, gegen den Abpraller von Dominic Reinold war er dann machtlos. Reinold war es auch, der in der 74. Minute nach einem krassen Abwehrfehler den Ausgleich markierte.

Wer nun an einen Totalabbau beim HFV glaubte, wurde positiv überrascht. Die Mannschaft des schwerverletzten Lothar Paulsen rackerte unaufhaltsam, erlaubte sich zwar stellenweise unverständliche Abspielfehler aber auch sehr sehenswerte Spielzüge. Einer führte in der 85. Minute zum 3:2. Andre Klug überlistete mit einem hoch angesetzten Schuss von der linken Seite Mertens Keeper und traf nach langer Zeit einmal wieder ins Netz. Entsprechend wurde er von seinen Mitspielern gefeiert.

Als Lukas Sander, der in der 88. Minute für Brandon Chin eingewechselt wurde, zum vierten Mal für Honnef traf, war klar: Es kann nur einen Sieger geben! Und der hieß HFV.

Lothar Paulsen humpelte nach dem Abpfiff Richtung Ausgang, bestätigte seiner Elf: „Das war eine super Vorstellung. Kämpferisch ist meine Mannschaft über sich hinaus gewachsen.“ Lob zollte er Dominik Müller für sein starkes Spiel und Andre Klug für sein Tor.

Am 21.11.2015 findet im Menzenberger Stadion das Nachholspiel gegen Oberpleis statt. Anpfiff ist um 14.30 Uhr.

HFV 2 mit Kantersieg gegen Inter Troisdorf – SFA verlieren 1:2 in Kriegsdorf

Der Gegner war schwach, dennoch haben „meine Jungs alles umgesetzt, was wir vorher besprochen haben“, so HFV-Trainer Carsten Klohe. Besonders stark Kapitän Dennis Bolz, der nicht nur in der 28. Minute selbst ein Tor schoss, sondern auch fünf Vorlagen gab, die seine Mitspieler verwandelten. Die übrigen Tore erzielten Ibo Mehmet (12., 80.), Luigi Falsone (22.), Marco Liebrenz (36.), Dominik Schneider (23., 49.), Julian Lewerenz (61., 63.)

Am kommenden Sonntag findet das langersehnte Lokalderby gegen die Sportfreunde aus Aegidienberg statt, die nach einem zwischenzeitlich guten Lauf nach der heutigen 1:2-Niederlage (Torschütze für die SFA Julian Kloft zum 1:1) in Kriegsdorf auf den 10. Platz zurückgefallen sind. Der HFV hat sich mittlerweile auf Platz sieben vorgekämpft. Die Partie wird um 14.45 Uhr auf dem Sportplatz in Aegidienberg angepfiffen.

Sorge um Lothar Paulsen. Ein Mertener Spieler traf ohne Absicht das Fußgelenk des HFV-Trainers
Sorge um Lothar Paulsen. Ein Mertener Spieler traf ohne Absicht das Fußgelenk des HFV-Trainers
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