Bonn – In Bonn werden die Schulen ab Montag, 19. April 2021, nur Distanzunterricht – von Ausnahmen abgesehen – anbieten. In den Kindertagesstätten gilt ab Mittwoch, 21. April 2021, der eingeschränkte Pandemiebetrieb.

Wegen der weiter steigenden Inzidenzwerte, die absehbar in Kürze den Wert 200 erreichen bzw. überschreiten werden, sieht die Stadt keine andere Möglichkeit, als die bisherigen Maßnahmen zu verschärfen, wie sie schon am Freitag, 16. April, kommuniziert hatte. Festgelegt sind diese Regelungen in einer Allgemeinverfügung, die die Stadt in Absprache mit dem Land Nordrhein-Westfalen am Sonntag, 18. April, formell im Amtsblatt bekannt gemacht hat und die am Montag in Kraft tritt. “Die Verlängerung des Distanzunterrichts bedeutet fraglos eine weitere Belastung der Eltern, Schulen und insbesondere der Kinder, die ich sehr bedauere. Sie ist aus unserer Sicht aber in der aktuellen Situation eine wichtige Maßnahme, dem Infektionsgeschehen nicht weiter Vorschub zu leisten”, so Oberbürgermeisterin Katja Dörner.

Notbetreuung auf Antrag

Weiterhin können sich die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der allgemeinbildenden Schulen, der Berufskollegs und der Förderschulen sowie die entsprechenden Semester im Bildungsgang Realschule und Gymnasium der Weiterbildungskollegs im Präsenzunterricht auf ihre Prüfungen vorbereiten. Ebenso wird in den Qualifikationsphasen der gymnasialen Oberstufe, des beruflichen Gymnasiums und der Bildungsgänge der Weiterbildungskollegs verfahren. Für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 sowie an Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung kann die Schule auf Antrag der Eltern eine sogenannte Notbetreuung ermöglichen.

Trennung der Gruppen in den Kitas

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Der eingeschränkte Pandemiebetrieb in den Kindertagesstätten bedeutet unter anderem eine Trennung der Gruppen in fest zugeordneten Räumen, die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern für Erwachsene und die Reduzierung der wöchentlichen Betreuungszeit um zehn Stunden.

Der beantragten Schließung der Kindertagesstätten hatte die Landesregierung allerdings nicht zugestimmt. Oberbürgermeisterin Katja Dörner bedauerte diese Entscheidung. Sie wiederholte ihren eindringlichen Appell an die Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit nicht in die Kitas zu schicken. Auch die Firmen in Bonn sollen ihren Mitarbeitenden die Arbeit zuhause gestatten, wo immer dies machbar ist.

Für die Schließung von Schulen und Kitas hatten sich auch die Vorsitzenden der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD, FDP, Linke und Volt im Bonner Stadtrat ausgesprochen, die sich am Samstag in einem Brief an Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann gewandt hatten. Unter anderem hatten sie als Argument angeführt, dass das Robert-Koch-Institut eine Inzidenz von 152 bei Bonner Kindern unter 4 Jahren und von 259 in der Altersgruppe zwischen 4 und 15 Jahren verzeichnet.

Negatives Testergebnis für Termine bei Stadtverwaltung

Die Allgemeinverfügung schreibt auch fest, dass Besucherinnen und Besucher städtischer Dienstgebäude ab 21. April ein negatives Testergebnis vorweisen müssen, wenn sie ihren Termin wahrnehmen. Die Stadt Bonn hatte schon am Freitag angekündigt, dass ab Montag auch die Geschäfte wieder auf “Click & Collect” zurückgehen müssen. Ausgenommen bleiben weiterhin die Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte, Apotheken und alle Läden, die auch bisher ohne negatives Testergebnis betreten werden konnten.

Inzidenzwert liegt bei 196,3

Der Bonner Inzidenzwert lag am Sonntag, 18. April 2021, bei 196,3. “Die Entwicklung ist höchst alarmierend. Sie zeigt mir, dass wir richtig liegen, vorausschauend verschärfte Regelungen zu erlassen”, so Katja Dörner. Die Statistik des Bonner Gesundheitsamts registrierte insgesamt 11842 bestätigte Covid-19-Fälle. 958 Menschen haben eine akute nachgewiesene Infektion, das sind 16 mehr als am Vortag. 1994 Bonnerinnen und Bonner befinden sich in Quarantäne.

“Tag der Stille”

An die während der Pandemie Verstorbenen – in Bonn sind es 216 Menschen – wird am heutigen Sonntag bundesweit erinnert, auch Oberbürgermeisterin Dörner hatte zu einem “Tag der Stille” aufgerufen. Die Vertreter der christlichen Kirchen haben einen Gedenkort im Kreuzgang von Sankt Remigius eingerichtet, an dem Frau Dörner einen Kerze entzünden wird.

 

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