Gelbbauchunken | Foto: BUND

Rhein-Sieg-Kreis – Die extreme Trockenheit beeinträchtigt aktuell das Laichgeschehen der Gelbbauchunken im Rhein-Sieg-Kreis ganz erheblich. Diese vergleichsweise spät laichende, kleine Amphibienart kommt erst im April aus dem Winterquartier und trifft nun auf vielfach vertrocknete bzw. schon stark geschrumpfte, mit Algen durchwachse, ungeeignete Gewässer. Denn, spezialisiert auf nur temporäre Gewässer, ist sie eigentlich darauf angewiesen, zumindest in der ersten Laichphase im Frühjahr noch ausreichend mit Frischwasser bespannte Pfützen und Kleinstgewässer anzutreffen. Sie kann zwar auch später im Jahr noch auf Gewittergüsse und Regenphasen reagieren und auch dann erfolgreich laichen, angesichts seit Jahren ausgetrockneten Böden ist aber in diesem Jahr selbst dann keine ausreichend lange Wasserhaltung der Kleinstgewässer zu erwarten. Die Unken brauchen vom Ei über die Larve bis zum ersten Landgang mindestens fünf Wochen.

Kleinstgewässer für Gelbbauchunken | Foto: BUND

Der BUND Rhein-Sieg betreut auf seinen Flächen drei Unkenpopulationen in Sankt Augustin und Bornheim. Hier hat er nun in den letzten Tagen etwa 20 Kleinstgewässer neu angelegt und mit Frischwasser aufgefüllt. Das Schleppen der unzähligen Wassereimer lohnt sich. Denn die Gelbbauchunke, Bombina variegata, steht in NRW kurz vor dem Aussterben. Wenn mit einfachen Hilfsmaßnahmen der Vermehrungserfolg gesichert werden kann, ist das ein lohnendes Engagement. Langfristig sind allerdings weitere Hilfen notwendig, um die Art im Klimawandel zu bewahren. Viel mehr Wasser muss in der Landschaft zurückgehalten und für den Naturkreislauf bewahrt werden. Niederschläge sollten nicht abgeleitet, sondern in den Flächen verbleiben und Quellhorizonte und Feuchtwiesen noch besser gegen Verdichtung und Drainagen geschützt werden. (A.B.)

Die Trockenheit hinterlässt auch zum Nachteile der Gelbbauchunken ihre Spuren | Foto: BUND

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