Chance 7 – Naturschutz und Wiederbelebung der alten Kulturlandschaft „Weinberg“

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orstellung des Chance 7-Projektes Naturschutz und Weinberg im Siebengebirge mit Ralf Badtke, Chance 7 beim Amt für Natur- und Umweltschutz des Rhein-Sieg-Kreises, (links) und Felix Pieper (rechts). Foto: Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Naturschutz und die Wiederbelebung der alten Kulturlandschaft „Weinberg“ im Siebengebirge sind in Bad Honnef-Rhöndorf eine Symbiose eingegangen.

Die konkreten Maßnahmen und die Art der Zusammenarbeit stellten jetzt Ralf Badtke, Chance 7 beim Amt für Natur- und Umweltschutz des Rhein-Sieg-Kreises, und Felix Pieper, vom Weingut Pieper, der Öffentlichkeit vor.

„Es macht Freude zu sehen, wie beim Ziepchesplatz in Rhöndorf mit der Errichtung von Trockenmauern für einen neuen Weinberg ein Biotop für Mauereidechsen, Schmetterlinge und Wildbienen, und in Zukunft spezielle Weinbergsflora gedeihen“, so Ralf Badtke.

Was war geschehen? Auf einer etwas 3000 m² großen Fläche, die vom Ziepchesplatz in Rhöndorf gut einsehbar ist, wurde die Nutzung als Weinberg schon vor Jahrzehnten aufgegeben, die Fläche sich selbst überlassen. Büsche, Brombeeren und junge Bäume hatten den Hang überwuchert. Auch der Blick auf Rhöndorf und ins Mittelrheintal waren zugewachsen. Am Fuße des Drachenfelses konnten verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden, die nun ermöglichen, dass Weinanbau sowie Arten- und Biotopschutz vereinbar sind.

Im Rahmen eines Gesamtkonzepts mit der Errichtung eines Offenlandkorridors und eines Biotopverbundes durch „Chance 7“ sollte auch die Fläche beim Ziepchesplatz ökologisch verbessert werden. Mit den Besitzern gelang es, einen langfristigen Pachtvertrag für Chance 7 auszuhandeln.

In der Zwischenzeit konnte die Fläche entbuscht werden. In der Mitte des Hangs wurde eine etwa 45 Meter lange Trockenmauer aus Grauwacke Natursteinen errichtet. „Diese Trockenmauern sind typisch für alte Weinberge, stabilisieren die Hänge und bieten für zahlreiche seltene Tierarten einen Lebensraum. Neben Schmetterlingen und Wildbienen ist es vor allem die Mauereidechse, die in der Umgebung des Drachenfelses noch vorkommt, und jetzt ein neues Biotop, ein sogenanntes Trittsteinbiotop, besiedeln kann“, weißt Ralf Badtke.

„Unkrautvernichtungsmittel sind tabu, so dass sich Blühpflanzen und spezielle Weinbergsflora ansiedeln können“, betont Felix Pieper. In Kooperation mit der Biologischen Station werden demnächst einige dieser seltenen Pflanzen eingebracht.

Das großräumige Gesamtkonzept von Chance 7 hat zum Ziel, die trockenwarmen Lebensräume entlang der Rheinhänge und des Siebengebirges von der Rabenlay auf Bonner Gebiet bis hin zum Menzenberg an der Grenze nach Rheinland-Pfalz über den Offenlandkorridor zu verbinden und einen Biotopverbund zu schaffen. Dieser soll es isoliert gelegenen Lokalpopulationen, wie zum Beispiel der Mauereidechse, ermöglichen, sich ungehindert am Fuße des Siebengebirges auszubreiten.

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