chance7: Ziegen beweiden Hänge des Korfer Berges

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Dr. Christoph Rothenwöhrer, Naturschutzprojekt chance7 (4. von links), Fabian Droppelmann, Naturschutzprojekt chance7 (5. von links), Zaunbauer Nicolas Reich, Ökologische Landschaftsplanung und –pflege ÖLAP (ganz links hinten), und Ziegenhalter Christian Kucharz (ganz rechts) mit Familie - Foto: Rhein-Sieg-Kreis

Bad Honnef – chance7, das große Naturschutzprojekt des Amtes für Umwelt und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises, bekommt nun „tierische“ Verstärkung: Einige Dutzend Ziegen werden die Hänge des Korfer Berges rund um die Schaaffhausenkanzel bei Bad Honnef beweiden und dadurch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und des Landschaftsbilds am Fuß des Siebengebirges leisten.

„Ziegen gehören zu den größten Verbündeten des Menschen, wenn es um die Freihaltung von solchen Naturschutzflächen, wie hier am Korfer Berg geht“, sagt Dr. Christoph Rothenwöhrer vom Naturschutzprojekt. „Auf diese Weise wird nicht nur die Flächenpflege sichergestellt, sondern wird auch eine fast verschwundene Bewirtschaftungsform in unserer Landschaft gefördert.“

Der Grünlandbereich am Korfer Berg stellt einen bedeutenden Beitrag zur Schaffung eines zusammenhängenden Korridors trockenwarmer Lebensräume entlang der Rheinhänge dar, der zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten eine geeignete Lebensgrundlage bieten soll.

Um den Lebensraum nachhaltig zu pflegen und stetig weiterzuentwickeln, sollen insbesondere Ziegen zum Einsatz kommen. „Ziegen verbeißen effektiv Brombeeren und aufkommende Stockausschläge“, sagt chance7-Mitarbeiter Fabian Droppelmann. „Sie haben somit einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung ansonsten schwer zu bewirtschaftender Naturschutzflächen im Rheintal.“ Über Samen, die im Fell der Tiere hängen bleiben und wieder zu Boden fallen, tragen die Tiere effektiv zur Verbreitung bzw. dem so wichtigen genetischen Austausch seltener Pflanzenarten bei und bereiten somit den Weg für intakte Ökosysteme.

Durch die Beweidung lebt übrigens nicht nur die Natur, sondern auch eine mittlerweile selten gewordene Bewirtschaftungsform mit teils bedrohten Haustierrassen wieder direkt vor unserer Haustüre auf.

Die Beweidung mit Ziegen bildet dabei den Abschluss einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die das Naturschutzprojekt chance7 seit 2016 zur Förderung der Lebensraum- und Artenvielfalt in diesem Bereich bereits durchgeführt hat. Unter anderem wurden auf einer Fläche von mehr als 2 Hektar Büsche und Gestrüpp entfernt. Inzwischen weiden auf dem eingezäunten Areal Ziegen. Zudem wurden auf einer Länge von 67 Metern Naturstein-Trockenmauern angelegt. (an/db)

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