Das Erzbistum verwirrt

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Das irritiert: St. Josef, Realschule des Erzbistums Köln in Bad Honnef, will die Gesamtschuldependance verhindern. „Schulgemeinschaft und Schulträger sehen in der Gründung dieser Gesamtschuldependance eine Bestandsgefährdung“. So steht es auf der Schul-Hompage, auf der man direkt Kontakt zu Kardinal Meisner aufnehmen kann.

Weiter: „Gerade in Zeiten zurückgehender Schülerzahlen ist es kontraproduktiv, neben dem vorhandenen Schulangebot nun noch neue Schulstandorte zu errichten.“

Und: Der Schulträger sei bei der Planung der Veränderung der Schullandschaft nicht rechtzeitig einbezogen worden.

Einmal mehr schafft das Erzbistum Köln Verwirrung. Die Diskussion über die Gesamtschule läuft schon Jahre, ganz besonders dramatisch war die Zeit zwischen September und Dezember 2013, als Königswinterer Interessengruppen die Gesamtschule und die Dependance verhindern wollten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte es bei den Katholiken klingeln müssen. Aber jetzt?

Klar, sie bekommen Panik. Die Schülerzahlen gehen allgemein zurück und St. Josef hat ein weiteres Problem: Die gut geführte Schule muss laut Erzbistum 75 Prozent katholische Schüler aufnehmen. Der Rest darf Andersgläubig sein.

Die Gesamtschule ist für alle da. Sollte eine Klage in irgendeiner Form berechtigt sein, dann müsste sich die Katholische Schule erst einmal von ihrer eigenen Selektierung befreien und alle Glaubensangehörigen und Schüler ohne Konfession zulassen. Sonst sind ihre Argumente unglaubwürdig.

Ab der nächsten Woche können Kinder für die Dependance in Bad Honnef angemeldet werden. Dass sie auch ordentlich an der Gesamtschule unterrichtet werden, wird das Erzbistum nicht verhindern können.

 

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