Der Winter kommt, die Frage nach Energiesparmaßnahmen stellt sich

Was kann jeder tun, um Energie und Geld einzusparen?

0
Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay

Bad Honnef/Königswinter – Die Zeitenwende schreitet voran. Gut daran ist vor allem, dass die Menschen sich zwangsläufig Gedanken darüber machen müssen, was für sie wirklich notwendig ist und was nicht: wie groß muss mein Auto sein, wann sollte ich damit fahren, brauche ich einen Swimmingpool, müssen im Winter ständig alle Räume geheizt werden …?

Jeder Haushalt muss sich auf höhere Kosten einstellen. So berichtet der FOCUS, „dass Verbraucher und Verbraucherinnen, die mit Gas heizen, je nach Größe ihrer Wohnung und Verbrauch oft mit mehr als einer Verdoppelung der Heizkosten zwischen April 2021 und April 2022 rechnen müssen (bis zu 104 Prozent)“. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges  kommen in den nächsten Monaten noch hinzu.

Der Rhein-Sieg-Kreis trifft bereits Vorsorge, wie Energie in Zukunft eingespart werden kann und hat einen Runden Tisch mit den BürgermeisterInnen der Kommunen eingerichtet. Ziel für die nächste Beratung sei es u.a., einheitliche Festlegungen zur Energieeinsparung für kommunale Einrichtungen zu treffen, teilt der Kreis heute mit. So sollen auch die Temperaturen in den städtischen Gebäuden gesenkt werden.

Aber was kann jede einzelne Bürgerin und jeder einzelne Bürger tun, um die nationale Energieversorgung zu sichern und seinen eigenen Geldbeutel zu schonen? Hierzu gibt das Wirtschaftsministerium des Bundes Tipps:

Es gibt viele Möglichkeiten, im Alltag weniger Energie zu verbrauchen. Oft genügen schon kleine Anpassungen.

Beispiel Erdgas: 21 Millionen Haushalte in Deutschland sind auf Erdgas angewiesen. 80 Prozent des Verbrauchs entfallen auf Heizen und warmes Wasser. 15 Prozent davon können kurzfristig und mit einfachen Maßnahmen eingespart werden.

Effizientes Heizen und Lüften

Schon ein Absenken der Raumtemperatur um ein Grad Celsius spart sechs Prozent. Auch regelmäßiges Entlüften von Heizkörpern spart Energie. Damit Heizungen effizient funktionieren, sollten sie nicht durch Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen verdeckt werden. Auch richtiges Lüften hilft: Nämlich mit weit geöffneten Fenstern und abgedrehter Heizung. Dichtungsbänder und -profile sorgen bei geschlossenen Fenstern und Türen dafür, dass die Wärme im Raum bleibt. Jalousien, Rollos und Vorhänge helfen, Kälte draußen zu lassen.

Warmwasser sinnvoll nutzen

Wassersparende Duschköpfe und Armaturen senken den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent. Ein richtig genutzter Geschirrspüler kann im Vergleich zur Handwäsche bis zu 50 Prozent Energie und circa 30 Prozent Wasser einsparen. Beim Händewaschen entfernt Seife Schmutz auch mit kaltem Wasser.

Mit Deckel und Umluft

Wer mit Deckel kocht, reduziert den Stromverbrauch um circa zwei Drittel. Bei Elektroherden kann der Herd früher ausgeschaltet und die Restwärme genutzt werden. Mit der Umluftfunktion im Backofen spart man 15 Prozent Energie. Ist es möglich, auf das Vorheizen zu verzichten, spart das circa acht Prozent Strom.

Ökoprogramme bei Geschirrspülern und Waschmaschinen verbrauchen deutlich weniger Strom. Durch die längere Laufzeit muss das Wasser – bei gleicher Reinigungswirkung – weniger erhitzt werden. Wird leicht verschmutze Wäsche statt mit 60 Grad mit 30 Grad im Ökoprogramm waschen, spart das circa 70 Prozent Stromkosten.

Genau hinschauen bei neuen Geräten

Energieeffiziente Geräte sparen Strom. Häufig verbrauchen alte Kühlgeräte, Fernseher oder Computer besonders viel. Beim Kauf neuer Haushaltsgeräte lohnt es sich deshalb, auf das EU-Energielabel zu achten. Es gibt Auskunft über Energieeffizienzklassen und Produkteigenschaften wie Strom- und Wasserverbrauch. So lassen sich die Produkte gut vergleichen.

Auf die Beleuchtung entfällt im Haushalt rund 10 Prozent des Stromverbrauchs. Auch hier lässt sich mit energieeffizienten Leuchtmitteln und einer energiesparenden Nutzung Strom sparen. Wenn Sie Glüh- und Halogenlampen durch LEDs austauschen, können Sie bis zu 80 Prozent des Stromverbrauchs einsparen. Licht in Räumen sollte nur so lange brennen, wie es tatsächlich benötigt wird. Hier helfen Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren.

Bund fördert Beratungsangebote

Verbraucherzentralen beraten persönlich, telefonisch und auch online zu Strom- oder Heizkostensparen, beispielsweise durch Wärmedämmung. Für Privatpersonen werden die Angebote durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert und sind deshalb kostenlos beziehungsweise zu einem kleinen Beitrag erhältlich. So bietet der kostenlose „Basis-Check“ in Ihrer Wohnung eine Einschätzung zum Strom- und Wärmeverbrauch, der Geräteausstattung und über einfache Sparmöglichkeiten.

Das kostenlose Beratungsangebot „Stromspar-Check“ unterstützt insbesondere Menschen mit niedrigem Einkommen beim Energiesparen. Sie können sich in ihrem Zuhause zu konkreten Energiespar-Möglichkeiten beraten lassen und bekommen zusätzlich energiesparende LED-Lampen, wassersparende Duschköpfe oder schaltbare Steckerleisten ausgehändigt.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein