Entwicklung „Bönnscher Viertel“: Lebendige Räume für Menschen

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Platz vor dem Frankenbad- Foto: Stadt Bonn

Bonn – Mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Mitwirkungsprozess möchte die Bundesstadt Bonn die Entwicklung nachhaltiger Mobilität in Wohnquartieren anstoßen. Die innere Nordstadt und das Combahnviertel in Beuel sollen als Modellquartiere den Startpunkt bilden.

Die Mobilitätswende in Bonn soll einen wesentlichen Beitrag zum Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 leisten. Sie ist auch eine Chance, die Lebensqualität in Bonn durch eine nachhaltige, sichere und sozial gerechte Mobilität zu verbessern. Ein wichtiges Handlungsfeld der Mobilitätswende ist dabei die Gestaltung nachhaltiger Mobilität in Bonns Wohnquartieren.

Mehr Aufenthalts- und Lebensqualität, wie hier auf dem Platz vor dem Frankenbad in der Altstadt, möchte die Stadt in den „Bönnschen Vierteln“ schaffen.
Bundesstadt Bonn

Mehr Lebensqualität durch neue Mobilitätskonzepte

Mit dem Konzept „Bönnsche Viertel – Lebendige Räume für Menschen” möchte die Stadt Bonn durch die Neugestaltung des ruhenden und fließenden Verkehrs die freiwerdenden Räume aufwerten. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Quartieren will die Stadt erarbeiten, wie das am besten funktioniert. Aufbauend und eingebettet in bereits beschlossene und geplante Maßnahmen wie die Parkraumstrategie oder den Masterplan Innere Stadt sollen gemeinsam Mobilitätskonzepte entwickelt werden. Ziel ist es, schrittweise die Menschen in den Vierteln von Durchgangsverkehr und Parkdruck zu entlasten, alternative Mobilitätsformen zu stärken und mit dem gewonnenen Platz neue Möglichkeiten für Begegnung und soziale Teilhabe zu schaffen.

„Wir möchten die Aufenthalts- und Lebensqualität für die Menschen in den Bonner Wohnquartieren im Rahmen der Mobilitätswende erhöhen. Dafür wollen wir die Bonnerinnen und Bonner in diesen Vierteln eng einbeziehen. Ziel der Mitwirkung ist es zu erfahren, was es aus ihrer Sicht braucht, und was wir als Stadt tun können, um den Weg zu einer nachhaltigen Mobilität freizumachen. Gleichzeitig wissen die Menschen vor Ort am besten, wozu sie neue Freiräume in ihren Vierteln nutzen wollen und wie diese gewinnbringend für alle Menschen gestaltet werden können”, so Oberbürgermeisterin Katja Dörner.

Durch verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Temporeduzierung, Einbahnstraßenregelung oder zufahrtsbeschränkte Bereiche könnte der fließende Verkehr neugestaltet werden. Vorrangrouten für ÖPNV könnten den Busverkehr zuverlässiger und pünktlicher machen. Ein möglichst durchgängiges und barrierefreies Fuß- und Radverkehrsnetz ermöglicht sichere Mobilität auch für Kinder und ältere Menschen. Die Erreichbarkeit aller Grundstücke für Anwohnende, Handwerkerinnen und Handwerker, Feuerwehr und Rettungs- sowie Pflegedienste soll gewährleistet sein. Maßnahmen wie Entsiegelung, Begrünung und der Einsatz von Begegnungs- und Verweilelementen könnten dazu beitragen, die öffentlichen Räume in den Wohnquartieren vielfältiger als bisher nutzbar zu machen. Ziel ist, die Förderung aktiver, sicherer und barrierefreier Mobilität für Menschen jeden Alters.

Zunächst zwei Modellquartiere

Als Modellquartiere schlägt die Stadtverwaltung zunächst die Innere Nordstadt und das Combahnviertel in Beuel vor. Beide Viertel sind von Fremd- und Durchgangsverkehr belastet und weisen einen hohen Parkdruck auf. Schon heute verfügen sie über eine gute Anbindung an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV). Durch geplante oder bereits umgesetzte Mobilstationen besteht hier der Zugang zu geteilter Mobilität, die weiter ausgebaut werden soll. Die zentrale Lage der beiden Viertel ermöglicht es zudem, die Mobilitätswende für viele Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen und aufzuzeigen, wie Schritt für Schritt weitere Bonner Wohnquartiere zu „Bönnschen Vierteln” lebenswerter umgestaltet werden können.

„Beide Quartiere sind auch deswegen als Modellviertel interessant, da sich hier beispielhaft das Zusammenspiel der Rückgewinnung des öffentlichen Raums mit der Pflege des historischen städtebaulichen Erbes Bonns verknüpfen lässt”, begründet Stadtbaurat Helmut Wiesner die Auswahl der beiden zentralen Viertel.

Der Mitwirkungsprozess

Damit die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürgern in den Quartieren starten kann, soll der Rat der Stadt Bonn in seiner Sitzung am 9. Juni 2022 die Erarbeitung und Umsetzung eines breit angelegten Mitwirkungskonzepts beschließen. Ebenfalls Bestandteil des Beschlusses ist die darauf aufbauende Entwicklung von Verkehrskonzepten.
Zu Beginn des Jahres hatte die Stadtverwaltung in zwei konzernweiten und interdisziplinären Workshops mit über 60 Teilnehmenden aus verschiedensten Fachbereichen ein erstes Zukunftsbild entwickelt, wie das Leben und die Mobilität in Bonns Wohnvierteln im Jahr 2030 aussehen könnten – und dabei das Leitbild für das Konzept „Bönnsche Viertel – Lebendige Räume für Menschen“ entworfen.

Die Ergebnisse des bereits laufenden, stadtweiten Mitwirkungsverfahrens „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ dienen als Basis für den Mitwirkungsprozess in den Quartieren. Schon die im ersten Bonn4Future-Klimaforum am 10. und 11. September 2021 entwickelten Zukunftsbilder zeigen: Viele Bonnerinnen und Bonner wünschen sich eine flexible, sichere und inklusive Mobilität. Das nächste Klimaforum am 10. und 11. Juni 2022 hat deshalb das Thema Mobilität als eins von zwei Fokusthemen.

Der Mitwirkungsprozess mit den Menschen in den Vierteln soll daran anknüpfen und die konkrete Ausgestaltung des Zukunftsbildes beinhalten. Neben klassischen Formaten wie Infoveranstaltungen, Umfragen und Online-Dialogen soll dieser Prozess auch Workshops, Peer-to-Peer-Angebote sowie Eventformate wie beispielsweise einen „Tag des guten Lebens“ umfassen.

Die Beschlussvorlage ist hier veröffentlicht.

 

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1 Kommentar

  1. Guten Tag,ich stehe dem Vorhaben sehr kritisch gegenüber. Plätze zum verweilen gut und schön ,aber die Kehrseite ist eben um so schlimmer.Seit der Platz vom Frankenbad zum Treffpunkt vieler geworden ist ,wird es schmutziger in den Straßen. Der Platz wird zum Kiffen,saufen und abhängen genutzt.Jeden Morgen liegen rund um den Platz und Straßen zerbrochene Bier und Wodkaflaschen.Erbrochenes ,Kot und Urinpfützen überall.In unserer Straße wird in die Eingänge oder Einfahrten gepinkelt.Am Abend gehen wir mit unseren Kindern dort nicht mehr lang.Es stinkt nach Cannabis und pöbeleien unter den betrunkenen sind täglich.Schade Was daraus geworden ist.Unsere Altstadt wird immer mehr zum Junkie und Penner Treffpunkt.

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