Bonn/Rheinbach. Wegen des Verdachts auf Korruption und weitere Amtsdelikte haben Polizei und Staatsanwaltschaft Bonn am Dienstagmorgen umfangreiche Durchsuchungen bei Bediensteten der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rheinbach durchgeführt. Insgesamt wurden acht Wohnungen sowie Räumlichkeiten der JVA durchsucht.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden stehen fünf männliche und drei weibliche Justizbedienstete im Alter zwischen 28 und 59 Jahren im Verdacht, gegen Bezahlung verbotene Gegenstände in die Haftanstalt geschmuggelt zu haben. Dabei soll es sich unter anderem um Mobiltelefone und Betäubungsmittel handeln, die anschließend an Gefangene weitergegeben worden sein sollen.
Auslöser der Ermittlungen waren mehrere Hinweise der Anstaltsleitung der JVA Rheinbach. Daraufhin leitete das Kriminalkommissariat 23 der Bonner Polizei in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bonn mehrere Ermittlungsverfahren ein. Im Fokus stehen neben den acht Beschuldigten auch aktuelle und ehemalige Inhaftierte der JVA.
An den Durchsuchungen waren rund 60 Einsatzkräfte beteiligt. Sie durchsuchten ab 7.30 Uhr Wohnungen in Köln, Euskirchen, Rheinbach, Siegburg sowie in den Landkreisen Mayen-Koblenz und Neuwied. Auch innerhalb der JVA Rheinbach wurden Beweismittel gesucht.
Ziel der Maßnahmen war die Sicherstellung von Mobiltelefonen, Unterlagen und weiteren möglichen Beweismitteln. Zu den Ergebnissen der Durchsuchungen machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben.
Die Ermittlungsbehörden betonen ausdrücklich, dass kein persönlicher oder sachlicher Zusammenhang zu den laufenden Ermittlungen in der Justizvollzugsanstalt Euskirchen besteht.
Die Ermittlungen dauern an. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung.










