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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > Siebengebirge > Bad Honnef > Fußball und andere Sportarten in meiner Jugendzeit
Bad HonnefTitel

Fußball und andere Sportarten in meiner Jugendzeit

Beitrag aus "Die Brücke" | Von Josef Thienen

Letztes Update: 01.06.2026
Honnef heute
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9 Min Lesezeit
Fussball und andere Sportarten in meiner Jugendzeit 2
Die siegreichen Stadtmeister stehend von li. nach re.: Kurt Palm, Franzjosef (Jo) Palm, Herbert Müsgen, Jürgen Welzenbach, Josef Thienen, Detlef Klein; kniend: von li. nach re.: Norbert Saaber, Ralf Landwehrs, Willi Dick, Juppi Wendeler, Hans-Peter Leven (Prelli) (HVZ-Fotos von Heinz Pfälzer) Quelle. Die Brücke
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Fußball
Zugegeben, Fußballer in einer regelrechten Mannschaft war ich nie – obwohl das Fußballspiel, aber auch einige Übungen der Leichtathletik sowie das Tischtennisspiel mich und uns einige Zeit begleitet haben.

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Meine Eltern hatten in den späten 1950er Jahren gebaut. In der VdK-Siedlung „Am Weiher“ hatten sie den Bauplatz mit der späteren Hausnummer 48 bekommen. (Anm.: VdK, das bedeutet „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“. Dieser Verband verhalf den Mitgliedern u.a. zu einem Grundstück mit der Auflage, Einzelpersonen, meist Kriegerwitwen mit oder ohne Kinder, als Untermieter aufzunehmen.)

Das Grundstück grenzt auch heute noch an der Westseite an ein Pädchen, das damals den Zugang zu den Obstgärten von der Karlstraße aus darstellte.

Eine große Parzelle, ein damals noch unbebautes Grundstück gegenüber dem Fasslager der Firma Brassel an der Karlstraße, hatten wir Jungen für unsere nicht nur sportlichen Aktivitäten ausersehen. Der Einlauf in unser „Stadion“ gestaltete sich wie beim Honnefer Fußball-Verein (HFV): Mit grün-weißem Trikot, Stutzen und Fußballschuhen liefen wir durch das Gässchen zum sportlichen Wettstreit ein. Zu unserer „Mannschaft“ in wechselnder Besetzung gehörten u.a. mein Bruder Rolf (Muck) und natürlich die Nachbarsjungen Günter Lehn und Klaus Oedingen.

In der Halbzeitpause wurde uns Kranenwasser gereicht von einem nur wenig älteren Zuschauer, manchmal auch Mitspieler, meiner Erinnerung nach namens Altmaier, der am unteren Rand unseres „Sportplatzes“ wohnte, heute Karlstr. 97. Die Blechkannen mit Wasser reichte er uns durch das kleine Küchenfenster heraus.

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Beendet wurde die Spielzeit entweder durch den Pfiff meines Vaters auf zwei Fingern – er konnte das sehr laut, sodass wir ihn immer hörten – oder durch den Beginn so interessanter Fernsehsendungen wie Lassie, Fury oder die Erzählungen von Luis Trenker, die wir natürlich unbedingt sehen mussten.

Zu einem „normalen“ Fußballverein wie z.B. dem HFV gehören wollten wir nicht. Wir hielten uns nicht für so geeignet dafür, obwohl die Ernsthaftigkeit unseres Spiels für uns außer Frage stand.

Dagegen war mein Vater – eine Zeit lang wenigstens – ein passionierter Fan des HFV. Ich glaube, das war auch einer der Gründe für unseren sonntäglichen Besuch bei den Eltern meiner Mutter auf der Beueler Straße. Zuerst gab es selbstgebackenen Kuchen. Die Sahne dafür holten wir Kinder in einer Glasschüssel bei der Bäckerei Klaes auf der Beueler Straße. Nach dem Kaffeetrinken gingen „die Männer“ zum Fußballgucken auf den Sportplatz an der Asbacher Straße. Der Eingang für die Einheimischen war unterhalb vom Sportplatz zur Stadt hin. In einem Büdchen saß ein Vereinsmitglied zum Kassieren. Mein Vater, schwerstverwundet und auf Krücken aus dem Krieg heimgekommen, brauchte auch hier keinen Eintritt zu bezahlen. Damals war es üblich, dass Kriegsteilnehmer, zumal die verwundeten, bei den meisten Veranstaltungen freien Eintritt hatten. Zielstrebig gingen wir also den Hang am östlichen Spielfeldrand hoch, wo wir oberhalb der Stützmauer die beste Sicht hatten. Unter den verschiedenen Anfeuerungen und Zurufen für die beiden Mannschaften war eine, die ich bis heute nicht vergessen habe: „Du Honigkuchenpferd …“, brüllte einer über den Platz. Dieser Ausdruck in dieser Situation ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben – warum auch immer. Vielleicht meinte er den kleinen dicken Selhofer, der bei Honnef im Tor stand …

Im Kopf geblieben ist mir auch ein Schulwettstreit in den 1960er Jahren, dessen Abschluss ein Fußballfinale auf dem o.g. Aschenplatz war.
Der international erfahrene WM-Schiedsrichter Walter Eschweiler war als Referee bei diesem Endspiel dabei. Dass wir eine gute Mannschaft waren, steht außer Frage, denn wir hatten einige Koryphäen unter uns, die beim HFV am Mannschaftstraining teilnahmen. So gut waren wir, dass wir den Titel holten. Und dazu spendierte uns Herr Eschweiler einen Original-WM-Wimpel von Mexico. Vielleicht liegt der noch im Archiv, also im Keller der Selhofer Schule?

Geschichten, die das Leben schrieb … Ab und zu holen wir noch mal alte Fotos raus und erfreuen uns an den alten Zeiten, die eigentlich noch nicht so lange her sind. Oder meine ich das nur, wenn ich mir die Bilder aus jener Zeit anschaue???

Speerwerfen
Wieso waren wir nur auf die Idee gekommen, diese für uns Jungen nicht gerade übliche Sportart zu wählen? Zunächst einmal wollten wir nicht nur „normale“ leichtathletische Disziplinen wie Laufen oder Springen ausüben. Speerwerfen sollte es sein. Nichts leichter als das, meinten wir, schließlich stand bei uns zuhause im Keller ein Holzspeer, übrig geblieben von den sportlichen Ambitionen meines Vaters Willi Thienen, der wie auch sein Bruder Jupp vor dem Krieg erfolgreich an vielen Sportfesten teilgenommen hatte. Speerwerfen ist gar nicht so einfach, wie es aussieht. Wir warfen den Holzstab so lange, bis er ganz zersplittert war. Einen neuen bekamen wir nicht, einen aus Holz erst recht nicht. Im Nachhinein war das schon gut so, weil wir uns viel zu blöd angestellt und zudem keinen richtigen Trainer hatten.

Tischtennis
Ähnliche Erfahrungen dann beim Tischtennis. Mein Opa aus Selhof, der als Rentner in der kleinen Schreinerei Schneider in der Beueler Straße arbeitete, hatte einmal zu Weihnachten für seine Enkel eine Tischtennisplatte angefertigt. (Netz, Bälle und Schläger gab es nach und nach als Geschenk zu Festtagen wie Weihnachten und zu Geburtstagen.) Die Platte bestand aus Stabsperrholz, auch Tischlerplatte genannt, war grün angestrichen und teilbar, sodass wir sie nach Benutzung zusammenklappen, von den Böcken heben und an die Wand stellen konnten. Aber beim Aufbau des Spieltisches mussten wir schon sehr zirkeln, er passte nur mal gerade so in die Garage, die uns als Spielort diente. Stundenlang spielten wir dort, bis wir uns irgendwann fit genug fühlten, um bei der Honnefer Stadtmeisterschaft mitzumachen. Wir gaben dann unsere Anmeldung zu dieser Veranstaltung ab, ich glaube, es war beim damals Verantwortlichen Otto Neuhoff. Die Spiele fanden in der Turnhalle der Evangelischen Schule statt und wir schieden bereits in der ersten Runde aus. Vielleicht hatten wir die Umstellung von dem gewohnten knappen Platz auf die geräumige Halle nicht geschafft. Zuhause spielten wir allerdings weiter – in der Garage – wie immer.

Tipp-Kick
Noch so eine Geschichte, die sich bestimmt vielfach in Selhof abspielte: Es handelte sich hier um ein – zumindest damals – sehr beliebtes Fußballspiel im Kleinen. Dazu wurde eine grüne Matte auf einem Tisch ausgerollt. An den kurzen Seiten wurden kleine Plastiktore in eine schmale Holzleiste eingeklinkt. Jede „Mannschaft“ bekam eine kleine Figur als „Feldspieler“, der den nicht ganz runden „Ball“ weiterbeförderte, wenn man die Mechanik auf seinem Kopf antippte (Tipp), sodass sein Fuß nach vorne schnellte und den Ball schoss (Kick), am besten ins gegnerische Tor. Eines Tages hatte sich mein Freund Rainer L. beim Fußballspielen ein Bein gebrochen und musste deshalb wochenlang im Bett zubringen. Aber auch ihm kam mein Opa mit einer wunderbaren Idee zu Hilfe: Er ersetzte das aufrollbare Spielfeld des Tipp-Kick-Spiels durch eine grüne Hartfaserplatte. Damit konnte das Spiel auf Rainers Bett stattfinden und viele Nachmittage waren gerettet …

Rainer und ich treffen uns manchmal noch und erinnern uns gerne an Tipp-Kick – dank Opa.

Die Brücke ist ein generationsübergreifendes Magazin aus Bad Honnef, das von Ehrenamtlichen gestaltet und viermal im Jahr herausgegeben wird. Die Zeitschrift ist kostenlos erhältlich und liegt unter anderem im Rathaus, in Apotheken, Geschäften und Restaurants aus.

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