GRÜNE: Burkhard Hoffmeister gab Parteiämter ab

0
Burkhard Hoffmeister vor St. Aegidius. Aegidienberg war sein Honnefer Lieblingsveedel

Bad Honnef – Burkhard Hoffmeister, langjähriges Vorstandsmitglied des Ortsverbandes der Bad Honnefer Grünen sowie OV-Geschäftsführer und -Sprecher hat seine Parteiämter abgegeben. Bei den heutigen Vorstandswahlen trat er nicht mehr an.

„Im 25. Jahr nehme ich damit Abschied aus einem Arbeitsgebiet, das Aufgabe und Steckenpferd zugleich bot. Es war mir eine Ehre. Als Vorstand, Geschäftsführer und meist auch Sprecher des Ortsverbandes durfte ich versuchen, grüne Positionen in der Stadt zu stärken.

In dieser Zeit konnten die Grünen ihren Stimmenanteil auf gut 28 Prozent steigern; bei den Kommunalwahlen 2020 gewannen sie die Hälfte aller Direktmandate zum Stadtrat. Allein in den letzten 2 Jahren verdreifachten wir die Zahl unserer Mitglieder. Wir machten den Ortsvorstand zu einem vielköpfigen und funktionsfähigen Team, das als das jüngste im Land gilt. In der über Dekaden ungefährdet von ihr geführten Stadt kann sich die CDU seit kleinen Ewigkeiten nicht mehr an wirkliche Wahlerfolge erinnern – geschweige denn Bürgermeister:innen stellen. Die Grünen wurden von ein paar Außenseitern am Katzentisch zu einer der beiden großen Parteien am Ort.

Der Abschied täte wesentlich weher, wenn meine Entscheidung darüber nicht schon vor 2 Jahren gefallen wäre. Persönlich in Mobilität und physischer Leistungsfähigkeit spürbar eingeschränkt fiel es leicht zu erkennen: Dieser – zu Recht stolze – Ortsverband soll von denen geführt werden, die ihn in Zukunft ausmachen. Auch weil der OV ebenfalls als der jüngste im Land gilt, bin ich dafür nicht mehr der Richtige.

Groß ist mein Vertrauen, dass die Bad Honnefer Grünen und meine Nachfolger:innen die Stadt auch ohne mich nach vorn bringen werden. Sie zeigten dies gerade bei ihrer erfolgreichen Weigerung, Hockeyplatz und St.-Josef-Sportplatz zu schleifen. Sie werden es zeigen, wenn die Lernamplitude von Bürgermeister/CDU/Bürgerblock bei der Stadtgartenzerstörung deutlich verkürzt ausfallen wird. Viele Wege führen nach Rom; und auch wenn mir manch neue grüne Gepflogenheit aus den Pools von Karriere, Posten, Ich statt Wir, Machtkämpfen und Beteiligung der Bürger:innen persönlich nicht passt, so habe ich dennoch mit Respekt wahrgenommen: Dieser große Grüne Ortsverband macht und kann Themen, die „früher“ z.T. ausgelassen wurden – und die doch sehr wichtig für die Menschen in der Stadt sind: Gesundheitsversorgung, tatsächliche Aufgabe der Wachstumshysterie, Lebensqualität, kultureller und gesellschaftlicher Fortschritt.

Jedenfalls ist auch die neue Grüne Partei weiterhin absehbar die Treiberin für Klima– und Naturschutz, für ehrlichen Fortschritt, für lebenswerte politische Lösungen, für reflektierte Digitalisierung, für grundlegenden gesellschaftlichen Wandel. Ohne sie gäbe es keine Quartiersplanung wie jetzt in Aegidienberg, keine Diskussion einer neuen Mobilität, keine Überlegungen zu Co-Working. Gemeinsam mit(wirklich) vielen Murrenden ist ihr sogar zuzutrauen, die Entwertung der City durch Betondesign zu stoppen. Denn wir wohnen ja da, wo Andere Ferien machen wollen.

Parteipolitisch werde ich mich beschränken auf

– mein Engagement im Bezirksausschuss Aegidienberg – aus ambitionierter Überzeugung
– eine Bürgerinitiative Rhöndorf gegen den Ausverkauf des Stadtteils an Wohn- und Immobilienspekulanten und für das sehr lebenswerte Dorf in ökologisch verantwortungsbewusster Entwicklung
– Mitarbeit bei den Grünen auf deutlich beruhigtem Niveau – Einer von Vielen sein

Mein Zukunftsprojekt wird zum Jahresbeginn ein Blog sein. Intensiv und persönlich.

Wenn dieser Blog die Akzeptanz der Leser:innen findet, so wird er mit regelmäßigen Beiträgen, zusätzlichen redaktionellen Kategorien (Stadt, Region, Kultur und Rheinland und Leben, lokale oder auch große Politik) sowie einem Podcast ausgestattet. Selbstverständlich sind Fremd-Autor:innen wertgeschätzt. Im Wesentlichen treibt jedoch die Chance, offen und authentisch sagen zu, was bisher schon mal der grünen Amtsdisziplin unterworfen war“.

Burkhard Hoffmeister

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein