Rat entscheidet über Zukunft des Kiezkaufhauses

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Stadt Bad Honnef: Kiezkaufhaus auf Wachstumskurs

Bad Honnef – 640 EUR Einzahlungen, 31.622 Auszahlungen. Diese Zahlen, bezogen auf das Jahr 2019, veröffentlichte die Stadt Bad Honnef zum Betrieb des Kiezkaufhauses. Obwohl sie auch bis 2022 nur Verluste hochgerechnet hat, will sie das Projekt weiterführen.

Der Rat wird nun in seiner Sitzung am Donnerstag darüber entscheiden, ob das mit 100.000 EUR Fördermittel und 100.000 EUR Eigenleistung finanzierte Online-Portal zum Jahresende in den Regelbetrieb überführt wird, was die Verwaltung wünscht. Sie sieht in der Plattform die Möglichkeit, den Einzelhandel zu stärken, die Innenstadt zu beleben und sie als soziales Zentrum zu erhalten.

Ende Juli 2017 wurden der Stadt Fördermittel aus dem NRW-Programm „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ bewilligt. Heute nehmen nach Verwaltungsvorlage acht Shops mit Verkaufsfunktion und neun Geschäfte als Schaufenster teil. Das für den Projektzeitraum gesteckte Ziel von 20 Teilnehmern sei nach Aussage der Verwaltung somit „deutlich erreicht“. Die Zahl der registrierten Nutzer habe sich auf 100 erhöht.

Chancen für das Onlineportal sieht die Stadt in neuen Geschäften, die unter anderem am Saynschen Hof entstehen sollen. Außerdem setzt sie auf ein breiteres Produktangebot und auf Lebensmittelanbieter. Ein dauerhafter Erfolg der Plattform sei nur mit einem Frequenzbringer zu erzielen. Weiterhin denkt die Stadt daran, mit potenziellen Investoren zu kooperieren, beispielsweise Immobilieneigentümer von Ladenlokalen und Häusern, die ein Interesse an einer funktionierenden Innenstadt hätten.

Ende 2019 entfällt die Personalstelle für das Bad Honnefer Kiezkaufhaus. Gleichzeitig soll die Subventionierung durch die Mithilfe bei der Einrichtung und Pflege von Shops eingestellt werden, ist in der Verwaltungsvorlage zu lesen.

Während sich die Stadt auch zukünftig vermittelnd um die Händler vor Ort und den Lieferservice kümmern will, soll die Agentur Scholz und Volkmer wie bisher den Shop-Betrieb organisieren und abrechnen.

Scholz und Volkmer ist 2015 mit dem ersten Kiezkaufhaus mit 16 Händlern gestartet. Bei einer Präsentation Ende 2017 im Bad Honnefer Rathaus erklärte die Agenturvertreterin, dass sich mittlerweile 30 angemeldet hätten. Aktuell sind auf der Website des Wiesbadener Kiezkaufhauses 20 Anbieter gelistet.

Ein 2016 gegründeter Pop-up-Store wurde mittlerweile wieder geschlossen.

In Bad Honnef gab es bereits vor Aufbau des Kiezkaufhauses mit lebensart-badhonnef.de und badhonnef-hats.de (heute honnefer-veedel.de) zwei Portale, die ebenfalls lokale Unternehmen listen – allerdings auf Wunsch der Geschäftsleute ohne Shop.

Ratssitzung
4.7.2019, 18 Uhr, Ratssaal

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Beitrag wurde ergänzt. Erstveröffentlichung 7.6.2019.

 

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