Karl Lauterbach besuchte Kinderklinik Sankt Augustin

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Foto: Asklepios Kliniken

Sankt Augustin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verschaffte sich heute bei einem Besuch in Sankt Augustin einen eigenen Eindruck von der renommierten Asklepios Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

In der Grund- und Spitzenversorgung junger Patient:innen ist die Kinderklinik im Rhein-Sieg-Kreis alternativlos. Gemeinsam mit Denis Waldästl, SPD-Spitzenkandidat im Rhein-Sieg-Kreis, besuchte der Bundesgesundheitsminister die Infektionsstation und den Intensivbereich der Klinik. Asklepios COO Marco Walker und das Team der Kinderklinik machten konstruktive Vorschläge, um die Finanzierung der Kinderheilkunde zu verbessern und dem Fachkräftemangel in diesem Bereich zu begegnen.

Bundesgesundheitsminister Lauterbach stellte heute in Sankt Augustin Maßnahmen zur Verbesserungen und Stärkung der Kinderheilkunde in Aussicht.

Empfangen wurde der Bundesgesundheitsminister von Asklepios COO Marco Walker, Regionalgeschäftsführerin Dagmar Federwisch und der Geschäftsführerin der Asklepios Klinik Sankt Augustin, Stefanie Wied. Nach einem gemeinsamen Gespräch führte das Team der Kinderklinik um Prof. Dr. Gerd Horneff, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Pädiatrie, Gesundheitsminister Lauterbach durch die Kinderintensivstation und die Infektionsstation des Hauses.

Gemeinsam sind viele Aspekte besprochen worden, um die pädiatrische Versorgung in Deutschland zu verbessern. Neben einer besseren Vergütung der Kinderheilkunde sprachen sich Marco Walker und seine Kolleg:innen dafür aus, dem Fachkräftemangel in diesem Bereich bereits an den Universitäten zu begegnen und mehr Studienplätze zu schaffen. Insgesamt sei die Zahl der Medizinstudienplätze in Deutschland seit 1999 gleich geblieben, während der Bedarf an Ärzt:innen kontinuierlich stieg. Junge Ärzt:innen ziehe es stärker in attraktive Fachrichtungen, wohingegen Disziplinen wie die Pädiatrie am stärksten unter Nachwuchsproblemen leiden, so Walker. Daher fordert die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) immer wieder eine Aufstockung der Studienplätze. Das gleiche Problem besteht mittlerweile im Pflegedienst. Aufgrund der Umstellung zur Generalistik sinkt die Zahl an spezialisierten Pflegekräften in diesem hochspezialisierten Bereich.

Laut DGKJ wurden zwischen 1991 und 2017 rund 80 Abteilungen für Kinderheilkunde geschlossen, womit die Anzahl vorgehaltener Betten um rund ein Drittel zurückging. In dem Ortstermin in St. Augustin kamen auch weitere ursächliche Schattenseiten zu Sprache, denen die Kinderheilkunde im Fallpauschalen-System und aufgrund mangelnder Investitionsförderung ausgesetzt ist. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und das muss in der Vergütung der Behandlungskosten stärker berücksichtigt werden. Diesen Mangel zu beseitigen ist die dringende Bitte, die heute auch im Namen aller Mitarbeitenden der Klinik sowie Eltern und Kinder an den Bundesminister gerichtet wurde.

Im stationären Sektor decken die Fallpauschalen nicht annähernd den Aufwand, der für die aufwändigere und zeitintensivere Behandlung von Kindern notwendig ist. Dadurch lassen sich pädiatrische Abteilungen oder spezialisierte Kliniken, wie die Kinderklinik Sankt Augustin, praktisch nicht kostendeckend betreiben. Nur durch eine Querfinanzierung anderer Abteilungen oder indem die Defizite durch einen großen Klinikverbund, wie Asklepios, aufgefangen werden ist ein Betrieb unter den aktuellen Bedingungen noch möglich. Erschwert wird die Lage der Kinderheilkunde in Deutschland zusätzlich durch die – nicht nur in Nordrhein-Westfalen – unzureichende öffentlichen Förderung notwendiger Investitionen in die Kliniken. Einzig der hohe persönliche Einsatz aller am Behandlungsprozess beteiligten Personen, hält die Qualität der Versorgung hoch.

Bundesgesundheitsminister Lauterbach sagte den Kinderkliniken in Deutschland seine Unterstützung zu. Konkret solle der Status der Kinderkrankenhäuser in dieser Legislaturperiode aufgewertet und ihre finanzielle Absicherung verbessert werden. Denkbar sei künftig die Kinderheilkunde außerhalb des Fallpauschalensystems zu vergüten und die Vorhaltekosten stärker zu berücksichtigen.

Bernadette Rolla

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